Liebenzeller Mission Österreich hat neuen Leiter

Mat­thi­as Schor­ratz ist neu­er Obmann der Lie­ben­zel­ler Mis­si­on Öster­reich (LMÖ) und damit der Lei­ter des öster­rei­chi­schen Zweigs der Lie­ben­zel­ler Mis­si­on. Er wur­de am 4. Okto­ber durch die Mit­glie­der­ver­samm­lung gewählt. Mat­thi­as Schor­ratz ist damit Nach­fol­ger von Frie­de­mann Urs­chitz, der im Febru­ar nach einer schwe­ren Krank­heit ver­stor­ben ist.

Dave Jar­setz, Mis­si­ons­lei­ter der Lie­ben­zel­ler Mis­si­on, seg­ne­te Mat­thi­as Schor­ratz für sein neu­es Amt und sprach ihm den Bibel­vers aus 2. Timo­theus 1,7 zu: „Denn Gott hat uns nicht einen Geist der Ängst­lich­keit gege­ben, son­dern den Geist der Kraft, der Lie­be und der Beson­nen­heit.“ Er ist froh, dass die LMÖ-Lei­tung nach einer Vakanz nun wie­der besetzt ist: „Ich freue mich, dass Mat­thi­as bereit ist, sich der Ver­ant­wor­tung zu stel­len und die Mis­si­on sehr gut kennt. Mit Got­tes Geist ist er bes­tens aus­ge­rüs­tet, was er für das Amt des natio­na­len Zwei­ges braucht: Kraft, Lie­be und Beson­nen­heit“, so Dave Jarsetz.

Mat­thi­as Schor­ratz (56) ist in Calw gebo­ren und stu­dier­te am Theo­lo­gi­schen Semi­nar der Lie­ben­zel­ler Mis­si­on. Nach Sta­tio­nen beim Lie­ben­zel­ler Gemein­schafts­ver­band im Bezirk Oet­tin­gen und Alten­steig zog er zusam­men mit sei­ner Frau und den drei gemein­sa­men Kin­dern in die Hei­mat sei­ner Frau nach Kärn­ten in Öster­reich. Seit 2020 ist Mat­thi­as Schor­ratz beim Christ­li­chen Mis­si­ons­ver­band für Öster­reich als Gemein­schafts­re­fe­rent ange­stellt und seit 2021 im Vor­stand der LMÖ. Die Lei­tung der Lie­ben­zel­ler Mis­si­on Öster­reich führt er mit einem Teil­de­pu­tat aus.

Mission hilft mit Bibliothek Schülern in Sambia

Mis­si­on hat schon immer Bil­dung auf ihre Fah­nen geschrie­ben. So unter­rich­tet die Lie­ben­zel­ler Mis­si­on welt­weit vie­le Kin­der und Jugend­li­che. In Lusa­ka (Sam­bia) bie­ten die Mit­ar­bei­ter Schü­le­rin­nen und Schü­lern mit einer Biblio­thek ein beson­de­res Ange­bot, das ger­ne genutzt wird. So kön­nen sich bei­spiels­wei­se Alexis und Nata­sha auf die Abschluss­prü­fun­gen im Novem­ber vor­be­rei­ten. Bei­de haben sich in der Gemein­de ken­nen­ge­lernt und neh­men nun regel­mä­ßig am Biblio­theks­pro­gramm teil. Es bie­tet mehr als nur einen Raum zum Lesen und Ler­nen. Bei­de kom­men sehr ger­ne, weil sie hier frei­en Zugang zu Büchern haben. Sie lie­ben es, neue Geschich­ten zu lesen und gemein­sam zu ler­nen. Sie kom­men aber nicht nur, um für ihre Prü­fun­gen zu ler­nen, son­dern auch, um sich aus­zu­tau­schen und Gemein­schaft zu erleben.

„Das Ziel der Biblio­thek ist es, die Kin­der in ihrer Schul­lauf­bahn zu unter­stüt­zen und ihre Schul­bil­dung zu ergän­zen. Die Biblio­thek soll sie moti­vie­ren, ger­ne zu lesen und zu ler­nen, denn in Sam­bia gibt es kei­ne Lese­kul­tur“, sag­te die Lie­ben­zel­ler Mis­sio­na­rin Lena Schil­ling. Zudem hilft es den Kin­dern, Eng­lisch zu ler­nen, was für einen Schul­ab­schluss in Sam­bia not­wen­dig ist.
In der Biblio­thek kön­nen sie auf spie­le­ri­sche Wei­se ler­nen, bei­spiels­wei­se durch Bil­der­bü­cher, Spie­le und Hel­fer, die sich Zeit für sie neh­men und Din­ge erklä­ren. Das Ange­bot bie­tet den Kin­dern zudem einen ruhi­gen und siche­ren Ort zum Ler­nen und Spie­len. Dabei kön­nen sie Bücher und Spie­le aus­lei­hen. Das Ange­bot ist auch des­halb wich­tig, weil Schu­len oft man­gel­haft mit Lern­ma­te­ri­al aus­ge­stat­tet sind. Die Biblio­thek soll auch als Treff­punkt die­nen. So hat sich bei­spiels­wei­se zwi­schen Alexis und Nata­sha eine Freund­schaft entwickelt.

Die Biblio­thek ver­fügt über rund 500 Bücher, dar­un­ter Schul- und Jugend­bü­cher sowie Lexi­ka. Zusätz­lich ste­hen etwa 20 Spie­le zur Ver­fü­gung, dar­un­ter Puz­zle, Memo­ry und Lege­spie­le. Die meis­ten Bücher stam­men aus Eng­land. Zwei­mal im Jahr belie­fert die Orga­ni­sa­ti­on „Book Aid“ das Land mit einem Con­tai­ner, der rund 30.000 Bücher ent­hält. Die­se wer­den auf ver­schie­de­ne Pro­jek­te und Ein­rich­tun­gen ver­teilt. Die Biblio­thek ergänzt das Ange­bot auch durch Second-Hand-Bücher aus ört­li­chen Buch­lä­den. Es gibt auch eine Wunsch­lis­te, auf die Kin­der Bücher schrei­ben kön­nen, die ihnen wei­ter­hel­fen wür­den. Lese­plät­ze gibt es im Gemein­de­saal. Unter der Woche wer­den dort Klapp­ti­sche und Stüh­le auf­ge­stellt. Am Ende der Woche wird alles wie­der abge­baut und der Raum dient wie­der als Got­tes­dienst­saal. Gesucht wer­den noch Ehren­amt­li­che. Das ist nicht ganz ein­fach, da das Ange­bot unter der Woche statt­fin­det. „Bis­lang haben wir sehr posi­ti­ve Rück­mel­dun­gen erhalten.“

