Glaube, Heilung und Neubeginn

BANGLADESCH. 2022 erkrank­te Peter an Krebs. Es war eine schwie­ri­ge Zeit für ihn, die den damals 18-Jäh­ri­gen an sei­ne Gren­zen brach­te. Heu­te ist der jun­ge Mann voll­stän­dig geheilt und hat sich dazu ent­schie­den, als Mit­ar­bei­ter im Kin­der­dorf in Dina­j­pur anzufangen.

Peter wuchs nach dem Tod sei­nes Vaters selbst in genau die­sem Kin­der­dorf auf. Daher kennt er die Her­aus­for­de­run­gen, Sehn­süch­te und Ängs­te der Jun­gen sehr gut aus eige­ner Erfahrung.

Lei­der war die Zusam­men­ar­beit mit dem Haus­va­ter schwie­rig. Doch wir ermu­tig­ten Peter, dran­zu­blei­ben, denn wir sahen so viel Poten­zi­al in ihm und sei­ne gro­ße Lie­be zu den Jun­gen. Als der Haus­va­ter vor eini­gen Mona­ten das Kin­der­dorf ver­ließ, begann eine neue Zeit: Peter bekam mehr Ver­ant­wor­tung und absol­vier­te eine päd­ago­gi­sche Fort­bil­dung. Eine lie­be­vol­le und weg­wei­sen­de Erzie­hung der Jun­gen prägt nun sei­nen All­tag. Er beginnt zu ver­ste­hen, dass sei­ne Arbeit nicht nur „Arbeit“ ist, son­dern dass er für die Jun­gen im Kin­der­dorf wie ein lie­be­vol­ler Vater sein darf. Ein Vater, den er in Gott erleb­te, da sein leib­li­cher Vater früh verstarb.

Nach eini­gen Mona­ten sei­nes Diens­tes kamen die Jun­gen auf ihn zu und sag­ten: „Peter, wir dach­ten immer, du seist gegen uns, weil du uns auf unse­re Feh­ler hin­weist. Aber jetzt haben wir ver­stan­den, dass dei­ne Ehr­lich­keit ein Beweis dafür ist, dass du für uns bist und nur das Bes­te für uns willst.“

Dan­ke, wenn ihr mit­be­tet, dass Peter wei­ter­hin ein Segen für sei­ne Mit­men­schen und die Jun­gen im Kin­der­dorf ist.

Bene­dikt & Vere­na Tschauner

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Gebet als Kraft bei inneren Kämpfen

BAD LIEBENZELL. Rund 950 Jugend­li­che und jun­ge Erwach­se­ne tra­fen sich vom 27. Febru­ar bis 1. März zum Beten, Fei­ern und Gott begeg­nen. Sie nah­men amY­outh Pray­er Con­gress (YouPC) der Lie­ben­zel­ler Mis­si­on teil. Bereits zum 26. Mal fand die­ser Gebets­kon­gress in Bad Lie­ben­zell im Nord­schwarz­wald statt. Die Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer befass­ten sich durch Vor­trä­ge, Semi­na­re und an krea­tiv gestal­te­ten Sta­tio­nen mit dem The­ma Gebet.

Zu Beginn des Kon­gres­ses erin­ner­ten die Ver­an­stal­ter an die Anfän­ge der Lie­ben­zel­ler Mis­si­on. Ende des 19. Jahr­hun­derts bete­te Schwes­ter Lina Stahl elf Jah­re lang dafür, dass aus dem Schloss­berg­hü­gel in Bad Lie­ben­zell ein „feu­er­spei­en­der Berg“ wer­de, von dem aus die gute Nach­richt von Jesus Chris­tus in aller Welt ver­kün­digt wird. 1902 sie­del­te Pfar­rer Hein­rich Coer­per mit dem deut­schen Zweig der Chi­na-Inland-Mis­si­on nach Bad Lie­ben­zell um. Weni­ge Jah­re spä­ter benann­te sich die Orga­ni­sa­ti­on in „Lie­ben­zel­ler Mis­si­on“ um. Heu­te gehö­ren zu dem Mis­si­ons­werk rund 250 Mis­sio­na­rin­nen und Mis­sio­na­re in etwa 30 Ländern.

