Samuel und Anke Meier: Missionsarbeit in einem nur scheinbar christlichen Land

Sie lieben Afrika und die Menschen in Sambia. Und sie setzen sich mit viel Leidenschaft dafür ein, dass viele in ihrem Einsatzland persönlich mit Jesus Christus leben: Samuel und Anke Meier. Seit 14 Jahren arbeiten sie in Sambia. Viele Jahre lebten sie im abgeschiedenen Luangwa-Tal und gründeten dort eine Gemeinde. Danach waren sie Teamleiter der Liebenzeller Missionare in Sambia. In den nächsten Wochen sind sie in Deutschland, bevor sie bald ein neues Projekt in Lusaka beginnen. Wir haben Samuel einige Fragen gestellt.

Sambia sagt von sich selbst, dass es ein christliches Land ist. Für wie christlich hältst du es?
Ich halte das Land schon für ziemlich christlich – zumindest nach außen. Es gibt viele Gottesdienste, man hört fromme Lieder sogar im Supermarkt, im Bus predigen immer wieder Leute. Wo auch immer man hingeht, wird man mit dem Christentum konfrontiert. Das ist das, was man vordergründig sieht. Aber die Korruption ist in den vergangenen Jahren stark angestiegen, was kein gutes Zeichen für Christsein ist. Außerdem macht das Wohlstandsevangelium viel kaputt. (Anmerkung: Die Irrlehre, dass Wohlstand der sichtbare Beweis für Gottes Segen sei. Diese Lehre geht davon aus, dass arme oder kranke Menschen zu wenig beten, glauben, spenden.) Im Land gibt es eine große Menge an selbsternannten christlichen Aposteln, die unter dem christlichen Deckmantel viel Geld für Heilungen abkassieren. In Wahrheit ist das Land also viel weniger christlich, als es auf den ersten Blick erscheint. Weiterlesen

Ein muslimischer Häuptling lässt sich eine Bibel viel kosten

MALAWI. Menschen in Afrika sehnen sich nach der Bibel und lassen sich das viel kosten. Das hat der Malawi-Missionar Sebastian Pfrommer bei einem Dorfbesuch bei einem muslimischen Häuptling erfahren. Dieser sagte in einem Gespräch, wie gerne er eine Bibel hätte. Ob er denn das Geld dafür habe, schließlich kostet eine Bibel so viel, wie eine Familie im Monat für Lebensmittel benötigt, fragte Sebastian Pfrommer zurück. Denn die Liebenzeller Mission verschenkt keine Bibeln, um sicherzugehen, dass sie auch gelesen werden. Nur das, was etwas kostet, hat für die Menschen einen Wert. Auf einmal verschwand der Häuptling in seinem Haus und kam keine zwei Minuten später überraschend mit dem Geld zurück: „Jetzt kannst du mir eine Bibel besorgen!“ Beim nächsten Besuch lasen der Missionar und der Häuptling dann gemeinsam darin. „Es war ein bewegender Moment, einen muslimischen Häuptling in der Bibel lesen zu sehen. Aber er las und las und hörte gar nicht mehr auf. Seine Augen leuchteten und so saßen wir eine ganze Stunde zusammen“, so Sebastian Pfrommer. Es sei unfassbar, wie Jesus so einen kleinen spontanen Besuch in einen unglaublichen Moment verwandelte.

Die Liebenzeller Mission ist seit 1992 in Malawi tätig. Zwölf Missionare arbeiten unter Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Sie unterstützen landwirtschaftliche Projekte, engagieren sich im Gesundheitswesen und bohren Brunnen. Außerdem bauten sie ein theologisches-handwerkliches Ausbildungszentrum für Gemeindeverantwortliche auf und betreiben einen Radiosender. Sebastian und Cathrin Pfrommer arbeiten seit 2017 im Dorfentwicklungsprojekt Ubwenzi (deutsch: Freundschaft)-Projekt mit. Weiterlesen

Wenn Konfirmanden bereits erwachsen sind

RUSSLAND. Konfirmanden sind in Deutschland der Regel etwa 14 Jahren alt. Anders in Russland: Dort haben sich in der Gemeinde von Schwester Sabine Matthis in Berjosowski vier Erwachsene nun nach dem Ende des ersten „TEE“-Kurses (außerschulische theologische Ausbildung) konfirmieren lassen. „Mit diesem Programm möchten wir in der Zukunft die Mitarbeiter in Russland zurüsten zum Dienst“, so Sabine Matthis. „Die Konfirmation war ein sehr schönes Ereignis für die Gemeinde und es gibt bereits weitere Anfragen.“ In dem „TEE“-Kurs bekommen die Teilnehmer die Grundlagen des christlichen Glaubens vermittelt. Dabei arbeiten sie die Lektionen zu Hause durch und tauschen sich dann mit Schwester Sabine Matthis und den anderen Kursteilnehmern über den Lernstoff aus. Somit wird er selbstständig erarbeitet und im Gespräch vertieft. Die Liebenzeller Mission hat mit diesem Programm unter anderem in Bangladesch sehr gute Erfahrungen gemacht. TEE ist ein Schulungsprojekt für die Gemeinden und eine gute Möglichkeit, qualifizierte theologische Mitarbeiter heranzubilden. Der ehemalige Bangladesch-Missionar Waldemar Lies leitet und unterstützt den Aufbau dieses TEE Schulungskonzeptes. Dazu reist er zu Seminaren nach Russland.

Schwester Sabine Matthis ist seit 2006 in Russland tätig, seit 2009 in der Gemeindegründungsarbeit in Berjosowski. Die Stadt zählt über 50.000 Einwohner und liegt am Ostrand des Mittleren Urals, rund zwölf Kilometer nordöstlich von Jekaterinburg. Jeden Sonntag wird ein Gottesdienst angeboten, den die Liebenzeller Missionarin zusammen mit Mitarbeitern aus der Gemeinde gestaltet. Im Rahmen des „TEE“-Kurses wird es auch ein Programm zur Predigtvorbereitung geben, damit Gemeindemitglieder künftig selbst predigen können. Weiterlesen