Am Anfang war noch alles kos­ten­los, da zähl­te die Biblio­thek sehr vie­le Nut­zer. Nach der Ein­füh­rung einer jähr­li­chen Gebühr von 15 Kwacha (rund 50 Cent) kamen weni­ger Kin­der. „Dafür ist es nun etwas ruhi­ger und es geht geord­ne­ter zu.“ Bei den Kin­dern ist das Ange­bot auch des­halb so beliebt, weil es mitt­wochs Vol­ley­ball und frei­tags einen christ­li­chen Kurz­film gibt. „Die Kin­der freu­en sich, wenn sich jemand für sie Zeit nimmt.“ Auch die Leh­rer sind von dem Ange­bot begeis­tert. „Ein ähn­li­ches Pro­gramm gibt es bei Dawn Trust in Ndo­la, von dem ich viel über­nom­men habe. Ich fin­de es eine genia­le Mög­lich­keit, als Gemein­de mit den Men­schen in der Umge­bung in Kon­takt zu kom­men, und es bie­tet auch Platz zum Evan­ge­li­sie­ren. Dadurch kom­men vie­le Kin­der nun auch zu unse­ren Gemein­de­pro­gram­men“, sag­te Lena Schil­ling. Das Pro­gramm selbst ist sehr nied­rig­schwel­lig ange­legt und könn­te auch in ande­ren Gemein­den umge­setzt werden.

Lena Schil­ling hat an der Inter­na­tio­na­len Hoch­schu­le Lie­ben­zell Theo­lo­gie und Sozia­le Arbeit im inter­kul­tu­rel­len Kon­text stu­diert. Die gebür­ti­ge Thü­rin­ge­rin absol­vier­te dabei ein Aus­lands- sowie ein Pra­xis­se­mes­ter in Sam­bia. Ihr Herz schlägt für benach­tei­lig­te und trau­ma­ti­sier­te Kin­der und jun­ge Erwach­se­ne. Seit Janu­ar 2024 arbei­tet sie im Gemein­de­grün­dungs­pro­jekt in Lusa­ka, Sam­bia, als Sozi­al­ar­bei­te­rin mit.

Amano-Schule: Vielfalt der Möglichkeiten

Frank und Julia Witt­mann arbei­ten seit 2010 an der Ama­no-Schu­le in Sam­bia. Davor waren sie in Sier­ra Leo­ne im Ein­satz. In den nächs­ten Wochen sind sie in Deutsch­land und berich­ten von ihrer Arbeit. Wir haben Frank eini­ge Fra­gen gestellt.

Was ist für dich das Beson­de­re an der Amano-Schule?
Da fällt mir sofort Viel­falt ein. Die Viel­falt der Mög­lich­kei­ten. Unser Herz schlägt dafür, Kin­der für Jesus zu errei­chen. Aber auch mit den Mit­ar­bei­tern, den Eltern, Ehren­amt­li­chen ins Gespräch zu kom­men. Die Viel­falt der Mög­lich­kei­ten und die Viel­falt der Men­schen fin­de ich sehr bereichernd.

Und was sind eure Aufgaben?
Julia betreut eini­ge der Kurz­ein­satz-Mit­ar­bei­ter, sie unter­rich­tet Kunst, tex­ti­les Wer­ken, Kochen und Sozi­al­kun­de. Außer­dem hilft sie auch in der Küche aus und bie­tet Beglei­tung und Men­to­ring für Schü­ler an, die Fra­gen zu Leben und Glau­ben haben.
Ich unter­rich­te der­zeit in der 11. und 12. Klas­se Bibel­kun­de und arbei­te in der Admi­nis­tra­ti­on. Dort bin ich für Visa und Arbeits­ge­neh­mi­gun­gen zustän­dig, außer­dem im Per­so­nal­be­reich für die Abwick­lung der Bewer­bun­gen. Zudem hal­te ich Andach­ten für Schü­ler und Mit­ar­bei­ter und pre­di­ge regelmäßige.

Gibt es ein Erleb­nis in der letz­ten Zeit an der Ama­no-Schu­le, das euch beson­ders bewegt hat?
Es gibt ein Mäd­chen, das seit der Grund­schu­le bei uns ist und etwas unbe­re­chen­bar war. Wir sind schwer an sie ran­ge­kom­men und wir haben uns immer Sor­ge um sie gemacht. Vor zwei Jah­ren hat sie sich tau­fen las­sen. Ihr Leben hat sich seit­her kom­plett ver­än­dert. Sie ist auf­ge­weckt und inter­es­siert und man kann rich­tig gut mit ihr reden. Da hat sich vie­les sehr posi­tiv ver­än­dert. Das zu sehen, ist grandios.

Für die Schu­le braucht ihr drin­gend neue Mit­ar­bei­ter. Was für Leu­te sucht ihr ganz konkret?
Wenn ich die Gesamt­si­tua­ti­on an der Ama­no-Schu­le sehe, wer­den Mis­sio­na­re als Grund­schul­leh­rer am drin­gends­ten gesucht. Außer­dem wird ein Fran­zö­sisch-Leh­rer sowie eine Haus­wirt­schaft­li­che Lei­tung gesucht.

Was wür­den die wenigs­ten Deut­schen von Sam­bia erwarten?
Dass es sehr kalt sein kann und man manch­mal auch friert. Mor­gens lie­gen die Tem­pe­ra­tu­ren in der kal­ten Jah­res­zeit zwi­schen Mai und Juli manch­mal bei 8 Grad. Da ist man dann für ein Feu­er und eine Fleece­ja­cke dankbar.

Du willst die Mis­si­ons­ar­beit von Ehe­paar Witt­mann einer Spen­de unter­stüt­zen? Dann kannst du das über die­sen Link tun.

Nicht aus Abenteuerlust aufbrechen, sondern aus Liebe

BAD LIEBENZELL. Alles neu war beim Herbst­mis­si­ons­fest der Lie­ben­zel­ler Mis­si­on am 14. Sep­tem­ber 2025. Zum ers­ten Mal fand die Ver­an­stal­tung nicht im Groß­zelt auf dem Mis­si­ons­berg in Bad Lie­ben­zell statt, son­dern in drei unter­schied­li­chen For­ma­ten. Das Mot­to in die­sem Jahr war „Let’s Go!“.

