Gebetskongress für Jugendliche im Nordschwarzwald

BAD LIEBENZELL. Rund 800 Jugend­li­che wer­den vom 27. Febru­ar bis 1. März zum „Youth Pray­er Con­gress“ (YouPC) in Bad Lie­ben­zell erwar­tet. Der Jugend­ge­bets­kon­gress fin­det bereits zum 26. Mal statt. Das Mot­to lau­tet in die­sem Jahr „Hid­den Fights – Ent­de­cke die Kraft des Gebets“.

Wäh­rend des Wochen­en­des spielt Gebet in viel­fäl­ti­gen For­men eine zen­tra­le Rol­le: in Got­tes­diens­ten, bei Gebets­früh­stü­cken, in Klein­grup­pen, bei Gebets­ein­sät­zen sowie an krea­tiv gestal­te­ten Gebets­sta­tio­nen. Dort kön­nen die Teil­neh­men­den etwa für benach­tei­lig­te Men­schen, ihre Schu­len oder poli­ti­sche Ver­ant­wor­tungs­trä­ger beten und per­sön­li­che Begeg­nun­gen mit Gott suchen.

Zum YouPC rei­sen Jugend­li­che ab 14 Jah­ren sowie jun­ge Erwach­se­ne aus dem gesam­ten deutsch­spra­chi­gen Raum an. Für Teil­neh­men­de, die das gesam­te Wochen­en­de vor Ort ver­brin­gen möch­ten, ste­hen Gemein­schafts­un­ter­künf­te zur Verfügung.

Kurz­fris­ti­ge Anmel­dun­gen sind noch über die Inter­net­sei­te www.liebenzell.org/youpc mög­lich. Dort gibt es auch wei­te­re Informationen.

Zukünftige Leiter prägen

PAPUA-NEUGUINEA. Rahab ist hoch moti­viert. Im Lau­fe des letz­ten Jah­res hat die jun­ge Frau oft bei uns in Wewak an Lei­ter­schafts­kur­sen von „Shape Life“ teil­ge­nom­men. Sie hat die Trai­nings­in­hal­te regel­recht auf­ge­so­gen und meist sofort umge­setzt. Wir beglei­te­ten sie auf dem Weg zu einer treu­en Lei­te­rin mit star­ker Ausstrahlung.

In ihrer Kir­che ist Rahab Jugend­lei­te­rin. An Ostern tra­fen sich die 30 Teil­neh­mer ihrer Jugend­grup­pe zu einem gemein­sa­men Abend. Die Sehn­sucht, mehr von Jesus zu hören, war groß. So ent­schlos­sen sie spon­tan – mit­hil­fe eini­ger enga­gier­ter Müt­ter – das Tref­fen auf meh­re­re Tage aus­zu­deh­nen. Aus einem Jugend­abend wur­de ein Jugend­wo­chen­en­de. Rahab hat­te in die­ser Zeit die Chan­ce, das Evan­ge­li­um ganz klar zu pre­di­gen. Dar­auf­hin ent­schie­den sich 14 Jugend­li­che für ein Leben mit Jesus!

Rahab ist auch Kids­club ‑Leh­re­rin an der städ­ti­schen Müll­hal­de. Dort wohnt Naso­mai, die jah­re­lang treu zum Kids­club kam. Sie wur­de von Rahab ent­schei­dend geprägt und folgt jetzt Jesus. Nach Abschluss eines fünf­tä­gi­gen Kur­ses fühlt sich Naso­mai bereit und gestal­tet nun selbst als Leh­re­rin das Kin­der­pro­gramm an der Müll­hal­de mit.

Seit kur­zem besucht Rahab ande­re Kids­clubs, um die­se zu ermu­ti­gen. Mehr und mehr über­nimmt sie dabei – ohne es selbst zu ahnen – eine Men­to­ren­rol­le für ande­re. Die jun­ge Frau hat einen enor­men Ein­fluss auf das Netz­werk unse­rer Kids­club-Leh­rer und auf die Stim­mung unter ihnen. Die­sen nutzt sie gewinn­brin­gend für Jesus.

Was für eine Frau! Wir fei­ern Rahab sehr. Betet mit uns, dass vie­le ande­re sich von ihrem Leben und Vor­bild anste­cken las­sen und dass Gott ihr die Kraft gibt, in einer von Män­nern domi­nier­ten Kul­tur zu leiten.

Dan­ke, dass ihr uns unter­stützt, solch lei­den­schaft­li­che Lei­ter wie Rahab auszubilden!