Bernd Stamm aus dem Lei­tungs­team des Kon­gres­ses wünsch­te den jun­gen Teil­neh­mern per­sön­li­che Begeg­nun­gen mit Jesus Chris­tus: „Den Youth Pray­er Con­gress gibt es, damit du Gott begeg­nest. Er klinkt sich in den alten Auf­trag der Lie­ben­zel­ler Mis­si­on und den uralten Auf­trag von Jesus Chris­tus ein: Men­schen sol­len Jesus fin­den. Des­halb sind wir alle hier.“ Das Kon­gress-Mot­to „Hid­den Fights“ (Ver­bor­ge­ne Kämp­fe) sei für vie­le jun­ge Chris­ten sehr aktu­ell: „Lasst uns gemein­sam ler­nen, wie wir in Her­aus­for­de­run­gen Gott hin­ein­neh­men kön­nen und erle­ben, wel­che Power im Gebet liegt.“

In ver­schie­de­nen Gebets­räu­men konn­ten die Jugend­li­chen ent­spre­chend ihrer Inter­es­sen unter­schied­li­che Gebets­for­men erle­ben: Poet­ry, Krea­tiv-Raum, All­tags­hel­den-Talk, Abend­mahls­fei­er, Tanz, Bestau­nen der Schöp­fung oder Gebetsspaziergang.
Haupt­red­ner des Jugend­ge­bets­kon­gres­ses war Luca Eichel, Gemein­de­grün­der der Lie­ben­zel­ler Mis­si­on in Frankfurt/Main. Er sag­te, dass Gott die Men­schen mit einem ganz beson­de­ren Sinn erschaf­fen habe: „Unser gan­zes Leben soll Got­tes Eigen­tum sein. Wir sind erschaf­fen für Anbe­tung.“ Manch­mal sei es schwer, auf Gott zu sehen, wenn es im Leben drun­ter und drü­ber gehe. „Aber es ist Got­tes Plan, dass du und ich sei­ne Kin­der sind. Er sagt: ‚Ich will dich gebrau­chen. So wie du bist. Sei ein Teil der Geschich­te, die ich mit die­ser Welt schrei­be‘“, so Luca Eichel.
In der zwei­ten Pre­digt stand das The­ma Für­bit­te im Mit­tel­punkt. Luca Eichel sag­te, dass sich auch Chris­ten immer wie­der fra­gen, wel­chen Sinn ihr Gebet über­haupt habe: „Was bringt es über­haupt, dass ich als klei­ner Mensch bete?“, lau­te eine der zen­tra­len Fra­gen. Laut Luca Eichel neh­me Gott jeden Men­schen und jedes Gebet ernst. Der Mensch sei Got­tes Gegen­über und bete daher nicht ver­geb­lich: „Wir beten zu Jesus, der alles kann, dem alles gehört und des­sen Leib wir als sei­ne Kir­che sind.“ Im Gebet ver­bin­de man sich mit einer Kraft, die weit grö­ßer sei als man selbst.
Luca Eichel sprach auch über das The­ma Wachs­tum im Glau­ben. Das habe nichts damit zu tun, mehr Wis­sen anzu­sam­meln, son­dern immer mehr zu ent­de­cken, wie sehr Gott uns liebt: „Damit kom­men wir zu der gan­zen Fül­le des Lebens, die Gott für uns bereit­hält.“ Ver­mut­lich jeder Mensch ken­ne den Gedan­ken, nur etwas wert zu sein, wenn man etwas leis­te: „Unse­re Welt ist voll von Bezie­hun­gen, die so lau­fen, dass ich ange­nom­men bin, solan­ge ich etwas leis­te oder geben kann.“ Die­se Art von Bezie­hun­gen prä­ge uns so sehr, dass wir oft von Angst getrie­ben sei­en. Anders sei es bei Gott: „Bei ihm sind wir bedin­gungs­los geliebt. Er will uns nicht nur so lan­ge bei sich haben, wie er uns brau­chen kann, son­dern bis ans Ende.“

