Frühstück to go

Frühstück to go im Reitbahnviertel

Kinder und ältere Menschen sind von der Corona-Pandemie besonders betroffen, vor allem, wenn sie unter schwierigen sozialen Bedingungen aufwachsen wie im Reitbahnviertel in Neubrandenburg. Bei einer Arbeitslosenquote von über zwanzig Prozent müssen viele Familien mit wenig Geld auskommen.

Aber nicht nur finanzielle Not macht den Menschen hier zu schaffen. In dem sozial-missionarischen Projekt „Oase“ der Liebenzeller Mission bringen die Mitarbeitenden auf kreative Weise Gottes Liebe zu den rund 4.500 Bewohnerinnen und Bewohnern. So boten sie während der Corona-Pandemie ein „Frühstück to go“ an. Rund 25 Vesper zum Mitnehmen haben täglich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gerichtet und zwischen 9 und 10:30 Uhr ausgegeben. Für einen kleinen Unkostenbeitrag von zwei Euro gab es am Küchenfenster der Oase einen Kaffee, ein bis zwei Brötchen (wobei man noch welche kostenlos nachholen konnte), eine Banane, ein Ei, Tomaten und/oder Radieschen. Alles wurde in Papiertüten eingepackt. In jede Tüte haben die Mitarbeitenden einen kleinen Input bzw. Hinweis über Jesus aufgenommen. Wer sein Frühstück geholt hatte, konnte sich – mit Abstand – zunächst auf den Vorplatz setzen. Mittlerweile können die Besucherinnen und Besucher auf dem Innenhof draußen auf den Sofas sitzen. Selbstverständlich beachtete man dabei die geltenden Hygiene-Regeln.

Das Angebot nahmen viele Mütter und Senioren dankbar an, berichtet Anna Kölbel: „Die Rückmeldungen waren sehr positiv. Es war das Erste, was wieder unkompliziert Gemeinschaft ermöglicht hat.“ So gab es guten Austausch bei den Gesprächen. Die Liebenzeller Missionarin ermutigt, auch andernorts solche Aktionen anzubieten: Am besten eignet sich ein Begegnungsort wie ein Vorplatz, vorzugsweise mit Sitzmöglichkeit.

Damit Menschen Hoffnung in Jesus finden

Familie Dehner in Frankreich

Björn und Miriam Dehner leben seit 2012 in Frankreich und haben drei Kinder. Seit August 2018 gehören sie zu einem Gemeindegründungsteam in der südfranzösischen Stadt Montpellier. Davor arbeiteten sie in Nantes und Cherbourg im Westen Frankreichs, vor allem in der Jugendarbeit und Gemeindegründung. Derzeit sind sie in Deutschland. Wir haben Björn einige Fragen gestellt.

Welche drei Eigenschaften sind dir für eine Gemeinde wichtig?
Relevanz für die Menschen, die nicht an Jesus glauben. Liebe, denn die Liebe von Jesus für alle Menschen soll in der Gemeinde sichtbar werden. Und ein dritter Wert, der mir persönlich wichtig ist, ist Exzellenz. Wir haben einen wunderbaren Gott und ich wünsche mir, dass sich das in unserer Art Gemeinde zu gestalten widerspiegelt.

Wenn du an Montpellier denkst, dann …
… denke ich an Zuhause, an Kreativität und an dynamisches Leben. Wir fühlen uns in Montpellier sehr wohl. Gleichzeitig haben wir auch schon die Schattenseiten einer großen Stadt kennengelernt, z. B. Armut und Abhängigkeiten.

Vor Kurzem habt ihr einen Online-Glaubenskurs begonnen. Wie war der Start?
Der Start war echt gut. Das ist schon spannend. Eigentlich lebt so ein Alphakurs ja von der Begegnung und persönlichen Treffen. Trotz der Distanz durch das Online-Format sind einige dabeigeblieben, die auch echt motiviert sind. Wir sind froh, dass wir so dann trotz Ausgangssperre den Glaubenskurs machen konnten. Aber wir freuen uns natürlich darauf, wenn wir hoffentlich bald in den Präsenzmodus gehen können.

Was wünscht du dir für eure Gemeindegründung in den nächsten Monaten?
Dass vieles, von dem, was wir begonnen, erhalten bleibt und wir neue Dynamiken integrieren können. Denn ein richtiges „Gemeindeprogramm“ hatten wir coronabedingt bisher noch nicht. Ich würde mir schon wünschen, dass viele von den Menschen, die jetzt online dabei waren, dann auch in die Gemeinde kommen. Letztendlich ist es mir aber egal, in welche Gemeinde die Menschen gehen. Ich wünsche mir nur, dass sie echte Hoffnung in Jesus finden.

