Über 7.000 Euro mit 30 Jahre altem Rennrad für die Missionsarbeit in Bangladesch erradelt

Marco Anhorn bei seiner Benefizaktion

BAD LIEBENZELL. Ein Student der Interkulturellen Theologischen Akademie (ITA) in Bad Liebenzell, der bis vor sechs Wochen überhaupt nicht Fahrrad gefahren ist, erfährt von der Spendensammelaktion „Corona Ride“, bei der Fahrradfahrer in drei Tagen 1.000 Kilometer fahren – und entschließt sich, eine Tagesetappe von 270 Kilometer mitzufahren. Zehn Euro pro Kilometer, also insgesamt 2.700 Euro, hofft Marco Anhorn so für die Arbeit der Liebenzeller Mission in Bangladesch durch Sponsoren sammeln zu können. In rund 50 Trainingsstunden bereitet er sich auf seinem etwa 30 Jahre alten Rennrad quer über die Schwarzwaldberge um Bad Liebenzell auf die Fahrt vor. Dabei lässt er sich auch von Reifenpannen und Stürzen nicht entmutigen und stoppen.

Die Fahrt am Sonntag, 14. Juni, führte von Mosbach nach Friedrichshafen am Bodensee. Start war um 6:30 Uhr, um 22 Uhr haben er und seine Mitfahrer das Ziel dann zwar nass – es hat über weite Strecken des Tages geregnet–, aber trotzdem sehr glücklich erreicht. „Es war der absolute Hammer!“ So fasst Marco Anhorn seine Eindrücke zusammen.

Der 25-jährige gelernte Bankkaufmann ist in Bühlenhausen auf der Schwäbischen Alb aufgewachsen. Er besucht die örtliche Süddeutsche Gemeinschaft. Von dort kennt er die ITA, nicht zuletzt durch ehemalige Studenten aus seinem Heimatort. Corona veränderte auch sein Leben als Theologiestudent. Noch mehr berührt ihn die große Not in anderen Ländern wie zum Beispiel Bangladesch. Die Liebenzeller Mission ist vor Ort aktiv, um den Menschen zu helfen.

Marco Anhorn lernt Micha Orth kennen, den Initiator von „Corona Ride“ und entschließt sich waghalsig, als ungeübter Radfahrer an der Aktion teilzunehmen. Und schafft es, andere von seiner Spendenaktion zu begeistern. Schnell hat er das ursprünglich anvisierte Spendenziel erreicht; inzwischen haben mehr als 80 Sponsoren über 7.000 Euro gespendet. Und die Aktion läuft noch bis 26. Juli.

Sehr stark beeindruckt haben ihn seine Mitfahrer, eine bunte Truppe aus ganz Deutschland. Insgesamt handelte es sich hierbei um zwölf Männer unterschiedlichen Alters. Viele von ihnen haben eher durch Zufall von der Aktion erfahren und sie hatten auch ein komplett unterschiedliches Trainingspensum vorher absolviert. Manche von ihnen hatten zu seiner Überraschung noch weniger trainiert und ihnen steckten dann am Sonntagmorgen von der bisherigen Tour bereits über 700 Kilometer in den Knochen. „Deren Motivation und unbedingter Durchhaltewillen hat mich total angespornt, deswegen kam mir während der Fahrt niemals wirklich der Gedanke, aufzugeben oder abzubrechen.“

Körperlich verkraftete er die Herausforderung hervorragend: „Es war für mich spannend zu sehen, was man durch Willen und Fokussierung auf das Ziel alles erreichen kann.“ Und man muss auch lernen, leiden zu können, so Marco Anhorn weiter. Für ihn war das alles eine „krasse Erfahrung – und das nächste Mal bin ich bestimmt wieder dabei.“

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„Den Flüchtlingen ganz praktisch zeigen, dass Gott sie liebt!“

Das impact-Team im Einsatz auf der Insel Lesbos

Acht impact-Kurzzeitmitarbeiter, eine Teamleiterin und eine Studentin sind seit Anfang Juni auf Lesbos, um den Flüchtlingen dort zu helfen. Die impactler waren zuerst über die ganze Welt zerstreut, mussten aber aufgrund der Corona-Pandemie vorzeitig nach Deutschland zurückkehren. Doch nun geht es wieder raus – nach Moria in Griechenland ins Flüchtlingslager. Wir haben einige Eindrücke gesammelt, wie es dazu kam und was sie zu ihrem Einsatz bewegt hat:


Johannes Schurian (Celle): Ich kam aus Sambia zurück, wo ich sechs Monate lang im impact-Team mit Sambiern zusammen gelebt hatte und wir gemeinsam viel in der Kinder- und Jugendarbeit engagiert waren. Dann habe ich ein paar Wochen in Deutschland im Supermarkt als Aushilfe gearbeitet, als die Anfrage der Liebenzeller Mission zum Lesbos-Einsatz kam. Ich wusste ab dem ersten Moment, dass das genau das Richtige für mich ist.