Im Semi­nar „Pau­lus und die Ephe­ser“ sprach Prof. Dr. Vol­ker Gäck­le, Rek­tor der Inter­na­tio­na­len Hoch­schu­le Lie­ben­zell, wie das Evan­ge­li­um eine anti­ke Stadt erober­te. Wei­te­re Semi­na­re dreh­ten sich um Sexua­li­tät, Por­no­gra­fie, welt­wei­te Chris­ten­ver­fol­gung, Fami­li­en­grün­dun­gen und wie man Got­tes Stim­me hören kann.
Bei einem Gebets­ein­satz boten Teil­neh­mer Men­schen in der Regi­on an, für sie zu beten.

Edgar Luz, Rek­tor der Inter­kul­tu­rel­len Theo­lo­gi­schen Aka­de­mie, sprach im Semi­nar „Uner­hört“ über den Umgang mit nicht erhör­ten Gebe­ten. Gleich zu Beginn stell­te er klar, dass aus­blei­ben­de Gebets­er­hö­run­gen kei­ne Aus­nah­me sei­en. Viel­mehr sei­en uner­hör­te Gebe­te „eher die Regel im Leben“. Luz ver­wies dar­auf, dass es zahl­rei­che Bibel­stel­len gebe, die schein­bar ver­spre­chen, dass Gott jede Bit­te erfül­le. Wer sol­che Aus­sa­gen aus dem Zusam­men­hang rei­ße, kön­ne jedoch schnell ent­mu­tigt wer­den. „Unse­re Theo­lo­gie sagt, dass Gott gut ist und dass er uns liebt“, sag­te Luz. Genau die­se Über­zeu­gung ste­he jedoch in Span­nung zu uner­hör­ten Gebe­ten. „Wir wis­sen, dass Gott kann und will“, erklär­te er, und gera­de des­halb sei es so her­aus­for­dernd, wenn Gott schein­bar schwei­ge. Er warn­te zugleich davor, in schwie­ri­gen Situa­tio­nen ent­we­der die eige­ne Theo­lo­gie zu ver­än­dern oder Situa­tio­nen zu mei­den, in denen man von Gott ent­täuscht wer­den könn­te. Die Lösung lie­ge an einer ande­ren Stel­le: „Die Span­nung zwi­schen Theo­lo­gie und Erfah­rung löst sich hei­lend in der Kla­ge!“, beton­te Luz. Er erin­ner­te an eine Aus­sa­ge Mar­tin Luthers, der zufol­ge Gott Gebe­te auf drei Arten beant­wor­te: Ja, Nein und War­te. Ein „Ja“ füh­re dazu, dass Gott die grö­ße­re Ehre bekom­me. Ein „War­te“ deu­te auf einen grö­ße­ren Plan hin. Ein „Nein“ sei nicht Aus­druck gött­li­cher Ableh­nung, son­dern Hin­weis dar­auf, dass Gott etwas ande­res vor­ha­be. Die christ­li­che Hoff­nung, so Luz, sei immer von einer Ewig­keits­per­spek­ti­ve getra­gen. „Wir glau­ben dar­an, dass Gott kann, aber wir müs­sen damit rech­nen, dass er es nicht tut.“ Manch­mal füh­le sich das Leben an „wie Kar­sams­tag – nach der Kreu­zi­gung, aber vor der Auferstehung“.

Mit beim YouPC dabei waren auch Mis­sio­na­re aus dem Aus­land und aus Deutsch­land. Debo­rah Schutte arbei­tet im Hoff­nungs­haus in Bad Lie­ben­zell. Dort leben Chris­ten und Nicht-Chris­ten, Deut­sche und Nicht-Deut­sche zusam­men. Durch das inte­gra­ti­ve Pro­jekt für geflüch­te­te Men­schen, so ihre Hoff­nung, sol­len aus Frem­den Freun­de werden.Die Musik an dem Wochen­en­de kam von der Band „ELI Collective“.Der nächs­te Youth Pray­er Con­gress fin­det vom 26. bis 28. Febru­ar 2027 statt.