Gibt es ein Erlebnis in den letzten Wochen, das dich besonders bewegt hat?
Eine Freundin von uns, die auch beim Online-Glaubenskurs dabei ist, trifft sich zum Bibellesen mit Miri. Zu ihrem Vater hatte sie seit längerer Zeit keinen Kontakt mehr, weil sie sich verstritten hatten. Nun haben sie sich das erste Mal seit zehn Jahren versöhnt, weil sie jetzt Halt in ihrem gefundenen Glauben hat und Gott zu ihr redet. Glaube bewegt und verändert. Das zu erleben, begeistert mich.

Du willst die Missionsarbeit von Björn und Miriam Dehner mit einer Spende unterstützen? Dann kannst du das über diesen Link tun.

Beziehungen steigern das Lebensgefühl

Familie Eckstein

Michael und Tina Eckstein leben seit gut 13 Jahren mit ihren Kindern in Frankreich. Sie haben die Menschen in ihr Herz geschlossen und lieben es, ihnen von Jesus weiterzusagen. In Saint-Lô bauen sie eine Gemeinde auf. Michael ist außerdem Teamleiter der Liebenzeller Missionare in Frankreich. In den nächsten Wochen sind sie in Deutschland unterwegs, um von ihrer Arbeit zu berichten. Wir haben Michael einige Fragen gestellt.

Was bedeutet für dich Heimat?
Für mich persönlich ist das der Ort, wo meine Familie ist und wo ich mich am richtigen Platz hingestellt sehe. Beziehungen spielen dabei eine wichtige Rolle, denn sie steigern das Lebensgefühl. Man ist dann zu Hause, wenn man weiß, wo man hingehen kann. Neulich musste ich in einem Computerladen etwas besorgen. Meine Tochter war dabei und sagte im Anschluss: „Papa, wenn man euch so reden hört, könnte man meinen, ihr seid Kumpels!“ Die Leute zu kennen, ist echt wertvoll. Für unsere Kinder ist schon eher Frankreich ihre Heimat. Mein Eindruck ist: Wenn die Eltern das Leben zwischen den Kulturen bejahen und auch beide Kulturen pflegen, finden die Kinder ein Zuhause. Dann ist ihnen keine Kultur komplett fremd.

Bitte vervollständigt den Satz: Für unsere Gemeinde ist uns wichtig …
… dass sich die Menschen mit ihr identifizieren und bereit sind, sich einzubringen, zu lernen und füreinander da zu sein. Gemeinde macht aus, dass Menschen einen Blick und ein Herz für die Aufgaben der Gemeinde haben. Gott gebraucht die Gemeinde für seine weltweite Mission, sie soll Licht in der Welt sein und auf ihn hinweisen.

Wie stellt ihr euch eure Gemeinde in fünf Jahren vor?
Gerade durchlaufen wir einen Gemeindeberatungsprozess. Das ist sehr spannend und herausfordernd. Es ist geplant, dass wir als Missionare weiterziehen, um an einem anderen Ort eine Gemeinde zu gründen und zu bauen. Für unsere jetzige Gemeinde wird das schon eine Herausforderung.
Mein Wunsch für die Gemeinde in fünf Jahren ist, dass die Menschen in der Gemeinde im Glauben wachsen und auch in der Mitarbeit. Aus Identifikation soll Engagement werden – mit einem Verantwortlichen-Kreis, der nach vorne blickt und eine Vision für die Gemeinde hat. Dass die Gemeinde zahlenmäßig wächst, ist natürlich auch ein Wunsch. Ich würde es so bezeichnen: gesundes Wachstum – geistlich und zahlenmäßig.

Ihr lebt und arbeitet als Deutsche in Frankreich. Fühlt ihr euch immer willkommen oder gibt es manchmal auch Vorbehalte der Menschen vor Ort?
Wir haben das Vorrecht, zu einem Zeitpunkt nach Frankreich gekommen zu sein, an dem das kaum mehr ein Thema ist. Die Kinder von früheren Missionaren mussten sich z. B. in der Schule immer wieder kritische Rückmeldungen zu ihrer Herkunft anhören. Wir persönlich haben das nicht erlebt. Ohnehin ist die deutsch-französische Freundschaft in den letzten Jahren stark gewachsen.

Gibt es ein Erlebnis in den letzten Wochen, das euch besonders bewegt hat?
Was mich sehr freut: Wir haben Menschen in der Gemeinde, die sehr herausfordernde Zeiten erleben, aber immer treu beten. Vielen ist das Gebet in den letzten Monaten neu wichtig geworden. Besonders denke ich an ein älteres Ehepaar, bei dem sich vieles um sich selbst gedreht hat. Heute geht ihr Blick über sich selbst hinaus und sie sprechen von „unserer Gemeinde“. Es hat sich nicht nur ihr Vokabular, sondern auch ihre Einstellung geändert.

