Einsatz in einem vergessenen Land

In der mehr als hundertjährigen Geschichte der Liebenzeller Missionsarbeit in Papua-Neuguinea (PNG) sind sie die Missionare, die am längsten vor Ort waren: Bernd und Irmgard Mortsiefer. 33 Jahre lang lebten und arbeiteten sie am anderen Ende der Erde. Von der Weltöffentlichkeit scheint Papua-Neuguinea oft vergessen zu sein. Gott hat die Menschen aber nicht vergessen. Das weiterzugeben, war Bernd und Irmgard Mortsiefer wichtig. Jetzt sind sie nach Deutschland zurückgekehrt. Wir haben Bernd drei kurze Fragen gestellt.

Gibt es eine Begegnung in eurer Zeit PNG, die euch in besonderer Erinnerung geblieben ist?
Da gibt es natürlich viele. Aber die erste Begegnung mit Matthew Top ist mir besonders in Erinnerung. Mit wenig Ausbildung, nur einem T-Shirt und einer Hose kam er an der Bibelschule auf der Insel Manus an. Als Buschmann aus dem Sepia-Gebiet war er nicht angesehen. Aber er fühlte sich von Gott berufen. Und Gott hat diese Berufung bestätigt. Matthew lernte viel, war sehr engagiert und hielt das Studium durch. Heute leitet er die Bibelschule in Manus. Und dann denke ich an die vielen Begegnungen mit Flüchtlingen in den letzten Monaten. Sie machten sich überwiegend aus dem Mittleren Osten auf den Weg nach Australien, wurden abgefangen und in Lager auf Manus gebracht. Ich wurde gebeten, diesen Menschen kulturelle Orientierung zu bieten. Gott schenkte es, dass viele der Flüchtlinge Interesse am christlichen Glauben hatten. Einige ließen sich taufen. Über Internet und Handy bin ich immer noch mit manchen verbunden. Weiterlesen

80 Menschen aus sieben Ländern

BAD LIEBENZELL. Der Gottesdienst begann mit einem gemeinsamen Zusammensein bei Kaffee und Kuchen. Was für Deutsche vielleicht ungewohnt scheint, ist für viele Menschen aus anderen Ländern eine Selbstverständlichkeit. Gastfreundschaft ist ein zentraler Wert in vielen Kulturen, besonders in orientalischen Ländern. Rund 80 Menschen aus sieben Ländern kamen zum internationalen Gottesdienst am vergangenen Sonntag ins Missions- und Schulungszentrum der Liebenzeller Mission.

Der Nachmittag stand unter dem Motto „Gemeinsam feiern, reden, spielen, singen und auf Gottes Wort hören“. Gesungen wurde in Deutsch, Englisch, Arabisch und Farsi. Auf Textgenauigkeit kam es dabei nicht an. Es war der Wunsch der Veranstalter, dass Menschen in der Sprache ihrer Herzen teilhaben könnten. Deshalb wurden anschließend auch verschiedene Sprachgruppen gebildet. Im „Entdeckerbibelstudium“ lasen die Gottesdienstbesucher gemeinsam die biblische Geschichte vom syrischen Militärführer Namen aus dem zweiten Buch Könige. Namen litt an einer unheilbaren Krankheit. Doch durch ein Sklavenmädchen wurde er auf einen Propheten aufmerksam gemacht, der ihn dann heilen konnte. Weiterlesen

Björn und Miriam Dehner: Viel von Gott erwarten

Seit 2012 leben Miriam und Björn Dehner in Frankreich. In den letzten beiden Jahren arbeiteten sie in Cherbourg, im Nordwesten der Normandie. Sie setzen sich besonders für Jugendliche ein. Sie zu prägen, ist ihre Leidenschaft. In den nächsten Wochen sind Björn und Miriam in Deutschland und berichten über ihre Arbeit. Danach werden sie in Frankreich eine neue Gemeindegründung beginnen. Wir haben den beiden drei kurze Fragen gestellt.