Zum For­mat „on site“ kamen rund 800 Besu­cher ins Mis­si­ons- und Schu­lungs­zen­trum. Rund 2.500 Men­schen kamen beim For­mat „on tour“ in 17 Orten in Süd­deutsch­land, Ber­lin und Öster­reich zusam­men. Dort berei­te­ten Mis­sio­na­re, Dozen­ten und Stu­die­ren­de aus Bad Lie­ben­zell gemein­sam mit den Gemein­den vor Ort ein eige­nes Pro­gramm vor und schal­te­ten immer wie­der Ele­men­te aus Bad Lie­ben­zell dazu. Über das For­mat „on line“ konn­te das Mis­si­ons­fest im Live­stream ver­folgt wer­den. Wei­te­re 22 Gemein­den mit etwa 2000 Besu­chern schau­ten sich gemein­sam den Got­tes­dienst an, außer­dem auch Haus­krei­se und Einzelpersonen.

Die Got­tes­dienst-Pre­digt über die Kapi­tel 15 und 16 des bibli­schen Buchs der Apos­tel­ge­schich­te hiel­ten Mis­si­ons­lei­ter Dave Jar­setz, die theo­lo­gi­sche Refe­ren­tin der Lie­ben­zel­ler Mis­si­on Prof. Dr. Mihamm Kim-Rauch­holz und Nik Ebert, Mit­ar­bei­ter der Män­ner­ar­beit „Stron­ger“ gemeinsam.
Dave Jar­setz blick­te auf die Anfän­ge der Chris­ten­heit zurück: „Gott schenk­te an Pfings­ten sei­nen Geist und lös­te damit einen nie dage­we­se­nen Auf­bruch aus. Erst in Jeru­sa­lem, dann bis an die Enden der Erde.“ Der Apos­tel Pau­lus sei nicht aus Aben­teu­er­lust auf­ge­bro­chen, son­dern aus Lie­be: „Für Pau­lus sind Men­schen kei­ne Mis­si­ons­ob­jek­te, son­dern gelieb­te Geschöp­fe Gottes.
Und genau dar­um geht es auch uns: Let’s go – weil uns die Lie­be antreibt.“ Dave Jar­setz rief die Fest­be­su­cher auf, sich an der „Auf­bruchs­men­ta­li­tät“ des Pau­lus zu ori­en­tie­ren: „Gott liebt es, wenn wir ihm ver­trau­en, Ver­ant­wor­tung über­neh­men, für ande­re da sind und fröh­lich das Evan­ge­li­um wei­ter­ge­ben. Unse­re Welt braucht sol­che Auf­brü­che. Unser Land. Unse­re Gemein­den.“ Auch die Lie­ben­zel­ler Mis­si­on brau­che Men­schen, die nicht auf den sprich­wört­li­chen Zet­tel vom Him­mel war­ten, son­dern selbst auf­bre­chen wol­len: „Zu den Glau­bens­ge­schwis­tern, den Bedürf­ti­gen, den Ein­sa­men, denen, die Chris­tus noch nicht ken­nen – egal, wo sie sind und leben“, so Dave Jarsetz.
Mihamm Kim-Rauch­holz sag­te, dass im Leben und Die­nen nicht alles glatt lau­fe, ohne Gegen­wind oder Wider­stän­de. Aber Chris­tus habe ver­spro­chen, dabei zu sein: „Ob in Asi­en oder Euro­pa, an einem Fluss oder im Gefäng­nis: Jesus selbst ist die ein­zi­ge Tür, und wer durch sie hin­ein­geht, fin­det Rettung.“
Nik Ebert rief die Zuhö­rer auf, ihr Leben so posi­tiv anders zu gestal­ten, dass in Men­schen das Inter­es­se an Jesus Chris­tus aus­ge­löst wer­de: „Es sind wahr­schein­lich im ers­ten Moment kei­ne Wor­te, son­dern viel mehr dein ver­blüf­fen­des Ver­hal­ten. So wird die Ret­tungs­tür für ande­re sicht­bar – viel­leicht gera­de auch in schwie­ri­gen Zeiten.“

Gemein­sam an den ver­schie­de­nen Aus­tra­gungs­or­ten des Herbst­mis­si­ons­fes­tes war die Ver­pfle­gung. Der legen­dä­re Mis­si­ons­ein­topf wur­de extra in die teil­neh­men­den Gemein­den gebracht. Für das Mis­si­ons­fest wur­de die­ses Jahr ein eige­nes Lied ent­wi­ckelt. Kom­po­niert hat es Mar­kus Heus­ser, Lei­ter der Jugend­or­ga­ni­sa­ti­on Ado­nia Deutsch­land. Die Musik beim For­mat „on site“ kam von der Band One Way Home aus Calw.

Mit dabei waren auch inter­na­tio­na­le Gäs­te. Fre­dy und Daja­na Javier berich­te­ten aus Nord­ma­ze­do­ni­en, ein Land, in das die Lie­ben­zel­ler Mis­si­on dem­nächst zum ers­ten Mal Mis­sio­na­re ent­sen­den wird. Die bei­den lei­ten eine Part­ner­or­ga­ni­sa­ti­on vor Ort und bil­den zukünf­ti­ge Lei­ter für Orga­ni­sa­tio­nen oder Unter­neh­men aus. Sie wol­len Meschen ganz prak­tisch Got­tes Lie­be weitergeben.
Samu­el Yawi­la von der Evan­ge­li­cal Uni­ver­si­ty in Sam­bia sag­te, dass Mis­si­on eine Her­zens­sa­che für Gott sei, weil sie von ihm kom­me. Mis­si­on brin­ge Leben in die Orte, in die sie hinkomme.

In einer Talk­run­de berich­te­ten Jamin und Naema Mas­qui­ren von ihrer Arbeit in Papua-Neu­gui­nea. Dort set­zen sie sich für Kin­der und Jugend­li­che ein, die in ille­ga­len Sied­lun­gen der Haupt­stadt Port Mores­by leben. Sie bie­ten ganz­heit­li­che Hil­fe an, um die Jugend­li­chen aus der Spi­ra­le von Gewalt und Sucht­pro­ble­men her­aus­zu­ho­len. Muri­el und Eli­as Bou­ch­erit wer­den bald nach Grie­chen­land aus­rei­sen und im Mer­cy Cen­ter in Athen evan­ge­lis­tisch und prak­tisch unter Obdach­lo­sen arbei­ten. Eve­lyn Theu­rer arbei­tet seit 17 Jah­ren in Frank­reich und steigt nun in ein Gemein­de­pro­jekt im Elsass ein.