Rebecca Rosner (Lüdenscheid): Ich war mit impact in Ecuador und habe dort in verschiedenen Kinderclubs und Jugendkreisen mitgearbeitet. Als ich vorzeitig aus Südamerika zurückkam, wusste ich nichts richtig mit mir anzufangen. Jetzt freue mich sehr, dabei zu sein. Ich möchte hier helfen, weil die Flüchtlinge wirklich Hilfe benötigen und durch die Corona-Krise wenige Helfer kommen können. Ich möchte mich gerne von Jesus senden lassen und bin nun gespannt, wodurch er mich gebrauchen kann.


Manuel Pillmann (Hannkensbüttel bei Gifhorn): Ich bin hier, weil ich den Menschen auf ganz praktische Weise Gottes Liebe weitergeben und seinen Namen groß machen will.


Soraya Meyer (Rheinböllen): Predige, so oft wie möglich, aber nur wenn unbedingt nötig mit Worten – das gilt für unseren Einsatz besonders. Wir können den Menschen durch das, was wir tun, zeigen, dass Jesus sie liebt.


Johannes Schurian: Wenn ich den Ausspruch von Dietrich Bonhoeffer: „Die Kirche ist nur Kirche, wenn sie für andere da ist“ ernst nehme, dann gilt umso mehr, das umzusetzen, was Jesus in Matthäus 25,36 erklärt hat: Dass wir den Durstigen zu trinken geben, den Fremden einladen, die Nackten einkleiden und die Gefangenen besuchen.


Rebecca Rosner: Ich erhoffe mir von der Zeit hier in Griechenland, dass wir einen impact, also einen Unterschied machen durch unsere positive Einstellung …
Johannes Schurian: … und dann ist es egal, ob ich eine Decke austeile oder ein Zelt aufbaue.


Rebecca Rosner: In erster Linie sind wir hier, um ganz praktisch mitzuhelfen, um Hilfspakete und Essen auszuteilen, für die Menschen da zu sein.


Johannes Schurian: Und ich bin mir sicher, dass wir dadurch persönlich als auch in unserer Beziehung zu Gott extrem wachsen.


Manuel Pillmann: Wir dürfen hier Gottes unglaublichen Segen erleben und ganz praktisch an andere weitere weitergeben, getreu dem Kurzzeitprogramm-Motto: „Get an impact, make an impact“ („Segen empfangen und weitergeben”).


Ein Video über den Einsatz auf Lesbos gibt es hier.


Wollt ihr den Einsatz mit einer Spende unterstützen? Dann könnt ihr das über www.liebenzell.org/einsatz-lesbos tun. Wir würden uns sehr freuen. Danke für alle Unterstützung.

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Bangladesch wird von zwei Katastrophen gleichzeitig getroffen

Zyklon in Bangladesch

Mitten im Kampf gegen das Coronavirus ist Bangladesch vom heftigsten Wirbelsturm der vergangenen zwanzig Jahre getroffen worden. Der Zyklon „Amphan“ traf mit Windgeschwindigkeit von bis zu 185 km/h in der Grenzregion von Indien und Bangladesch auf das Festland. Dabei richtete der Sturm mit Starkregen vor allem im Süden des Landes verheerende Schäden an. Das erklärte die Partnerkirche der Liebenzeller Mission, die „Bangladesh Baptist Church Sangha“. Auch viele Kirchen und Schulen wurden überflutet und deren Dächer abgedeckt. Insgesamt sind nach Berichten von Medien und Hilfsorganisationen in Bangladesch und Indien etwa zehn Millionen Menschen von den Auswirkungen betroffen. Rund 100 Einwohner kamen ums Leben, eine halbe Million Familien haben ihr Zuhause verloren. Viele stehen vor dem Nichts und brauchen dringend Hilfe. Ihr ganzes Hab und Gut wurde zerstört, Felder wurden vernichtet oder vom Salzwasser überschwemmt, Bäume ausgerissen, ganze Viertel überflutet, Straßen unpassierbar, Stromleitungen gekappt. Dabei erschwerten die ersten gemeldeten Corona-Infektionen die Evakuierung zusätzlich. Nicht wenige zögerten, wegen der Corona-Gefahr in die überfüllten Notunterkünfte umzuziehen, wo an Abstandhalten nicht zu denken war. Die Freunde und Partner in Bangladesch sind für alle Gebete dankbar.