In Frankreich gilt das Prinzip der Laizität: Religion und Staat sind strikt getrennt. Was bedeutet das für die Missionsarbeit?
Eigentlich ist die Laizität etwas Positives. Denn sie gewährleistet, dass jeder seinen Glauben frei leben kann. Der Staat mischt sich nicht in Religion ein. Allerdings hat dieses Modell dazu geführt, dass Religion weniger präsent ist. Glaube ist in Frankreich sehr privat. Man redet eher darüber, was man verdient, als darüber, woran man glaubt. Die Gefahr ist einfach, dass die Laizität zur Ideologie und damit zu einer areligiösen Haltung wird. Christen fühlen sich als Minderheit. Als Gemeinde hat man den Eindruck, eingeschränkt zu sein, wie man auftritt. Und das, obwohl es viele Rechte gibt, seine Religion auszuüben. Die Evangelische Allianz Frankreichs hat deshalb ein gutes Heft herausgegeben, das aufzeigt, welche Rechte jeder Gläubige im öffentlichen Raum hat, z. B. an der Schule und an der Uni. Weiterlesen

Die den Frieden haben

MITTLERER OSTEN. Von einer unserer Mitarbeiterinnen in der arabischen Welt: „Als ich mich vor ein paar Wochen mit ein paar Mädels in der Stadt traf, wurde ich gefragt, ob ich Christ sei. Meine Gegenfrage war daraufhin, was denn für sie einen Christen ausmacht? Wie aus der Pistole geschossen antwortete eine der Mädchen: ‚Christen, das sind die Menschen, die Frieden haben.’ Diese Antwort, die ich nie von einem muslimischen Mädchen erwartet hätte, brachte mich zugleich auch ins Nachdenken und machte mir erneut bewusst, was für ein Privileg es ist, Frieden mit Gott und im eigenen Leben zu haben.“

(Foto: Shutterstock/Jorge) Weiterlesen

Interview Hengerer

Albrecht und Annegret Hengerer: Von Frankreich nach Burundi.

Manchmal kommt es anders als man denkt. Die französische Sprache mochte Albrecht Hengerer nicht und war froh, nach dem Abitur nie mehr Französisch sprechen zu müssen. Zusammen mit seiner Frau Annegret war er dann aber 27 Jahre lang als Missionar in der Normandie in Frankreich im Einsatz. Dort haben die beiden evangelische Gemeinden gegründet und Menschen zu einem Leben mit Jesus Christus eingeladen. Viele Jahre lang waren sie Teamleiter der Liebenzeller Missionare in Frankreich. Vor ihrer ersten Ausreise als Missionare hatten sich Annegret und Albrecht eigentlich gesagt: „Wir werden niemals nach Afrika gehen.“ Anfang Juli reisen sie nach Burundi! Das afrikanische Land wird ihr nächster Einsatzort sein. Grund für uns, ihnen drei kurze Fragen zu stellen. Weiterlesen

Erfrischte Ehen

MALAWI. In Malawi ist die Gesellschaft stark von Scham geprägt. Über Ehen ganz offen zu sprechen, ist zum Beispiel für die Menschen dort ungewohnt. Hier wollen die Liebenzeller Missionare Tobias und Sarah Müller helfen. Sie planen ein jährliches Eheseminar. Mit dabei ist Pastor Kasengwa. Er spricht über das Thema Ehe ganz offen. Viele Ehen haben schon von seinen Einheiten profitiert. „Wir beten auch in diesem Jahr, dass Gott in Ehen wirkt und dass er uns die Teilnehmer schickt, die offen sind, über ihre Ehen nachzudenken und an ihrer Zweisamkeit arbeiten wollen“, berichten Tobias und Sarah Müller.

Die LM ist schon seit 25 Jahren in Malawi aktiv. Familie Müller setzt sich im Dorfentwicklungsprojekt „Ubwenzi“ ein. Dort gibt es u.a. Ernährungsprogramme, einen Kindergarten und eine Schule. Weiterlesen

Michael und Bärbel Pflaum: Authentischer Glaube in Afrika

Michael und Bärbel Pflaum arbeiten seit 1986 in Sambia. Sie waren wesentlich an der Gründung der Amano-Schule beteiligt. Dort bekommen mehr als 130 Kinder eine qualifizierte Schulbildung und die Möglichkeit, Jesus Christus kennenzulernen. Zurzeit sind Michael und Bärbel Pflaum in Deutschland und berichten über ihre Arbeit in Sambia. Wir haben Michael drei kurze Fragen gestellt.