Prof. Dr. Vol­ker Gäck­le, Rek­tor der Inter­na­tio­na­len Hoch­schu­le Lie­ben­zell (IHL) sag­te, dass im Sep­tem­ber 2026 mit einer christ­li­chen Leh­rer­aus­bil­dung begon­nen wer­de. Die Gre­mi­en der Lie­ben­zel­ler Mis­si­on hat­ten bereits 2024 beschlos­sen, dass die­se neue Aus­bil­dung begon­nen wird, wenn bis zum Refor­ma­ti­ons­tag 2025 min­des­tens 700.000 Euro an Spen­den und Zusa­gen erreicht sind. Damit sol­len die nöti­gen Lehr­räu­me geschaf­fen und die Anschub­fi­nan­zie­rung für die Gehäl­ter der neu­en Pro­fes­so­ren gesi­chert wer­den. Die­ses Etap­pen­ziel wur­de bereits deut­lich frü­her als erwar­tet erreicht. Trotz­dem wür­den noch wei­te­re Spen­den für die Leh­rer­aus­bil­dung benö­tigt, so Vol­ker Gäck­le. Der end­gül­ti­ge Akkre­di­tie­rungs­be­scheid wür­de Ende Sep­tem­ber erwartet.

Der kauf­män­ni­sche Geschäfts­füh­rer Tho­mas Haid sag­te, dass neben Spen­den auch Fach­kräf­te benö­tigt wür­den – welt­weit und in der Zen­tra­le in Bad Lie­ben­zell. Drin­gend gebraucht wür­den ein Koch oder eine Köchin sowie Mit­ar­bei­ter für das Hand­wer­ker-Team, die Haus­wirt­schaft und die Pfle­ge der Missionsschwestern.

Die Lie­ben­zel­ler Mis­si­on ist mit rund 250 Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­tern in etwa 30 Län­dern eine der gro­ßen evan­ge­li­schen Mis­si­ons­ge­sell­schaf­ten in Deutsch­land. Das nächs­te Mis­si­ons­fest wird am Pfingst­sonn­tag 2026 statt­fin­den, dann wie­der im Groß­zelt auf dem Missionsberg.

Menschen so sehen, wie Jesus sie sieht

Mir­jam und David Schmück­le sind seit Okto­ber 2023 in der Arbeit „Misión Urba­na Valen­cia“ mit woh­nungs­lo­sen Men­schen in Spa­ni­en tätig. Mir­jam stu­dier­te Inter­na­tio­na­le Sozia­le Arbeit an der Evan­ge­li­schen Hoch­schu­le Lud­wigs­burg und war in der Jugend­hil­fe aktiv. David stu­dier­te Sozia­le Arbeit, eben­falls an der Evan­ge­li­schen Hoch­schu­le Lud­wigs­burg. Zusam­men mit ihren Kin­dern waren sie im Som­mer in Deutsch­land, um von ihrer Arbeit zu berich­ten. Wir haben ihnen eini­ge Fra­gen gestellt.

Seit ein­ein­halb Jah­ren lebt ihr in Spa­ni­en. War die­se Zeit so wie ihr es erwar­tet habt?
Man hat Erwar­tun­gen, auf was man sich freut und was schwie­rig sein könn­te. Vor Ort merkt man dann, dass ganz ande­re Din­ge einen her­aus­for­dern, als man ver­mu­tet hät­te. Den büro­kra­ti­schen Auf­wand mit den Behör­den vor Ort haben wir zum Bei­spiel etwas unter­schätzt. Als fünf­köp­fi­ge Fami­lie braucht man beim Rein­fin­den ein­fach län­ger. Uns hat mal jemand gesagt, dass es pro Per­son etwa ein Jahr braucht, um in ein neu­es Land reinzufinden.
Sehr posi­tiv ist, dass wir in der kur­zen Zeit schon vie­le Bezie­hun­gen zu Men­schen auf­bau­en konn­ten – trotz Sprach- und Kul­tur­bar­rie­ren. Das hät­ten wir nicht erwar­tet. Wir haben fast schnel­ler Bezie­hun­gen knüp­fen kön­nen als bei unse­rem Umzug inner­halb Deutsch­lands. Es ist eine Her­aus­for­de­rung, mit klei­nen Kin­dern in ein neu­es Land zu gehen. Aber es ist auch eine gro­ße Res­sour­ce, ande­re Men­schen ken­nen­zu­ler­nen. Dadurch konn­ten wir recht schnell begin­nen, Freund­schaf­ten zu knüpfen.

Ihr arbei­tet im Pro­jekt „Misión Urba­na“ in Valen­cia und küm­mert euch beson­ders um obdach­lo­se Men­schen. Was fas­zi­niert euch an die­ser Arbeit?
Das Pro­jekt gibt es schon rund 30 Jah­re und läuft größ­ten­teils mit Ehren­amt­li­chen. Men­schen aus christ­li­chen Gemein­den enga­gie­ren sich bewusst ganz prak­tisch für Men­schen am Exis­tenz­mi­ni­mum. Das fin­den wir klasse.
Aus deut­scher Sicht fas­zi­nie­rend ist, dass es bei uns kei­nen Dienst­plan gibt. Der Pro­jekt­lei­ter kommt jeden Mor­gen und es wird geschaut, wer da ist. Dann wer­den die Auf­ga­ben ver­teilt. Und das funk­tio­niert. Deut­sche wür­den nie so arbei­ten. Auf der Glau­ben­s­ebe­ne ist es ein Ver­trau­ens­schritt, dass Gott die nöti­gen Mit­ar­bei­ter für den Tag gibt. Manch­mal ist es auch her­aus­for­dernd, aber in die­sem Kon­zept steckt viel Schö­nes drin.

Habt ihr manch­mal auch Berührungsängste?
Es gibt jeman­den, der sich nie duscht und zu dem sich selbst die ande­ren Wohn­sitz­lo­sen nicht dazu­set­zen. Das ist manch­mal schon her­aus­for­dernd und man hin­ter­fragt sich da auch selbst. Es gab auch schon mal einen Poli­zei­ein­satz bei uns und es gibt schon auch Men­schen unter den Wohn­sitz­lo­sen, die einen schwie­ri­gen Hin­ter­grund haben.
Aber es ist das Herz unse­rer Auf­ga­be, die Men­schen so zu sehen, wie Jesus sie sieht.
Und Jesus hat uns eine gro­ße Lie­be für die Men­schen gege­ben, sie trotz­dem zu umar­men und sie ein­fach als Men­schen zu sehen. Und dann ist es für uns auch kei­ne gro­ße Hürde.

