Christliche Hochschule bildet in 50 Jahren fast 8.000 Studenten aus

BANGLADESCH. Fast 8.000 Studenten wurden für ihre Arbeit als Pastoren und kirchliche Mitarbeitern am „College of Christian Theology“ (CCTB) aus- und weitergebildet, das im vergangenen Jahr das 50-jährige Jubiläum feierte. Die christliche Hochschule ist bewusst interkonfessionell ausgerichtet und wird von rund 25 Kirchen, Missionen oder Entwicklungshilfe-Organisationen als Mitglieder getragen.

„Viele der Absolventen arbeiten im höheren kirchlichen Dienst und in der Leitung von christlichen Hilfsorganisationen“, berichtete Wolfgang Stauß. Laut dem Liebenzeller Missionar besteht eine besondere Stärke von CCTB in der Kombination von inner- und außerschulischer Ausbildung. „Wir möchte Christen dabei helfen, in biblischen Werten ihre Identität zu finden, um dann als Zeugen und Multiplikatoren in ihrem Umfeld ein Stück Himmel auf Erden zu schaffen“.

Zurzeit belegen über 1.400 Frauen und Männer jährlich Kurse der außerschulischen theologischen Ausbildung. Dieses Programm ist unter dem Kürzel „TEE“ (theological educaction by extension) weltweit bekannt. Ein TEE-Kurs dauert regulär zehn Wochen. Dabei arbeiten die Studenten wöchentlich eines von zehn Kapiteln zu Hause durch und treffen sich dann zur regelmäßigen TEE-Gruppe, um den erarbeiteten Stoff unter Anleitung eines Tutors zu besprechen. Eine TEE-Stunde enthält eine kurze Prüfung des Erlernten und bietet dann ausgiebig Zeit, das Gelernten zu vertiefen und darüber zu diskutieren, wie das in der Gemeinde angewendet werden kann. Eine weitere Stärke dieser Art von Ausbildung ist, dass sie im gewohnten Umfeld mit allen Herausforderungen des Alltags geschieht, so Wolfgang Stauß. Das Programm wurde entwickelt, um auch Menschen in finanziell schwachen Regionen einen Zugang zur theologischer Ausbildung zu ermöglichen.

Neun Studenten streben zurzeit den Bachelor-Abschluss in Theologie an, sieben den Master. Darüber hinaus bietet die christliche Hochschule ein bislang noch nicht akkreditiertes „Master of Divinity“-Programm an. Dieses findet zweiwöchentlich am Wochenende statt und wird von rund 20 Studenten besucht. Sie alle werden von sieben einheimischen und vier ausländischen Hochschullehrern unterrichtet, dazu kommen noch einige Gastdozenten.

Die Liebenzeller Mission ist seit 1974 in Bangladesch aktiv. Zusammen mit ihren einheimischen Partnern will sie den Einwohnern Hoffnung vermitteln. So sind unter anderem Kliniken und Waisenhäuser entstanden. Als eine ihrer Hauptaufgaben unterstützen die Missionare die christlichen Gemeinden. Sie schulen, ermutigen und motivieren Gemeindeglieder, damit sie ein Leben als bewusste Christen in einer Minderheitensituation führen können. Wolfgang Stauß ist mit seiner Familie seit 1996 in Bangladesch und heute vor allem als Dozent am CCTB tätig. Er schreibt zurzeit parallel seine Doktorarbeit.

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