Was ist die größte Herausforderung für die Missionsarbeit in Sambia?
Für meine Arbeit an der Amano-Schule ist das sicherlich das internationale Team. Wir haben 35 Mitarbeiter aus 16 Ländern und fünf verschiedenen Denominationen. Das ist auf der einen Seite bereichernd. Auf der anderen Seite ist meine Erfahrung: Das Zusammenarbeiten mit verschiedenen Kulturen aus der westlichen Welt ist oft herausfordernder als mit Afrikanern. Es gibt einfach sehr unterschiedliche Erwartungen, je nachdem, aus welchem westlichen Kontext man kommt. Und dann ist natürlich die animistische Weltanschauung, also der Geisterglaube, eine extreme Herausforderung in Afrika. Das geht so tief ins Leben hinein, dass es den Alltag vieler Menschen bestimmt. Weiterlesen

Hoffnungsträger und Friedensstifter

BURUNDI. Burundi leidet trotz Friedensschluss mit der letzten Rebellengruppe immer noch stark an den Folgen des Bürgerkriegs. Unter den einzelnen Volksstämmen herrschen Misstrauen und Vorbehalte. Deshalb braucht das Land dringend Menschen, die Christen theologisch ausbilden, damit sie Hoffnungsträger und Friedensstifter sein können. Die Liebenzeller Mission unterstützt die Bibelschule in Muramvya. Neben der Theorie sollen auf der Bibelschule auch praktische Kurse belegt werden können. Konzipiert ist die Bibelschule für Laienmitarbeiter aus dem ländlichen Bereich, da gerade die Gemeinden dort wachsen und der Bedarf an qualifizierten Mitarbeitern groß ist. Die LM arbeitet seit 1992 in Burundi.

Neue Hoffnung auf Bildung

MITTLERER OSTEN. Das „United Nations Development Program“ (UNDP) berichtete darüber, dass mangelhafte Bildung einer der drei Hauptgründe ist, warum die arabische Welt sich kaum weiterentwickelt. Eines von fünf arabisch sprechenden Kindern ist gefährdet, keine Bildung zu erhalten. Die Kriege und Unruhen in der Region erschweren häufig einer ganzen Generation von Kindern die Schulbildung. Das hat jahrzehntelange negative Auswirkungen. Flüchtlingskinder können einfach nicht in eine „geregelte Schule“ gehen. Außerdem ist auch Armut ein Grund dafür, dass die Kinder nicht zur Schule gehen können. Wenn sie sich dann aber doch eine Schulbildung leisten können, sind die Lehrer meist schlecht ausgebildet. Um dem entgegenzuwirken, wird SAT-7 ab diesen Sommer „SAT-7 ACADEMY“ ausstrahlen. Das Ziel dieses Senders soll es sein, für ein lebenslanges Lernen zu begeistern und das, was in der Schule gelehrt wird, zu vervollständigen und zu unterstützen.

Die Forschung in 15 der sogenannten „MENA“ Ländern (Middle East and North Africa Region) zeigt, dass das Fernsehen die am meisten genutzte und vertrauenswürdige Quelle ist. Mehr als 88 Prozent haben Zugang zu einem Fernsehgerät, obwohl viele von ihnen in Flüchtlingscamps wohnen. Dr. Terence Ascott, Geschäftsführer von SAT-7 sprach über den möglichen Einfluss des Fernsehsenders: „Wir sprechen über ein Publikum in Millionenhöhe. Aber wenn wir auch nur die Leben von ein paar Tausend Kindern beeinflussen können, war es das schon wert. Ein Zuschauer kann zu einem wahren Instrument der Gesellschaftsveränderung heranwachsen.“ Eine richtige Bildung beinhaltet für ihn auch die Entwicklung positiver Werte und Haltungen. Weiterlesen

Neue Chance auf Glück

JAPAN. Zu Beginn eines neuen Jahres versuchen die Japaner Verschiedenes, um sich ihr Glück für die kommenden Monate zu sichern. Die Japaner stehen Schlange an den Schreinen, um sich ein gutes neues Jahr zu erbeten. Sie wollen die neue Chance auf Glück im Leben, in der Liebe und in der Karriere ergreifen. Dazu werden Neujahrskarten mit integrierten Lottoscheinen, Gebetstäfelchen und allen möglichen Glücksbringern gekauft und aufgehängt. Der Neujahrsschmuck wird in der ganzen Wohnung verteilt.

Ein japanisches Ehepaar betet zu Kami-Sama, zu dem Gott, der Himmel und Erde schuf, um auch von ihm Glück zu erhalten. Michaela Ziegler, die im Schülerheim der Liebenzeller Mission in Yokohama arbeitet, war bei diesem Ehepaar zu Besuch und schreibt: „Ich möchte sie bald zum Gottesdienst einladen, damit sie erfahren können, dass dieser Gott nicht im Himmel geblieben ist, sondern dass er zu uns gekommen ist.“ Weiterlesen