Ein Leben voller Zwischenstationen

BAD LIEBENZELL. Als Kind reißt ihn eine starke Strömung mit, in Kabul entgeht er nur knapp einem Raketenangriff und bei einem Attentat auf eine christliche Schule in Pakistan bleiben er und seine Mitschüler verschont – Benjamin durfte schon oft erleben, wie Gott ihn in der Not bewahrt. Als Missionarskind größtenteils in Süd- und Zentralasien aufgewachsen, führte ihn sein Weg mit 23 Jahren an die Interkulturelle Theologische Akademie (ITA) nach Bad Liebenzell. Er verrät uns, wie es dazu kam und wie ihn Leben und Studium auf dem Missionsberg geprägt haben.

Das Thema „Mission“ wurde Benjamin bereits in die Wiege gelegt: „Schon als Kind hatte ich das Anliegen, Menschen vom Glauben an Jesus zu erzählen“, sagt der heute 26-Jährige. Ebenso träumte er davon, Missionsarzt zu werden. Als er mit 18 Jahren von Pakistan nach Deutschland zurückkam und gerade sein Abitur in der Tasche hatte, begann er zwar kein Medizinstudium, dafür eine Ausbildung zum Krankenpfleger in Stuttgart. „Die Arbeit dort machte mir viel Spaß, aber der Wunsch, Menschen für Jesus zu begeistern, war größer.“ Er fühlte sich von Gott berufen, für einen Missionseinsatz nach Kambodscha zu reisen. Zwei Jahre arbeitete er in verschiedenen Slums und erzählte den Menschen die gute Botschaft von Jesus Christus. Weiterlesen

Neuer Infobrief – September

In unserem neuen Infobrief stellt sich unsere ,neue‘ Missionarin Jessica Meier vor. Zudem erzählt uns Tabita, wie Gott sie in den USA an den richtigen Platz geführt hat. Viel Spass beim Lesen und danke für alle Gebete.

Link: Infobrief – September 2017

50 Jugendliche am Ort der Versöhnung

BURUNDI. Mit Mitte zwanzig gelten Menschen in Europa längst als erwachsen. In Afrika ist das anders: Wer in diesem Alter unverheiratet und kinderlos ist, hat in der afrikanischen Gesellschaft noch lange keine Stimme. In dieser Lebensphase hungern viele junge Menschen nach Orientierung und Vorbildern. So auch in einer Gemeinde in Kinindo: „Ihr dürft machen was, wo, wie lange und welche Themen ihr wollt, aber bitte macht etwas mit unseren Jugendlichen“, bittet der Pastor der Gemeinde die LM-Missionare Tabea und Alex Biskup, die noch bis vor vier Jahren den Gemeindenachwuchs dort betreuten. Nach ihnen habe sich niemand mehr gefunden, der die Arbeit fortführen konnte.

Obwohl Freizeiten in Burundi nicht auf der Tagesordnung stehen, organisierten die Missionare für rund 50 Jugendliche ein Wochenende in Buta: „Unsere Bibelarbeit dort drehte sich vor allem um Timotheus. Einerseits, weil er in Paulus ein Vorbild fand, an dem er sich orientieren konnte, andererseits, weil er trotz seines jungen Alters viel bewegte“, sagt Alex Biskup. Nicht nur das Leben des Timotheus, auch der zentrale Bibelvers der Freizeit, in 1. Timotheus 4,12, sollte die Jugendlichen ermutigen: „Niemand verachte dich wegen deiner Jugend; du aber sei den Gläubigen ein Vorbild im Wort, im Wandel, in der Liebe, im Glauben, in der Reinheit“ – Ein Vers, der für die jungen Menschen Zuspruch und Anspruch zugleich sein sollte. Auch identitätsstiftende Fragen wie „Wer bin ich und wie sieht mich Gott?“ wurden während der Bibelarbeit anhand von Psalm 139 beantwortet. Ebenso wie das Programm wurde auch der Ort der Freizeit nicht zufällig ausgewählt: „Vor 20 Jahren gab es an der Schule in Buta ein großes Massaker“, erzählt der LM-Missionar. 40 junge Menschen wurden ermordet, weil sie zusammenhielten und sich nicht in ihre ethnischen Gruppen aufteilen wollten. Die Jugendgruppe aus Kinindo erlebte in Buta, wohin Gewalt führen kann und wie wichtig Vergebung ist: „Buta ist ein Ort der Versöhnung. Trotz allem haben die Menschen dort gelernt, zu vergeben“, sagt Alex Biskup. Weiterlesen