Chris­ti­na Feige

Bit­te unter­stützt unse­re Arbeit in Papua-Neu­gui­nea und vie­len wei­te­ren Län­dern mit eurer Spen­de. Vie­len Dank!
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Wenn Traktoren predigen

Gün­ter Becker aus Unter­ö­wis­heim ist als Ruhe­ständ­ler immer wie­der in Sam­bia im Ein­satz. Wie es dazu kam, was ihn moti­viert und was ihm wich­tig gewor­den ist, berich­tet er in die­sem Interview.

Gün­ter, wie kamst du zur Lie­ben­zel­ler Mission?
Ich bin in Unter­ö­wis­heim bei Karls­ru­he in der dor­ti­gen Lie­ben­zel­ler Gemein­schaft und EC-Jugend­ar­beit groß gewor­den. Mit 17 Jah­ren habe ich eine Ent­schei­dung für Jesus Chris­tus getrof­fen. Ein Jahr spä­ter, bei einem Mis­si­ons­fest mit Mis­si­ons­in­spek­tor Ernst Vat­ter in Olfen, wur­de mir sehr klar: Gott ruft mich in die Mission.
Ich bin gelern­ter Mess- und Regel­me­cha­ni­ker. Damals mein­te Ernst Vat­ter – nicht ganz ohne Augen­zwin­kern – auf­grund mei­ner hei­se­ren Stim­me sei ich wohl bes­ser als Tech­ni­scher Mis­sio­nar geeig­net als für den Ver­kün­di­gungs­dienst. So habe ich zunächst mei­nen Zivil­dienst auf dem Mis­si­ons­berg in Bad Lie­ben­zell in der tech­ni­schen Berg­ver­wal­tung absol­viert. 1979 wur­de ich schließ­lich in eine Sprach­schu­le nach Eng­land geschickt, mit dem Ziel, als Tech­ni­scher Mis­sio­nar nach Ban­gla­desch zu gehen.

Die­ser Ein­satz kam dann aber nicht zustande.
Die Tür nach Ban­gla­desch hat sich uner­war­tet geschlos­sen – unter ande­rem wegen feh­len­der Visa. Rück­bli­ckend war das eine Pha­se des War­tens und der Unsi­cher­heit. Ich habe die Zeit genutzt, um in Werk­stät­ten und Zim­me­rei­be­trie­ben zu arbei­ten. Heu­te weiß ich: Gott war auch in die­ser „Hän­ge­par­tie“ am Werk. Er hat mei­nen Weg neu ausgerichtet.
So kam eine Anfra­ge aus Papua-Neu­gui­nea, wohin ich aller­dings eigent­lich nur ver­hei­ra­tet aus­rei­sen soll­te. Doch Gott hat­te längst alles vor­be­rei­tet. In Neu­gui­nea lern­te ich mei­ne Frau Helen ken­nen – eine Aus­tra­lie­rin, Kran­ken­schwes­ter und Heb­am­me. Zehn Jah­re konn­ten wir gemein­sam in der Mis­si­ons­ar­beit tätig sein: sie­ben Jah­re im Sepik-Gebiet und drei Jah­re auf der Insel Manus.

War­um seid ihr nach Deutsch­land zurückgekehrt?
Mei­ne Frau erkrank­te lebens­ge­fähr­lich schwer an Gehirn­ma­la­ria. Das war ein tie­fer Ein­schnitt. Wir muss­ten den Mis­si­ons­dienst been­den und nach Deutsch­land zurück­keh­ren. Anschlie­ßend war ich vie­le Jah­re in einem säku­la­ren Beruf tätig, zuletzt als Tech­ni­scher Trai­ner bei John Dee­re in Bruch­sal. Das ame­ri­ka­ni­sche Unter­neh­men ist einer der füh­ren­den Her­stel­ler von Land­tech­nik. Dort habe ich Mecha­ni­ker und Tech­ni­ker aus­ge­bil­det. Doch auch in die­ser Zeit war Mis­si­on immer Teil mei­nes Lebens. So war ich über 30 Jah­re Mis­si­ons­be­auf­trag­ter in mei­nem Gemein­schafts­be­zirk. Das war immer mei­ne Lei­den­schaft neben mei­nem Beruf.