Die Liebenzeller Mission ist seit 1974 in Bangladesch aktiv. Zusammen mit ihren einheimischen Partnern will sie den Einwohnern Hoffnung vermitteln. So sind unter anderem Kliniken und Waisenhäuser entstanden.

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Fluthilfe für Burundi

Fluthilfe Burundi

In Burundi hat es sehr viel geregnet, an manchen Orten zu viel. In Gatumba, nördlich von Bujumbura, steht ein Dorf unter Wasser. Ein Fluss ist über die Ufer getreten und hat Felder und Häuser knietief mit Wasser bedeckt. Auf den Dreckstraßen „fahren“ Boote, das stehende Wasser hat die Lehmziegel aufgeweicht und Häuser einstürzen lassen. Manche Menschen schlafen auf der Hauptstraße, da sie höher liegt. Es mangelt an allem, vor allem an Essen und Decken.
Unsere Partner, die anglikanische Kirche Bujumbura und Christian Life Ministries (CLM) helfen in dem Gebiet Betroffenen. Als Liebenzeller Mission unterstützen wir sie dabei, damit den Menschen in Gatumba schnell und direkt geholfen werden kann.
Wir bitten um Spenden für die notleidenden Menschen in Burundi:
Liebenzeller Mission
Sparkasse Pforzheim Calw
IBAN:DE27 6665 0085 0003 3002 34
BIC: PZHSDE66
Verwendungszweck: Fluthilfe Burundi
Hier geht es zur Online-Spende.
Ein Video unseres Partners CLM gibt einen Einblick in die aktuelle Lage vor Ort.
Vielen Dank für alle Unterstützung!

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Zyklon bedroht Südasien – Bitte um Gebet

Zyklon Südasien

BANGLADESCH. Ein großer Zyklon bedroht Indien und Bangladesch. Seit Tagen bereiten sich die Menschen in den Küstengebieten auf den Zyklon „Amphan” vor. Es werden meterhohe Flutwellen erwartet. Starker Wind und Regen könnten zu Überflutungen führen.

Betroffen sind auch Projekte der Liebenzeller Mission und unsere Missionare in Bangladesch. Bitte betet mit um Schutz für die einheimischen Menschen vor Ort und unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Immer wieder wird Bangladesch von starken Überschwemmungen getroffen. Die Liebenzeller Mission arbeitet seit 1974 im Land. Zu ihren Aufgaben gehört die Schulung von Pastoren und Laienmitarbeitern, die Unterstützung mehrerer Kinderdörfer und die Katastrophenhilfe.

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Container kommt nach acht Monaten gut in Ubwenzi an

Container in Malawi angekommen

MALAWI. Was lange währt, wird endlich gut: Nach extra langer „Quarantäne“ konnte der langersehnte Container unbeschadet nach Chilonga transportiert werden. Die Hilfslieferung mit Solarequipment und Schulmaterial wurde Mitte September auf den Weg geschickt und steckte dann in der Stadt Blantyre fest. Grund dafür war unter anderem, dass ein Lastwagen zu groß für die unbefestigte Dorfstraße nach Ubwenzi war und dann beim Wenden stecken blieb. Danach musste er heraus gezogen werden und zurück nach Blantyre fahren, um getauscht zu werden. Inzwischen hatte es aber so stark geregnet, dass die Straßen unpassierbar wurden und der Container bis nach der Regenzeit in einem großen Containerdepot eingelagert werden musste.