Du willst die Missionsarbeit von Michael und Tina Eckstein mit einer Spende unterstützen? Dann kannst du das über diesen Link tun.

Jüngerschaftsprogramm für Jugendliche in Sambia

Sambia Mushili - Kleinbauern lernen, wie sie durch biblische Prinzipien den Ertrag auf den Feldern steigern können.

Die Liebenzeller Mission will jungen Menschen in Sambia den christlichen Glauben, praktische Fähigkeiten für den Ackerbau und leichte handwerkliche Tätigkeiten vermitteln. Ebenso sollen sie für die christliche Kinder- und Jugendarbeit ausgebildet werden. Dabei werden sie von Missionaren und einheimischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern begleitet. Das ist das Ziel eines Jüngerschaftsprogrammes im 2003 gegründeten Projekt „Mushili – Hilfe zum Leben“. Dazu sucht die Liebenzeller Mission finanzielle Unterstützerinnen und Unterstützer. Besonders gesucht werden Paten für die Jugendlichen. Alle Informationen dazu finden sich unter www.liebenzell.org/projektpatenschaft

In der Stadtrandsiedlung von Ndola, mitten im „Kupfergürtel“ Sambias, leben rund 80.000 Menschen in sehr einfachen Verhältnissen. Ein Schwerpunkt bildet die Ausbildung im alternativen Feldbau – dem „Foundations for Farming“. Die Kleinbauern lernen auf Musterfeldern, wie sie zum Beispiel durch Kompost und Biokohle sowie durch Mulchen mehr ernten. Die Mitarbeiter zeigen auch auf, wie Mini-Baumschulen angelegt werden. So können sie ihre Familien besser ernähren. Gleichzeitig vermitteln die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Liebenzeller Mission biblische Prinzipien und übertragen diese in den Alltag – zum Beispiel den Wert der Treue. Wer treu den Acker anbaut und pflegt, erzielt auch eine größere Ernte. So konnten viele Kleinbauern, die sich an dem landwirtschaftlichen Projekt beteiligen, ihre Erträge um 50 Prozent steigern. Treue ist auch ein Schlüssel für eine glückliche Ehe und vertrauensvolle Beziehungen. „Foundations for Farming “ hilft Menschen zu einer ertragreichen Landwirtschaft und zu einer ausgewogenen Ernährung – und zu einem gelingenden Leben auch im afrikanischen Sambia.

In dem neuen Programm erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer biblischen Unterricht und geistliche Impulse. Außerdem vermitteln die Missionare sowie einheimischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter praktische Fähigkeiten, damit die Absolventen später davon leben und ihr Wissen an andere weitergeben können. Dabei werden die Jugendlichen von Fachleuten begleitet und lernen, Verantwortung zum Beispiel für die Tiere zu übernehmen. Die Teilnehmenden des Jüngerschaftsprogrammes werden auch im Kinder- und Jugendbereich eingesetzt und geschult. So lernen sie unter anderem, wie sie Andachten für Kinder halten können. „In diesen Bereich wollen wir die jungen Leute stärker einbinden, sodass das Training ganzheitlicher wird und nicht nur auf Landwirtschaft bezogen ist. Einsätze in andere Landesteile sind auch geplant, um ihren Horizont zu erweitern“, sagte der Leiter des Jüngerschaftsprogrammes, Benjamin Wagner.

Für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an dem Programm wurde extra ein Haus auf dem Gelände des Mushili-Projektes gebaut. Dort können sie mit den Mitarbeitenden zusammenleben und geprägt werden. Längerfristig können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine weiterführende Jüngerschaftsschule besuchen. Es gibt bereits vier Auszubildende, zwei haben ihren Schwerpunkt in der Landwirtschaft, die anderen zwei im handwerklichen Bereich.

Neue Missionare

Neue Missionare der Liebenzeller Mission

Wir sind froh und dankbar für 17 neue Missionarinnen und Missionare, die sich in die Missionsarbeit weltweit senden lassen – nach Papua-Neuguinea, Kanada, Burundi, Spanien, Deutschland, Japan, Frankreich und Sambia. Zur Begegnung und zum Kennenlernen gab es ein Treffen in Dobel. Jetzt gehen unsere Neuen ermutigt den nächsten Schritt im Vorbereitungsprogramm. Wir wünschen ihnen, dass sie gesegnet sind und selbst ein Segen für viele Menschen werden.

Du überlegst, selbst Missionarin oder Missionar zu werden? Dann findest du hier weitere Infos: https://www.liebenzell.org/mitmachen/mitarbeiten/missionar-werden/