Heu­te enga­gierst du dich in dei­nem Ruhe­stand seit fünf Jah­ren wie­der aktiv im Aus­land, unter ande­rem an der Ama­no-Schu­le in Sambia.
Gott hat mich reich geseg­net und ich woll­te ein­fach etwas an die Men­schen zurück­ge­ben, die es nicht so gut haben wie ich. Micha­el Pflaum, der Ama­no-Schul­lei­ter, den ich fast 60 Jah­re ken­ne, frag­te mich, ob ich nicht mein tech­ni­sches Wis­sen und Kön­nen in Sam­bia ein­set­zen könn­te. Ganz prak­tisch arbei­te ich als Tech­ni­scher Mis­sio­nar: Ich repa­rie­re unter ande­rem Trak­to­ren und Schul­bus­se. Her­aus­for­de­run­gen wie Spe­zi­al­ma­schi­nen und Strom­ag­gre­ga­te sind mein gro­ßes Hob­by. Nur für den Ölwech­sel muss ich nicht nach Afri­ka gehen.
Das Ama­no-Gelän­de selbst umfasst ein rund 500 Hekt­ar gro­ßes Gebiet, das ent­spricht rund 700 Fuß­ball­fel­dern, mit neun Kilo­me­ter lan­gen Zäu­nen und Grün­strei­fen, die regel­mä­ßig gepflegt wer­den müssen.
Dafür wer­den Trak­to­ren ver­wen­det, die oft 60 Jah­re alt sind. Ohne funk­tio­nie­ren­de Tech­nik ist das nicht mög­lich. Mich begeis­tert, wie ein­hei­mi­sche Hand­werks­be­trie­be hel­fen, die Ersatz­tei­le mit ihren Dreh­bän­ken und Fräs­ma­schi­nen selbst her­zu­stel­len. Zu die­sen Betrie­ben sind inzwi­schen rich­ti­ge Freund­schaf­ten entstanden.
Dabei ist mir sehr wich­tig: Ich arbei­te nie im Allein­gang, son­dern immer gemein­sam mit ein­hei­mi­schen Hand­wer­kern. Es geht nicht nur dar­um, dass am Ende eine Maschi­ne wie­der läuft. Es geht auch dar­um, Men­schen mit­zu­neh­men – fach­lich und geist­lich. Die Ein­hei­mi­schen sol­len erle­ben: Pro­ble­me sind nicht das Ende, son­dern oft der Anfang von etwas Neu­em. Gott schenkt Weis­heit, Lösun­gen und neue Per­spek­ti­ven. Es ist schön zu erle­ben, wie sie sich davon anste­cken las­sen und Din­ge selbst lösen.

Du sprichst oft davon, dass Tech­nik nur Mit­tel zum Zweck ist.
Maschi­nen kann man erset­zen. Men­schen nicht. Etwa 70 Pro­zent mei­ner Zeit inves­tie­re ich in tech­ni­sche Arbeit, 30 Pro­zent ganz bewusst in geist­li­che Beglei­tung. Jeden Mor­gen begin­nen die rund 30 Hand­wer­ker wie Elek­tri­ker, Zim­mer­leu­te und Auto­me­cha­ni­ker – von denen rund zwei Drit­tel kei­ne Chris­ten sind – ihren Arbeits­tag mit einer halb­stün­di­gen Andacht. Dazu kom­men Gesprä­che mit Stu­den­ten, Bibel­im­pul­se und Pre­dig­ten in umlie­gen­den Dörfern.
Die jun­gen Men­schen dort lie­ben es, wenn ich die Lie­der mit mei­nem Akkor­de­on beglei­te. Ich möch­te ihnen dabei hel­fen, ihre Gaben zu ent­de­cken, zu ent­wi­ckeln und einzusetzen.
Mein Ziel ist es, dass Men­schen Gott nicht nur auf den Sonn­tag­mor­gen redu­zie­ren. Er will unser gan­zes Leben und ist 24 Stun­den an sie­ben Tagen in der Woche für uns da. Ich sage oft: „An Got­tes Segen ist alles gele­gen.“ Das ist kein from­mer Spruch, son­dern geleb­te Rea­li­tät. Das kle­be ich auf alles, was ich in Deutsch­land restau­rie­re und fer­ti­ge. Und es steht auch ganz groß auf mei­nem Wochen­end­haus im Wein­berg, an dem vie­le Wan­de­rer vor­bei­kom­men. Wir tun alles in der Abhän­gig­keit von Gott. Es liegt nicht an unse­ren Mühen und unse­rem Engagement.