Kommt ihr mit den Men­schen auch über euren Glau­ben ins Gespräch?
Ja, wenn man Zeit hat, auf jeden Fall. Wäh­rend des Früh­stü­ckens ist nicht viel Zeit. Da gibt es kei­ne inhalt­li­chen Ange­bo­te. Vie­le Men­schen haben Ableh­nung erfah­ren, aber sie mer­ken, dass sie bei uns ange­nom­men sind und das Pro­jekt ein christ­li­ches Ange­bot ist.
Dann gibt es aber auch Set­tings, wo mehr Zeit ist, und die Mög­lich­keit besteht, tie­fer ins Gespräch zu kom­men. Wir haben einen Bibel­kreis oder mit den wohn­sitz­lo­sen Frau­en zum Bei­spiel schon mal die Frau­en aus der Bibel bespro­chen, die kaum gese­hen wur­den. Wir wol­len ihnen zei­gen, dass Jesus sie sieht.
Man­che haben kei­ne Ahnung vom Glau­ben, man­che brin­gen auch einen wir­ren Mix ver­schie­de­ner Reli­gio­nen mit. Wir ver­su­chen ihnen, Jesus nahe­zu­brin­gen, wie er wirk­lich ist.
Das eine ist, mit den Men­schen zu spre­chen, das ande­re ist, für sie zu beten. Das ist uns in der letz­ten Zeit beson­ders wich­tig gewor­den. Wir ver­su­chen, unse­ren Dienst aus Lie­be zu den Men­schen zu tun und den ande­ren auf Augen­hö­he zu begeg­nen. Das ist unser Wunsch, dass es auch die Moti­va­ti­on der ande­ren Mit­ar­bei­ter ist.

Füh­len sich eure Kin­der in Spa­ni­en auch wohl?
Ja, auf jeden Fall. Es hat zwar eine Zeit der Umstel­lung gebraucht, aber sie füh­len sich echt wohl. Kürz­lich hat eines unse­rer Kin­der gesagt: „Wir haben zwei Hei­ma­ten – eine in Deutsch­land und eine in Spa­ni­en.“ Alle haben mitt­ler­wei­le ihren Platz gefun­den – mit unter­schied­li­cher Geschwin­dig­keit und unter­schied­li­chen Herausforderungen.
Es ist manch­mal gar nicht so leicht, gedul­dig zu sein mit den Kin­dern, wenn sie für man­ches mehr Zeit brauchen.
Wir hät­ten uns schon vor­stel­len kön­nen, dass es schei­tert, mit den Kin­dern nach Spa­ni­en aus­zu­rei­sen. Das ist für uns nicht selbst­ver­ständ­lich, dass die Kin­der die­sen Wech­sel nicht abge­lehnt haben und sie auch die­sen Weg mit­ge­hen – mit allen Aufs und Abs.

Wenn ihr jetzt gera­de in Deutsch­land seid: Was ver­misst ihr an Spa­ni­en am meisten?
Die Fle­xi­bi­li­tät und Ent­spannt­heit der Men­schen. Wir haben uns gut dar­an gewöhnt, dass man Ter­mi­ne nicht schon ein hal­bes Jahr vor­aus pla­nen muss, son­dern vie­les spon­tan läuft.

Du willst die Mis­si­ons­ar­beit von Fami­lie Schmück­le mit einer Spen­de unter­stüt­zen? Dann kannst du das über die­sen Link tun.

Gottes Herzschlag spüren

Jamin und Naë­ma Mas­qui­ren sind von der Lie­ben­zel­ler Mis­si­on Schweiz aus­ge­sandt. Seit 2021 sind sie als Mis­sio­na­re in Papua-Neu­gui­nea. Sie arbei­ten bei „Sha­pe­Li­fe“, einem sozi­al-mis­sio­na­ri­schen Pro­jekt für Kin­der und Jugend­li­che in sozia­len Brenn­punk­ten der Haupt­stadt Port Mores­by. In den nächs­ten Mona­ten sind sie in der Schweiz und in Deutsch­land und berich­ten von ihrer Arbeit. Wir haben ihnen eini­ge Fra­gen gestellt.

Seit vier Jah­ren seid ihr in Papua-Neu­gui­nea im Ein­satz. Wie ist es so, am ande­ren Ende der Welt zu leben?
Wir ken­nen die Geschich­ten der frü­he­ren Mis­sio­na­re in Papua-Neu­gui­nea. Damals brauch­te ein Brief Mona­te, bis er ankam. Auf eine Ant­wort muss­te man so lan­ge war­ten, dass aktu­el­le Anlie­gen bereits wie­der vor­bei waren. Heu­te leben wir in einer ande­ren Zeit. Tech­nik ver­bin­det. Ob wir in Frank­reich oder Papua-Neu­gui­nea leben, macht da kaum einen Unter­schied. Wir füh­len uns in Papua-Neu­gui­nea sehr wohl, das Land ist zu unse­rem Zuhau­se gewor­den. Wir wis­sen uns am rich­ti­gen Platz.

Ihr setzt euch für Kin­der ein, die in den sozia­len Brenn­punk­ten der Haupt­stadt Port Mores­by leben. Wie sieht eure Arbeit kon­kret aus?
Am Anfang war das Pro­jekt „Shape Life“ eine Ant­wort auf die sozia­le Not der Stra­ßen­kin­der. Ange­bo­te wie Kids Clubs soll­ten die­ser Not begeg­nen. In den letz­ten vier Jah­ren haben wir das Pro­jekt wei­ter­ent­wi­ckelt. Bis­her hing das Pro­jekt sehr an der Mis­si­on und an uns Mis­sio­na­ren. Jetzt legen wir den Schwer­punkt auf Trai­ning und Jün­ger­schaft. Wir wol­len loka­le Kir­chen aus­rüs­ten und ihnen die Augen dafür öff­nen, dass sie sich selbst für ihr Umfeld ein­set­zen. Es soll aber nicht nur um ein Enga­ge­ment gehen. Wir wün­schen uns, dass die Men­schen Got­tes Herz­schlag spü­ren, der sie nach sei­nem Wil­len gebrau­chen will.

Was war ein High­light für euch in den letz­ten Monaten?
Es gab eini­ge High­lights. Ein ehren­amt­li­cher Mit­ar­bei­ter war zum Bei­spiel sehr schüch­tern. Er sprach immer sehr lei­se und schau­te beim Reden auf den Boden. Jetzt ist er einer der Haupt­lei­ter bei den Kids Clubs. Gott hat ihn ver­än­dert und ihm inne­re Zuver­sicht und mehr Selbst­be­wusst­sein geschenkt. Es ist toll, so eine Ent­wick­lung zu sehen. Ein ande­res schö­nes Erleb­nis war, wie Gott uns eine Begeg­nung mit einem ganz beson­de­ren Ehe­paar geschenkt hat. Wir waren auf der Suche nach jeman­dem, der auf das Grund­stück des Pro­jekts auf­passt, wenn wir in Euro­pa sind. Nor­ma­ler­wei­se soll­te man so eine Auf­ga­be kul­tu­rell nur jeman­dem anver­trau­en, den man schon vie­le Jah­re kennt. Gott hat es aber so geführt, dass wir ihnen auch schon nach weni­gen Mona­ten ver­trau­en kön­nen. Es ist sein Wir­ken, dass er die rich­ti­gen Men­schen zu uns führt.

