„Hört, was diese Frau für mich getan hat!“

SÜDOSTASIEN. Geduldig sitzt eine Schwangere nachmittags im Wartezimmer. Sie freut sich riesig auf das erste Ultraschallbild ihres ungeborenen Kindes. Sie wartet – stundenlang. Inzwischen ist es Abend geworden und ihr Mann kommt hinzu. Gegen 22 Uhr wird sie als letzte Patientin in den Untersuchungsraum gerufen. So erging es kürzlich einem Liebenzeller Missionarsehepaar in Südostasien. Dass ihnen dieser Arztbesuch nicht nur wegen des Ultraschallbildes nicht mehr aus dem Kopf gehen würde, ahnten sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Im Untersuchungsraum fällt den beiden die Ärztin auf, die einen gedrückten und müden Eindruck macht. Freundlich grüßen sie sie, doch die Ärztin starrt wortlos in ihren Computer und beginnt wenig später mit dem Ultraschall. Unsere Missionarin packt ihren Mut zusammen und fragt nach dem Befinden der Frau. „Nicht gerade gut, oder?“, fügt sie hinzu, damit sie die Frage nicht als kulturelle Höflichkeitsformel versteht. Skeptisch fragt diese: „Was sind Sie?“ „Physiotherapeutin“, antwortet die Missionarin. Langsam öffnet sich die Ärztin gegenüber dem Paar und schildert ihre Beschwerden. Während das Ungeborene zum ersten Mal auf dem Ultraschall erscheint, beginnt die Missionarin von der Liege aus den Nacken der Frau abzutasten und bietet ihr an, sie im Anschluss zu behandeln. Gesagt, getan – sie tauschen die Rollen. Nach der Behandlung verspürt die Missionarin plötzlich einen starken inneren Drang, für die Ärztin zu beten. „Ach was, man braucht nicht für jeden zu beten“, denkt sie sich dann jedoch. Die innere Stimme wird lauter und sie merkt, dass diese Gedanken nicht von ihr, sondern von Gott kommen. Also sagt sie: „Ich konnte Ihnen nur wenig behilflich sein, aber der, der uns Menschen gemacht hat, ist der beste Arzt. Darf ich im Namen Jesu für Sie beten?“ Überraschenderweise stimmt die Ärztin zu und so kniet sich unsere Mitarbeiterin vor sie nieder und beginnt, Gott um Gesundheit zu bitten. Als sie ihre Augen öffnet, nimmt die Ärztin sie in die Arme und ruft: „Danke!“ Dann geht sie aus der Tür und sagt zu dem Personal auf dem Gang: „Hört, was diese Frau für mich getan hat!“ Eine andere Ärztin ist beeindruckt und sagt, dass in diesem Land nur wenige bekennende Christen leben. Spät abends fährt das Ehepaar voller Freude nach Hause: „Wir können uns nun besser vorstellen, wie es damals war, als die Menschen, die von Jesus berührt wurden, völlig aus dem Häuschen waren.“

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