Was moti­viert dich, gera­de im Ruhe­stand noch ein­mal so viel Kraft zu investieren?
Zeit im Ruhe­stand ist ein Geschenk und eine Ver­ant­wor­tung zugleich. Wenn ich auf mein Leben zurück­bli­cke, sehe ich so vie­le offe­ne Türen, so viel Bewah­rung und Füh­rung Got­tes. Gott hat in den gro­ßen Unmög­lich­kei­ten mei­nes Lebens Wege geöff­net, von denen ich nicht ein­mal geträumt hät­te. Davon möch­te ich etwas wei­ter­ge­ben. Mein Herz brennt für die Welt­mis­si­on und für die nächs­te Gene­ra­ti­on. Ein Zitat des ehe­ma­li­gen bri­ti­schen Pre­mier­mi­nis­ters Win­s­ton Chur­chill beglei­tet mich dabei sehr: „Poli­ti­ker den­ken an die nächs­te Wahl. Staats­män­ner an die nächs­te Gene­ra­ti­on.“ Genau dar­um geht es an Orten wie der Ama­no-Schu­le: Jun­ge Men­schen wer­den dort nicht nur aka­de­misch, son­dern auch geist­lich geprägt. Es wer­den Fun­da­men­te gelegt, die die bes­ten Vor­aus­set­zun­gen für ein gelin­gen­des Leben mit und für Gott bie­ten. Die Tech­nik und alle Maschi­nen die­nen die­sem grö­ße­ren Ziel.

Was kön­nen wir Chris­ten in Deutsch­land von Men­schen in Afri­ka lernen?
Zum Bei­spiel den Umgang mit Zeit. Afri­ka­ner machen nicht alles gleich­zei­tig. Wenn sie arbei­ten, dann arbei­ten sie. Wenn sie ruhen, dann ruhen sie. Mul­ti­tas­king ist dort kein Ide­al. Was ich mache, mache ich ganz. Das hat mir gehol­fen, mei­nen eige­nen Lebens­rhyth­mus zu überdenken.

Was soll­ten Ruhe­ständ­ler beach­ten, die über­le­gen, sich im Aus­land mit ihrem Wis­sen und Kön­nen einzubringen?
Gaben und Lebens­er­fah­rung sind nicht nur für uns selbst da. Sprecht mit der Lie­ben­zel­ler Mis­si­on, um her­aus­zu­fin­den, wie ihr sie im Ruhe­stand wei­ter­ge­ben könnt. Ich bin im Rah­men des Kurz­zeit-Ein­satz­pro­gramms „impact“ unter­wegs und erle­be das als gro­ße Unter­stüt­zung. Auf dem Mis­si­ons­berg in Bad Lie­ben­zell küm­mern sich die Mit­ar­bei­ter um Flug, Ver­si­che­run­gen und Zoll­an­ge­le­gen­hei­ten. Mei­ne Freun­de spen­den für mei­nen Ein­satz. Ich gehe mit dem Bewusst­sein, dass Gott mich nach Afri­ka sen­det. Ich gehe nicht, um Aben­teu­er zu erle­ben. Gott sen­det mich, und ich bin Teil sei­nes Auf­trags. Die Arbeit mit und an den Men­schen steht für mich an ers­ter Stel­le. Eng­lisch­kennt­nis­se sind dabei sehr hilf­reich. Es muss aber kein per­fek­tes Eng­lisch sein. Am Ende bleibt für mich die­se Gewiss­heit: Trak­to­ren wer­den wie­der kaputt­ge­hen. Was wir jedoch in Men­schen inves­tie­ren, was wir säen, hat blei­ben­den Wert – für Zeit und Ewigkeit.

„Wenn man Toronto erreicht, erreicht man die ganze Welt.“

Memo Bojan lebt und arbei­tet seit Dezem­ber 2023 in Kana­da im Groß­raum Toron­to. Dort ist er in der Gemein­de­grün­dung in Mis­sissau­ga tätig. Zu sei­nen Auf­ga­ben gehö­ren Pre­digt­diens­te sowie Evan­ge­li­sa­ti­on und Jün­ger­schaft. Der gelern­te Zim­me­rer wur­de als Kur­de im Osten der Tür­kei gebo­ren. Nach sei­ner Bekeh­rung und dem Besuch einer Bibel­schu­le enga­gier­te er sich inten­siv in der Jung­schar- und Jugend­ar­beit, im Pre­digt­dienst sowie bei evan­ge­lis­ti­schen Einsätzen.
In den nächs­ten Wochen ist er in Deutsch­land und berich­tet von sei­ner Arbeit. Wir haben ihm eini­ge Fra­gen gestellt.