Was for­dert euch am meis­ten heraus?
Ich glau­be, es gibt vie­le Lern­fel­der. Das Den­ken und die Kul­tur sind in Neu­gui­nea ganz anders als unse­re west­li­che. Ich bin immer wie­der in kom­plett neu­en Set­tings. Oft haben schon ein­zel­ne Stäm­me wie­der ganz ver­schie­de­ne Kul­tu­ren. Mitt­ler­wei­le füh­le ich mich aber auch in Situa­tio­nen wohl, wo ich nicht weiß, was passiert.
Eine Span­nung für uns besteht im Umgang mit Geld. Das west­li­che Ver­ständ­nis unter­schei­det sich hier total von dem in Papua-Neu­gui­nea. Essen spielt für die Men­schen zum Bei­spiel eine viel grö­ße­re Rol­le als für Men­schen aus dem Wes­ten. Von daher haben man­che Men­schen dort ganz ande­re Vor­stel­lun­gen, wie wir sie unter­stüt­zen soll­ten. Ein­fach, weil ihr Den­ken so anders ist. Gut, dass Gott auch auf inter­kul­tu­rel­le Fra­gen Ant­wor­ten hat.

Auf was freut ihr euch am meis­ten, wenn ihr jetzt wie­der eini­ge Zeit in der Schweiz seid?
Dass wir wie­der Teil von unse­rem Fami­li­en- und Freun­des­netz­werk sein kön­nen. Wir sind sehr geseg­net mit unse­ren Fami­li­en und unse­ren Freun­den. Fast alle sind mit Jesus unter­wegs. Hier wie­der dabei sein zu kön­nen, bedeu­tet ein Auf­tan­ken für uns.

Du willst die Mis­si­ons­ar­beit von Fami­lie Mas­qui­ren mit einer Spen­de unter­stüt­zen? Dann kannst du das über die­sen Link tun.

Hilfe für Frauen in Ecuador

Pau­la (Name geän­dert) kam durch ihre Nach­ba­rin mit Casa Ága­pe in Kon­takt, bei dem Frau­en gehol­fen wird, die unter häus­li­cher und fami­liä­rer Gewalt lei­den. Die Nach­ba­rin rief vor rund ein­ein­halb Jah­ren über das Seel­sor­ge-Tele­fon an, um sich bera­ten zu las­sen, da sie nicht mehr wuss­te, wie sie Pau­la hel­fen sollte.

Pau­la leb­te seit ihrer Kind­heit in äußerst schwie­ri­gen Ver­hält­nis­sen; sie hat viel Gewalt und Mani­pu­la­ti­on erfah­ren und meh­re­re Kin­der von ver­schie­de­nen gewalt­tä­ti­gen Män­nern. Sie hat fünf Abtrei­bun­gen hin­ter sich und vie­le zer­bro­che­ne Beziehungen.

Es war anfangs schwie­rig, mit Pau­la in der Seel­sor­ge zu arbei­ten, da ihr Leben sehr zer­rüt­tet war. Sie litt auch unter Angst­zu­stän­den und Panik­at­ta­cken, sodass es ihr unmög­lich war, sich in einem geschlos­se­nen Raum zur Seel­sor­ge zu tref­fen. Zunächst traf sie sich mit der Seel­sor­ge­rin Veri­to im Hof der Gemein­de. Nach eini­gen Mona­ten nahm Pau­la auch die Hil­fe eines Psy­cho­lo­gen von Casa Ága­pe an und wur­de zusätz­lich wei­ter­hin von Veri­to betreut.

Die Seel­sor­ge­rin erzähl­te ihr von Jesus und davon, dass er uns ret­tet. Schritt für Schritt erklär­te Veri­to Pau­la über meh­re­re Wochen hin­weg das Evan­ge­li­um. Als es um Pau­las Ant­wort dar­auf ging, stell­te Veri­to jedoch fest, dass die Gute Nach­richt von Jesus und sei­ner Ret­tung bei Pau­la noch nicht ange­kom­men war. Also began­nen sie noch ein­mal von vor­ne. Mit viel Geduld und Behut­sam­keit führ­te Veri­to Pau­la zu Jesus. Pau­la begann, Got­tes bedin­gungs­lo­se Lie­be ein wenig mehr zu ver­ste­hen. Sie möch­te nun Jesus als ihren Ret­ter kennenlernen.

Veri­to lud Pau­la ohne Druck in die Gemein­de ein, und sie geht jetzt regel­mä­ßig hin. „Gott arbei­tet in ihrem Her­zen. Es ist zwar noch ein wei­ter Weg zur Hei­lung, aber unser Gott ist barm­her­zig und gedul­dig mit ihr. Er hilft ihr, ihr Herz zu erken­nen und ihm alle Tei­le zu über­ge­ben, damit er sie hei­len kann“, sag­te Mis­sio­na­rin Tabea Ruf.

Die bis­he­ri­ge Ver­än­de­rung bei Pau­la ist sogar nach außen hin zu sehen. Veri­to kann sich jetzt ohne Pro­ble­me mit ihr in geschlos­se­nen Räu­men tref­fen. Gemein­sam lesen sie das Buch „Leben mit Visi­on“ von Rick War­ren. Pau­la hat neu­en Antrieb bekom­men und ist nun auch wie­der auf dem aktu­el­len Stand mit ihren Arzt­ter­mi­nen und Behand­lun­gen. Selbst die Psy­cho­lo­gin im Gesund­heits­zen­trum sag­te, dass sie sich wünscht, alle Pati­en­ten wür­den sol­che Fort­schrit­te machen wie Pau­la. Pau­la ant­wor­te­te dar­auf, dass „die christ­li­che Frau ihr hilft“. „Wir sehen, wie wun­der­bar Jesus in Pau­la wirkt, und wir dan­ken ihm, dass Frau­en wie Pau­la durch Casa Ága­pe ihren Ret­ter und Hei­ler ken­nen­ler­nen kön­nen“, sag­te Tabea Ruf.