18 Mal Abenteuerland in Bad Doberan

BAD DOBERAN. Zum 18. Mal gab es das Abenteuerland für Kinder in Bad Doberan. Vor der Sommerpause ging es um die Josia-Geschichte aus der Bibel. Viereinhalb Stunden gab es ein spannendes Programm, natürlich auch mit jeder Menge Action und Spaß. Christoph Scharf, Mitarbeiter der Liebenzeller Mission und Pastor der Gemeinde in Bad Doberan freute sich, dass dieses Mal sogar Gäste aus einem anderen Bundesland mit dabei waren: „Zwei Kinder aus Hessen, die mit ihrer Mutter zurzeit in Kühlungsborn auf einer Mutter-Kind-Kur sind, kamen auch zum Programm. Die Mutter hatte uns per E-Mail angeschrieben, dass sie auf der Suche nach ‚Gemeindeanschluss’ während ihrer Zeit in der Kur sind. Eine Familie aus unserer Gemeinde hat extra einen Fahrdienst organisiert, damit die Gäste auch am Sonntag zum Gottesdienst kommen konnten.“ Beim Abenteuerland waren natürlich viele Kinder aus Bad Doberan und Umgebung dabei. Jetzt ist Abenteuerland-Sommerpause, im September geht’s dann weiter.

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Rita und Daniel Mattmüller: Weil Jesus Menschen verbindet

Junge Menschen prägen und sie für den Dienst in der Weltmission vorbereiten: Das ist die Leidenschaft von Rita und Daniel Mattmüller. Seit fünf Jahren leben sie mit ihren vier Kindern in Toronto, der vermutlich multikulturellsten Stadt der Welt. Dort leiten sie das Trainingsprogramm für angehende Missionare und das Auslandssemester der Studenten der Interkulturellen Theologischen Akademie (ITA). Davor arbeiteten sie acht Jahre lang in Malawi und leiteten das handwerklich-theologische Ausbildungszentrum „Chisomo“. In den nächsten Wochen sind sie in Deutschland, um über ihre Arbeit zu berichten. Wir haben Daniel und Rita drei Fragen gestellt.

Ihr habt auf drei verschiedenen Kontinenten gelebt. Was bedeutet für euch Heimat?
Heimat bedeutet für uns schon irgendwie: Heimkommen nach Bahlingen am Kaiserstuhl, wo wir aufgewachsen sind und wo wir in den nächsten Wochen wohnen werden. Dort leben unsere Eltern, viele Verwandte und Freunde. Im engeren Sinne ist unsere Familie mit unseren vier Kindern Heimat für uns. Wir genießen es, durch unsere Arbeit in unterschiedlichen Ländern viele verschiedene Menschen kennengelernt zu haben. Oft kennt man diese Menschen aber erst seit ein paar Jahren. Es ist wohltuend, immer mal wieder auch Leute zu treffen, die man von klein auf kennt. Es ist wertvoll, Wurzeln zu haben. Weiterlesen

Gemeindeaufbau in Coutances: Es ist viel Vertrauen gewachsen

FRANKREICH. Es war eine bewegende Abschiedsfeier für Familie Laffin in Coutances in der Normandie. Nach 27 Jahren Einsatz ist die Gemeinde nun so gefestigt, dass die Missionare weiterziehen können. Ab September arbeiten Norbert und Susanne Laffin in der Gemeinde in Alençon. In Coutances übernimmt ein kollegiales Leitungsteam aus „gestandenen Gemeindegliedern“ die Verantwortung, wie Norbert Laffin erzählt: „Das sind alles fähige Leute, die jetzt richtig gut mitanpacken.“ Eine evangelische Gemeinde aufzubauen in einer stark traditionell katholisch geprägten Region im laizistischen Frankreich – das war eine große Herausforderung. „Am Anfang waren die Menschen sehr misstrauisch“, erinnert sich Norbert Laffin. „Aber nach und nach ist viel Vertrauen gewachsen.“ Familie Laffin ging die Aufgabe mit viel Leidenschaft und der nötigen Portion an kreativen Ideen an. So entstand der jährliche „Gottesdienst für die Obrigkeit“, zu dem sich regelmäßig der Bürgermeister einladen ließ – gewiss keine Selbstverständlichkeit in Frankreich. Als 2005 das neue Gemeindezentrum gebaut wurde, entschied sich Norbert Laffin bewusst für ein Baugrundstück in einem Industriegebiet – zur Verwunderung der Stadtverwaltung. Doch das sollte sich auszahlen. Das Gemeindezentrum bekam genügend Parkplätze, was in der Innenstadt nicht möglich gewesen wäre. Das Gebäude wurde hell und einladend gestaltet. „Wir wollten die Menschen bewusst in einer modernen Form erreichen“, erzählt Norbert Laffin. Zur Verabschiedung am 2. Juli kamen rund 100 Personen. Auch die Presse war mit dabei und brachte einen schönen Artikel in der Zeitung. Das sprach sich auch in Alençon herum, so dass Norbert gleich einen Anruf von der dortigen Zeitung bekam: „Über ihre Begrüßung in Alençon werden wir selbstverständlich berichten!“