Du bist seit etwa zwei Jah­ren als Gemein­de­grün­der in Kana­da. Was war dein High­light in die­ser Zeit?
Die Gegend und mei­ne Gemein­de sind sehr inter­na­tio­nal. Ich selbst habe Migra­ti­ons­hin­ter­grund, aber so viel Inter­na­tio­na­li­tät habe ich in Deutsch­land nicht erlebt. Es ist schön zu sehen, wie gut das Mit­ein­an­der der ver­schie­de­nen Kul­tu­ren in Kana­da und auch bei uns in der Gemein­de klappt. Das ist dort schon ent­spann­ter. In Deutsch­land sind vie­le Men­schen etwas ängst­li­cher in Bezug auf den Umgang mit Men­schen aus ande­ren Kul­tu­ren. Die gan­ze Welt an einem Ort oder sogar in einer Gemein­de zu haben, begeis­tert mich. Das ist ein biss­chen Him­mel auf Erden.

Sind die Men­schen in Kana­da offe­ner für den christ­li­chen Glau­ben als in Deutschland?
Das weiß ich nicht. Nicht unbe­dingt offe­ner, aber viel­leicht sind sie neu­gie­ri­ger. Vie­le kom­men aus Län­dern, in denen sie noch nie vom Evan­ge­li­um gehört haben. Sie stel­len Fra­gen, sind inter­es­siert und ein­fach neu­gie­rig. Manch­mal wird dann aus der Neu­gier auch Offen­heit für den Glauben.

Toron­to gilt als die mul­ti­kul­tu­rells­te Stadt der Welt. Du bist in der Tür­kei gebo­ren und in Deutsch­land auf­ge­wach­sen. Hel­fen dir die ver­schie­de­nen kul­tu­rel­len Prä­gun­gen für dei­nen Missionsdienst?
Abso­lut. Das hilft mir sehr. Auch wenn ich natür­lich immer wie­der selbst dazu­ler­nen muss. Aber ich kann mich schon gut in Men­schen hin­ein­füh­len, die zuge­wan­dert sind – weil ich das selbst erlebt habe. Mir hilft es auch, in einem mus­li­mi­schen Umfeld groß gewor­den zu sein. Denn die Leu­te fra­gen sich oft, war­um ich Christ bin und stel­len mir vie­le Fra­gen. Das ist ein guter Tür­öff­ner. Auch im Mit­ein­an­der stel­le ich das immer wie­der fest. Man­che Men­schen sind mir gegen­über offe­ner. Ganz genau weiß ich auch nicht war­um. Viel­leicht sehen sie mich ein­fach als einen von ihnen.

Was ist eure Visi­on für die Gemein­de­grün­dung in Mississauga?
Unse­re Visi­on ist, unse­ren Stadt­teil mit dem Evan­ge­li­um zu errei­chen. Etwa 80 Pro­zent der Men­schen bei uns sind mus­li­misch. Bewusst haben wir kein eige­nes Kir­chen­ge­bäu­de, son­dern tref­fen uns im Nach­bar­schafts­zen­trum. Unser Traum ist es, in die Nach­bar­schaft hin­ein­zu­wir­ken und Mus­li­me für Jesus zu erreichen.

Was sind für dich die größ­ten Her­aus­for­de­run­gen in dei­ner Arbeit?
Ich habe erlebt, dass ich mich immer wie­der neu auf Situa­tio­nen ein­stel­len muss: frem­de Kul­tur, neue Spra­che, neue For­men der Zusam­men­ar­beit. Immer wie­der neu Zeit zu inves­tie­ren und sich selbst neu zu ent­wi­ckeln, ist her­aus­for­dernd. Mir per­sön­lich hat es aber auch viel gebracht und ich bin dar­an gewachsen.

In den nächs­ten Wochen bist du in Deutsch­land. Was wünscht du dir für die­se Zeit?
Ich wün­sche mir, dass sich Men­schen fin­den, die für mei­ne Arbeit beten und spen­den. Ich mer­ke, dass bei vie­len Men­schen das Bewusst­sein nicht da ist, dass Kana­da Mis­si­ons­land ist. Aber wenn wir in die Bibel schau­en, dann sehen wir, dass zum Bei­spiel Pau­lus sehr stra­te­gisch gear­bei­tet hat und sich die Orte sei­ner Mis­si­ons­rei­sen genau über­legt hat. Der Groß­raum Toron­to hat für das Evan­ge­li­um ein enor­mes Poten­zi­al. Über­spitzt gesagt: Wenn man Toron­to erreicht, erreicht man die gan­ze Welt. Denn die Men­schen neh­men dann die Bot­schaft von Jesus mit in ihre Heimatländer.

Du willst die Mis­si­ons­ar­beit von Memo Bojan mit einer Spen­de unter­stüt­zen? Dann kannst du das über die­sen Link tun.