Tabea und Sebas­ti­an Ruf sind seit Juni 2018 in Ecua­dor tätig. Sie bau­en Hilfs­an­ge­bo­te für Frau­en auf, die unter häus­li­cher Gewalt leiden.
Das Herz­stück von Casa Ága­pe sind zwölf Seel­sor­ge­rin­nen, die Gesprä­che anbie­ten. „Zudem arbei­ten wir mit Chris­ten zusam­men, die mit ihrem Beruf Gott die­nen wol­len, dar­un­ter Anwäl­te, Psy­cho­lo­ge und ein medi­zi­ni­sches Team“, sag­te Mis­sio­na­rin Tabea Ruf. Seit Som­mer 2020 gibt es ein Seel­sor­ge­te­le­fon, das einem Erst­kon­takt ermög­licht; seit Herbst 2024 betreibt das Pro­jekt ein Frau­en­schutz­haus. Außer­dem wird zur­zeit eine eige­ne ecua­do­ria­ni­sche Stif­tung „Casa Ága­pe“ gegründet.
Das Ehe­paar lei­tet zudem den Gemein­de­auf­bau im länd­li­chen Anden­dorf Mira. Bei­de haben in Bad Lie­ben­zell stu­diert – Sebas­ti­an an der Inter­kul­tu­rel­len Theo­lo­gi­schen Aka­de­mie und Tabea an der Inter­na­tio­na­len Hoch­schu­le Lie­ben­zell. Sie haben drei Kinder.

Menschen einladen, Freundschaft leben, Glauben teilen

Felix und Jes­si­ca Unger haben an der Inter­na­tio­na­len Hoch­schu­le Lie­ben­zell stu­diert – Felix Evan­ge­li­sche Theo­lo­gie und Jes­si­ca Theo­lo­gie und Sozia­le Arbeit im inter­kul­tu­rel­len Kon­text. Nach­dem sie zuerst beim SWD-EC-Ver­band als Jugend­re­fe­ren­ten gear­bei­tet haben, sind sie seit April 2021 in Spa­ni­en. Der­zeit sind sie in Deutsch­land unter­wegs, um von ihrer Arbeit zu berich­ten. Wir haben Felix eini­ge Fra­gen gestellt.

Seit vier Jah­ren bist du zusam­men mit dei­ner Fami­lie in Spa­ni­en. Was macht ihr konkret?
Wir sind in Spa­ni­en im Gemein­bau in Cul­lera, einer Stadt süd­lich von Valen­cia. Dort gibt es zwei evan­ge­li­sche Gemein­den, in einer arbei­ten wir. Letz­tes Jahr haben wir die Gemein­de­ver­ant­wor­tung übernommen.
Oft wer­den evan­ge­li­sche Gemein­den in Spa­ni­en als Sek­ten gese­hen. Des­halb ist es unser Ziel, die Gemein­de in der Stadt trans­pa­rent und sicht­ba­rer zu machen. Dadurch wol­len wir Vor­ur­tei­le abbau­en, damit Leu­te Jesus ken­nen­ler­nen kön­nen. Man­ches in unse­rer Arbeit ist wie in Deutsch­land. Wir set­zen uns ein für Jün­ger­schaft, Glau­bens­kur­se, Kin­der- und Jugend­ar­beit und per­sön­li­che Beglei­tung. Es ist uns aber auch wich­tig, in der Gemein­de nicht nur als „Pas­tor“, son­dern auch als „misione­ro“ wahr­ge­nom­men zu wer­den. Das heißt, dass wir auch Kon­tak­te und Bezie­hun­gen außer­halb der Gemein­de bewusst suchen und pfle­gen. Wir laden Leu­te nach Hau­se ein, leben Freund­schaft, tei­len Glauben.

Was schätzt du an der Men­ta­li­tät der Spa­ni­er und was for­dert dich heraus?
Die Spa­ni­er genie­ßen das Leben, sind viel drau­ßen unter­wegs und sind in der ers­ten Begeg­nung sehr freund­lich, beson­ders Kin­dern gegen­über. Mir gefällt, dass ver­schie­de­ne Gene­ra­tio­nen hier nicht unter sich blei­ben. Alt und Jung sind viel zusam­men. Freun­de kön­nen oft auch viel älter sein als man selbst. In Deutsch­land bleibt man oft im sel­ben Alters­spek­trum. Spa­ni­er sind sehr direkt, manch­mal sogar noch direk­ter als Deut­sche. Sie sind nicht immer unbe­dingt diplo­ma­tisch, son­dern sehen manch­mal Din­ge sehr schwarz-weiß. Das ist ab und zu gewöhnungsbedürftig.

Was war für dich ein High­light in eurer Gemein­de in der letz­ten Zeit?
Da gab es ver­schie­de­ne. Eine Trau­ung und vier Tau­fen zum Bei­spiel. Stark fand ich, dass
Leu­te aus der Gemein­de bereit waren, wäh­rend unse­rer Deutsch­land-Zeit mehr Ver­ant­wor­tung zu über­neh­men, was bis­her nicht immer der Fall war. Wenn Men­schen Schrit­te im Glau­ben gehen, ist das jedes Mal ein Highlight.

Wel­chen Tipp hast du für Men­schen, die sich über­le­gen, selbst als Mis­sio­na­re ins Aus­land zu gehen?
Im Kon­text von Spa­ni­en wür­de ich sagen: Unbe­küm­mert­heit, Klar­heit und Fle­xi­bi­li­tät. Für die jet­zi­ge Gene­ra­ti­on ist es wich­tig, zum einen ein biss­chen unbe­küm­mert an eine Auf­ga­be ran­zu­ge­hen, gleich­zei­tig aber auch Klar­heit zu haben und von Gott zu wis­sen, dass der Schritt dran ist. Außer­dem braucht es Fle­xi­bi­li­tät, wenn sich Din­ge anders ent­wi­ckeln als erhofft oder als sie bespro­chen wur­den. Gege­be­nen­falls muss man auch mal sei­ne Ide­al­vor­stel­lun­gen bei­sei­te legen, wenn man merkt, dass was ande­res vor Ort benö­tigt wird.

Was ist für dich der größ­te Genuss, wenn du in Deutsch­land bist?
Nach zwei Jah­ren Spa­ni­en zurück­zu­kom­men, beim deut­schen Bäcker eine Lau­gen­stan­ge zu kau­fen, rein­zu­bei­ßen und zu bemer­ken, was man ver­misst hat, ist ein­fach herr­lich. Außer­dem ist es natür­lich wun­der­schön, Freun­de und Fami­lie zu sehen und mit­zu­er­le­ben, wie es unse­re Kin­der fei­ern, end­lich mal wie­der Oma und Opa zu treffen.