„Das Abladen ohne technische Hilfsmittel war ein Abenteuer für sich. Voll beladen wog der Container acht Tonnen!“, sagte Missionare Johannes Urschitz. Mit einem extra starken Wagenheber und viel „Manpower“ war es nach fünf Stunden geschafft. Wenige Tage später kam der Bereichsleiter, Joachim Berger, mit den Beamten der Zollbehörde zur Öffnung des Siegels und zur Inspektion des Inhaltes nach Chilonga. Zum guten Verlauf der Prüfung durch die Zollbeamten hat beigetragen, dass sie mit eigenen Augen sehen konnten, dass es hier tatsächlich einen Kindergarten und eine Schule für die Dorfkinder gibt: „Ihr positiver Abschlussbericht hatte zur Folge, dass wir für den kompletten Container die Zollbefreiung erhalten haben.“

Die Liebenzeller Mission ist seit 1992 in Malawi tätig, unter anderem seit 2008 im Chilonga-Gebiet, das sich selbst für afrikanische Verhältnisse jenseits der Zivilisation befindet. Schlechte Bildung, mangelnde medizinische Versorgung und eine unzureichende Ernährungssituation prägen den Alltag. Die Liebenzeller Mission eröffnete 2011 den Kindergarten „Madalitso“ (= Segen). Im September 2013 startete die Grundschule mit zunächst 40 Schülern. Veronika und Johannes Urschitz arbeiten seit 1996 in Malawi.

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Freizeitgruppe besucht christlichen Radiosender und wirkt bei Sendung mit

Radio L. in Malawi

MALAWI. Eine Freizeitgruppe der Liebenzeller Mission hat während ihres Aufenthalts in Malawi auch den christlichen Radiosender L. besucht und dort bei einer Sendung mitgewirkt. Die Idee zur Radiosendung kam von Missionar Paul Kränzler und seinen Radio-Mitarbeitern, berichtete Annegret Brück, die mit Tobias Becker die Freizeit leitete. Radio L. strahlt eine Sendung aus, in der Reisende interviewt werden. Dabei berichten sie, was ihnen an dem Land gefällt, es dort im Gegensatz zu ihrem Heimatland gibt. „Dabei kamen wir als Reisegruppe natürlich genau richtig.“ Da das Studio zu klein für die Gruppe war, führten die Radiomitarbeiter die Interviews in den rund 45 Minuten kurzerhand im Garten unter einem großen Baum. Zum Abschluss sangen die Freizeitteilnehmer noch ein Lied. „Da wir die Gitarre in unserem Kleinbus dabei hatten, war das kein Problem. Das erste Lied stieß auf große Begeisterung und so mussten wir noch eine Zugabe geben“, so Annegret Brück.

Es war für alle Teilnehmer eine neue, aber auch eine sehr schöne Erfahrung. Alle freuten sich, dass sie etwas zum Radioprogramm beitragen konnten und dass das Interesse an der Liebenzeller Reisegruppe so groß war. „Vor allem war es eine hervorragende Abrundung nach der Besichtigung von Radio L. Man konnte sich danach viel besser vorstellen, unter welchen Bedingungen der Sender arbeitet. Das Ganze war für viele ein Höhepunkt der Malawireise.“

Radio L. sendet unter dem Motto „Let there be light“ („Es werde Licht“) seit Ende 2017 als erster Radiosender Malawis überwiegend in der Stammessprache der Yao. Diese sind vorwiegend Muslime und machen etwa zehn Prozent der fast 19 Millionen Malawier aus. Die Yao leben meist in entlegenen Dörfern, viele können nicht lesen und schreiben. Deshalb ist für sie das Radio eine wichtige Informationsquelle. Die Sendungen von Radio L. sind lebensnah gestaltet. Sie geben Tipps für Familie und Erziehung, Gesundheit und Ernährung sowie Glaube und Nachfolge. Und natürlich strahlt der Sender auch Nachrichten und Musik aus.

Die Reise fand vor dem Beginn der Corona-Krise statt. Leider sind derzeit keine Freizeiten möglich. Wir freuen uns schon jetzt auf die Zeit, wenn das wieder möglich ist.

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Das Beste aus durchkreuzten Plänen machen

Bangla-Sprache erlernen

DEUTSCHLAND. Die Corona-Pandemie beeinflusst auch fundamental die Arbeit der Missionare. Viele mussten ihren Dienst vorläufig stark eingrenzen, einige wenige sind aus ihren Ländern nach der Aufforderung durch die Bundesregierung zurückkehrt – oder konnten nicht wie geplant ausreisen, so wie das junge Missionarsehepaar Micha und Katrin Ulmer. Wie gehen sie damit um?

