Schülerheim in Japan vor Neuorientierung

JAPAN. Das Schülerheim in Nakamachidai bei Tokio befindet sich in einer Umbruchphase. Das berichtet Missionar Thomas Beck. Ab Sommer wird die Arbeit vorübergehend pausieren, da zurzeit keine Missionarskinder mehr dort wohnen. Nun prüfen die Verantwortlichen, wie die Arbeit weitergehen soll.
Das jetzige Schülerheim wurde 2010 neu gebaut. Das Gelände liegt gegenüber eines Spielplatzes und in der Nähe eines Parks. Das erste Schülerheim wurde bereits 1964 in Kugahara errichtet, 1974 siedelte man nach Nakanoshima/Kawasaki bzw. 2010 nach Nakamachidai über. Ins Leben gerufen wurde das Schülerheim von der Liebenzeller Mission; getragen wurde es zusammen mit der Allianz Mission und der Marburger Mission, die ebenfalls ihre Kinder dorthin sandte. Zwischenzeitlich besuchten bis zu 20 Schülerinnen und Schüler im Alter von 6 bis 18 Jahren die Einrichtung.

Schülerheim bereitete Missionarskinder auf die Rückkehr nach Deutschland vor

Das Schülerheim wurde bewusst christlich geführt. Es bot fast 200 Kindern – davon rund 160 aus Missionarsfamilien – eine Heimat, die die 1905 gegründete Deutsche Schule in Tokio besuchten und aufgrund der Entfernung nicht zuhause wohnen konnten. Die Mitarbeiter des Schülerheims versuchten, den Kindern im kulturellen Umfeld Ostasiens gerecht zu werden und ihnen auch in Japan die europäische und deutsche Lebensart nahe zu bringen. Damit sollten sie sich bei einer Rückkehr ihrer Eltern nach Deutschland und später als Erwachsene besser zurechtfinden können. „Die Kinder sollten zur Selbstständigkeit im praktischen, sozialen, schulischen und geistlichen Bereich erzogen werden. Das sollte in einer familiären Atmosphäre geschehen, in der sich die Kinder positiv entwickeln konnten“, sagte Thomas Beck. Er ist zusammen mit seiner Frau Irene seit 1992 in Japan tätig. Sie fungierten in den letzten zwei Jahren übergangsweise als Hauseltern, neben ihren sonstigen Aufgaben in der Gemeinde in Tokaichiba und der Geschäftsführung der Liebenzeller Mission Japan. Viele Jahre boten die Mitarbeiter der Liebenzeller Mission in dem Schülerheim unter anderem auch einen Teenkreis, eine Jungschar und Kinderstunden an. Diese wurden sehr gerne von anderen deutschen Schülern besucht, deren Eltern als Diplomaten oder in deutschen Unternehmen arbeiteten. Allerdings musste man dieses Angebot einstellen, da es keine Mitarbeiter mehr im Schülerheim gab.

Die Liebenzeller Mission ist seit fast 100 Jahren mit ihren Mitarbeitern im Ballungszentrum in und um Tokio tätig, um die frohe Botschaft von Jesus Christen zu den über 30 Millionen Menschen im Großraum Tokio zu bringen. In den vergangenen 60 Jahren sind rund 50 solcher Gemeinden entstanden.

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