Eigentlich hätten sie nach jahrelanger Vorbereitung im März zum ersten Mal nach Bangladesch fliegen sollen. Daraus wurde nun nichts. „Die Corona-Krise hat zwar einen Einfluss auf unsere derzeitige Situation – aber wir möchten daran festhalten, dass unser Herr uns zur gegebenen Zeit, den Weg weisen wird, den wir gehen sollen.“ Dabei berufen sie sich auf den Bibelvers aus Psalm 32,8, den sie bei der Ordination beim Herbstmissionsfest zugesprochen bekamen: „Ich will dich unterweisen und dir den Weg zeigen, den du gehen sollst. Ich will dich mit meinen Augen leiten“. Das sei ein klarer Zuspruch, dass Gott den Weg zeigen wird. „Dazu wird er die Situation in seiner Perspektive bewerten und dementsprechend leiten. Diese Perspektive möchten wir einnehmen. Nicht unsere Augenwinkel, sondern Gottes Perspektive soll unser Fundament und unser Wegweiser sein.“

Die Ausreise zu verschieben, war und sei nicht leicht. Das Ehepaar hat sich nun bei den Eltern von Katrin im südbadischen Ihringen vorläufig provisorisch eingerichtet – doch die Koffer bleiben gepackt. Die Missionare wollen die Zeit nutzen, um unter anderem kleinere Impulse für digitale Online-Übertragungen zu erarbeiten. „Außerdem haben wir im Selbststudium begonnen, uns an die Bangla-Sprache heranzuwagen. Es ist eine komplett fremde Welt für uns, aber es macht uns Spaß und Freude. Außerdem lesen wir Bücher zur Vorbereitung unseres Dienstes in Bangladesch.“

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„Habt Verständnis für die Ängste der Chinesen und Flüchtlinge!“

Verständnis für die Ängste der Chinesen und Flüchtlinge

Von der Corona-Pandemie sind auch die Flüchtlinge und Chinesen in Deutschland betroffen. Wie sie damit umgehen, das schildern Klaus-Dieter Volz (Teamleiter Interkulturelle Teams) und Martin Kocher (Teamleiter Deutschland und Mittlerer Osten), die unter diesen Menschen arbeiten.

Klaus-Dieter, wie gehen die Chinesen hier in Deutschland mit dem Corona-Virus um?
Die Chinesen sind aufgrund der Vorgeschichte viel ängstlicher und vorsichtiger als wir – aus gutem Grund: Sie kennen aus ihrem eigenen Land, welche Folgen das Corona-Virus dort hat. In Wuhan gibt es sehr, sehr viele christliche Gemeinden und bereits Anfang Dezember war vielen klar, dass etwas nicht in Ordnung ist. Man wusste erst nicht, was das für eine Erkrankung ist. Ab Mitte Januar dann, als sich abzeichnete, dass das auch nach Deutschland kommen wird, bekamen die Chinesen hier Angst und warnten vor dem Virus. Bereits Anfang Februar kamen immer weniger in unsere Gemeinden, weil sie um die Gefährlichkeit des Virus wussten. Viele haben durch die eigene Verwandtschaft viel klarer miterlebt, was für Folgen das Virus hat.

Stimmt es, dass Chinesen in Deutschland bedroht wurden?
Ja, das ist so. So wurden einige in der S-Bahn als „Du Virusschleuder“ beschimpft. Immer wieder werden sie angeherrscht, ja Abstand zu halten. Und immer wieder hören sie: „Steck mich ja nicht an!“

„Ganze Gottesdienste werden per Livestream mit Abendmahl übertragen“

Und wie sieht eure Arbeit zurzeit aus?
Bei uns fällt gar nichts aus, sondern es läuft alles im Internet weiter. Natürlich ist alles viel umständlicher geworden. Die Chinesen sind aber sehr vertraut mit Videokonferenzen und ganze Gottesdienste werden so per Livestream übertragen, indem sich dann Interessenten zuschalten können. Nach dem Gottesdienst gibt es Kleingruppen, bei denen die Zuschauer in Fünfer-Gruppen eingeteilt werden. Abendmahl geschieht so, dass die Zuschauer zuhause vor dem Bildschirm mit ihrem Becher und Brot das Abendmahl einnehmen. Letztlich werden die Chinesen in Deutschland durch die 70 Gemeinden und Bibelkreise sehr gut betreut. Es gibt 25 bis 30 Pastoren mit chinesischem Hintergrund. So wird jeden Morgen eine digitale Andacht bereitgestellt und der Telefonkontakt ist fast rund um die Uhr möglich.

Und wie können wir reagieren?
Die Chinesen gehen konsequent nicht aus dem Haus, da sie besser als wir über das Virus Bescheid wissen. Ihr Misstrauen gegenüber allen Medien ist sehr groß, da ihnen die hohe Dunkelziffer bewusst ist. Aber wir Deutsche sind gefordert, sie nicht auszuschließen. Und wir sollten Chinesen nicht beschimpfen und Verständnis zeigen, wenn sie konsequent mit Mundschutz herumlaufen. Dafür wurden sie oft belächelt und angefeindet. Sie tun das aber aus gutem Grund und das machen nun auch immer mehr Deutsche. Ebenso ist Gebet eine große Hilfe. Wichtig ist auch die Aufklärung: Wir weisen zum Beispiel darauf hin, dass Kinder weniger gefährdet, sondern mehr die Überträger sind. Letztlich sollten wir Verständnis haben, dass die Chinesen mehr Angst haben als wir, weil sie aus einem anderen Kontext kommen.

„Flüchtlinge in dieser Zeit nicht aus den Augen verlieren“

Martin, wie erleben die Flüchtlinge, mit denen du zu tun hast, die momentane Situation?
Auch die Flüchtlinge leben in einer größeren Angst als die meisten Deutschen. Das liegt daran, weil sie ihre Familie und ihr vertrautes heimisches Unterstützerumfeld nicht haben. Dazu kommt, dass sie oft die Informationen der Behörden nicht verstehen, was ja auch vielen Deutschen schwerfällt. Und sie schnappen viele „Fake News“ auf: So glaubten viele, die Supermärkte würden schließen. Ein befreundeter Eritreer in der Nachbarschaft hat fünf Tage das Haus nicht mehr verlassen. Als ich das mitbekam, forderte ich ihn auf, auf den Balkon zu kommen und sich ein wenig mit mir zu unterhalten. Von daher ist es ganz wichtig, dass wir versuchen, immer wieder Nähe zu zeigen, natürlich bei dem gebotenen Sicherheitsabstand.

Und wie ist Lage in den Flüchtlingsunterkünften?
Die Menschen dort sind sehr auf sich alleine gestellt und diese sind ja auch für Besucher geschlossen. Auch die Betreuer halten fast nur noch telefonisch Kontakt.

Wie können Christen helfen?
Es ist in dieser Zeit besonders wichtig, dass wir die Flüchtlinge nicht aus den Augen verlieren und schauen, wie es ihnen geht. Viele Helfer und Christen, die am Anfang dabei waren, haben sich zurückgezogen und es wäre wichtig, wenn sie sich wieder verstärkt engagierten, Nähe und Interesse zeigten und nachfragen würden, wie man helfen kann.

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Jugendliche machen bei JesusHouse einen Start in ein neues Leben

JesusHouse in Köln mit Jana Kontermann

KÖLN. Mehrere Jugendliche, die an der überkonfessionellen JesusHouse-Evangelisationsveranstaltung in Köln mit Missionarin Jana Kontermann teilnahmen, machten einen Anfang mit Gott. Zu den fünf Abenden hatte die Jugendkirche „Geistreich“ eingeladen, die von drei evangelischen Kirchengemeinden getragen wird. 20 Mitarbeiter engagierten sich für die Aktion, zu der jeden Abend rund 30 Jugendliche kamen. Die Veranstaltungen hatten das Motto: „A new way to be a human“. Im Mittelpunkt stand eine Predigt im Dialog-Format: Nach einer kurzen Einführung von Jana Kontermann lasen die Teilnehmer gemeinsam den Bibeltext. Anschließend redeten sie in Kleingruppen über den Text und überlegten sich Fragen, die sie dann in sogenannten „Nachhak- und Ausquetschrunden“ der Liebenzeller Missionarin stellten. Sie leitet den Kinder- und Jugendbereich der Jungen Kirche Berlin-Treptow, eine missionarische Arbeit der Liebenzeller Mission. Im Anschluss konnte Jana Kontermann weitergeben, was ihr wichtig geworden ist. Zum Schluss lud sie die Teilnehmer ein, ein Leben mit Jesus zu wagen. Dabei machte Jana Kontermann deutlich, dass Jesus Christus wahres Glück schenkt, er stärker als die Angst ist und heilt, was zerbrochen ist. Neben einer Predigt und Austausch wurde auch Musik, Theaterstücke, Spiele wie Tischkicker und eine Chill-Ecke angeboten. „Am letzten Abend gingen drei Mädchen gemeinsam zum Holzkreuz in der Mitte des Raumes und haben sich für Jesus entschieden. Was für eine krasse Party wohl im Himmel stattfand!“ Ebenso meldeten sich Besucher für Fortsetzungsveranstaltungen an.

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