Du willst die Mis­si­ons­ar­beit von Fami­lie Unger mit einer Spen­de unter­stüt­zen? Dann kannst du das über die­sen Link tun.

„Alle zehn Tage wird eine neue Gemeinde gegründet“

Micha­el und Tina Eck­stein sind seit 2009 als Mis­sio­na­re in Frank­reich im Ein­satz. Seit 2022 leben und arbei­ten sie in Nan­tes und brin­gen sich in der Gemein­de­ar­beit ein mit dem Ziel, eine Toch­ter­ge­mein­de zu grün­den. Micha­el ist außer­dem Team­lei­ter der Frank­reich-Mis­sio­na­re. Der­zeit ist er in Deutsch­land und berich­tet von sei­ner Arbeit. Wir haben ihm eini­ge Fra­gen gestellt.

Ihr wart vie­le Jah­re in der Gemein­de­ar­beit in der länd­lich gepräg­ten Nor­man­die im Ein­satz, jetzt in der Stadt Nan­tes. Wie unter­schei­det sich Gemein­de­grün­dung auf dem Land und in der Stadt?
In der Stadt gibt es mehr Fluk­tua­ti­on. Es gibt in Nan­tes zum Bei­spiel eine christ­li­che Buch­hand­lung, die nur von Ehren­amt­li­chen gelei­tet wird. Dadurch, dass sie auch einen Paket­dienst haben, kom­men vie­le Leu­te vor­bei. Die­ses Kon­zept wür­de auf dem Land weni­ger gut funktionieren.
Man­che Men­schen sind in der Stadt offe­ner – offen für alles, auch ande­re z. B. reli­giö­se Über­zeu­gun­gen und eine tra­di­tio­nel­le Prä­gung hat dann auch weni­ger Gewicht. Die Fluk­tua­ti­on bringt mehr Geschäf­tig­keit mit sich. Die Wege, die die Leu­te zurück­lie­gen müs­sen, wer­den aber nicht unbe­dingt kür­zer, nur weil man in der Stadt lebt. Was gleich ist: Man muss in Bezie­hun­gen inves­tie­ren und dafür viel Zeit aufbringen.

Kir­che und Staat sind in Frank­reich strikt getrennt. Macht das die Gemein­de­grün­dung ein­fa­cher oder schwieriger?
Es gibt Din­ge, die Gemein­de­grün­dung erleich­tern, aber auch Din­ge, die sie erschwe­ren. Man kann es nicht direkt ver­glei­chen. 120 Jah­re Lai­zi­tät in Frank­reich haben defi­ni­tiv Spu­ren hin­ter­las­sen. Reli­gi­on gehört zwar zum Leben, aber wenn mög­lich im Pri­va­ten. Der Ursprung der Tren­nung von Staat und Kir­che war dazu gedacht, reli­giö­se Min­der­hei­ten zu schüt­zen. Heu­te wird sie oft dazu genutzt, Schran­ken auf­zu­bau­en, wie Reli­gi­on begrenzt wer­den kann. Da hat sich etwas verschoben.
Die Tren­nung von Kir­che und Staat hat die Säku­la­ri­sie­rung in Frank­reich aus mei­ner Sicht beschleu­nigt. Die ist in Frank­reich noch viel stär­ker fort­ge­schrit­ten als in Deutsch­land. Wobei mei­ne Beob­ach­tung ist, dass es in Deutsch­land in eine ähn­li­che Rich­tung geht. In Frank­reich ist man sich aber mehr bewusst, dass man wenig vom Glau­ben weiß. Eini­ge Leu­te haben rea­li­siert, dass sie kei­ne Ahnung vom Glau­ben haben. Das bie­tet wie­der­um Chan­cen und das fin­de ich spannend.

Meh­re­re Medi­en berich­te­ten in letz­ter Zeit, dass die Anzahl evan­ge­li­kal-pro­tes­tan­ti­scher Gemein­den rasant gewach­sen sei. Ist das auch dei­ne Beobachtung?
Ja, je nach­dem, was man rasant nennt. Die Sta­tis­ti­ken ent­wi­ckeln sich zwar noch nicht so, wie man­che es sich wün­schen. Aber etwa alle zehn Tage wird eine Gemein­de gegrün­det. Und da sind schon die Gemein­den abge­zo­gen, die schlie­ßen. Das ist schon eine sehr posi­ti­ve Ent­wick­lung. Auf der Ebe­ne der Evan­ge­li­schen Alli­anz hat man erkannt, dass Gemein­de­grün­dung ein Schlüs­sel ist, Frank­reich mit dem Evan­ge­li­um zu errei­chen. Das Ziel ist, dass es eine Gemein­de auf 10.000 Ein­woh­ner gibt. Es geht dabei jedoch nicht dar­um, ein­fach einen Zah­len­wert zu erfül­len. Damit steigt ein­fach die Wahr­schein­lich­keit, dass Leu­te in ihrem Umfeld Chris­ten begeg­nen. Aktu­ell ste­hen wir bei einer Gemein­de auf 29.000 Ein­woh­ner. Das zeigt, dass wir schon noch weit vom Ziel ent­fernt sind.

Gibt ein Erleb­nis oder eine Begeg­nung in der letz­ten Zeit, die dich beson­ders bewegt hat?
Ich kam kürz­lich mit einer Per­son ins Gespräch, die lan­ge weg war vom christ­li­chen Glau­ben. Mit 18 Jah­ren hat sie sich tau­fen las­sen, hat sich dann aber nach 2–3 Jah­ren vom Glau­ben ent­fernt. Der Haupt­grund war, dass sie nicht wuss­te, wie man als Christ mit Sün­de umgeht. Sie kam nicht mehr in den Got­tes­dienst, weil sie sich dafür nicht wür­dig fand. Ins­ge­samt hat sie über 20 Jah­re „ohne Gott“ gelebt. Gott hat ihr dann wun­der­ba­re Begeg­nun­gen mit Men­schen geschenkt, unter ande­rem in der christ­li­chen Buch­hand­lung. Was sie dann mit die­sen Men­schen und mit Gott erlebt hat, hat bei ihr einen Hei­lungs­pro­zess in Gang gesetzt. Nach ein paar Mona­ten hat sich ihre Aus­strah­lung stark ver­än­dert. Heu­te erle­be ich eine ganz ande­re Per­sön­lich­keit bei ihr.
Sie erzähl­te mir außer­dem, dass Gott ihr ein ganz beson­de­res Geschenk gemacht hat. In einem Got­tes­dienst ging es um die Josef-Geschich­te. Das The­ma der Pre­digt war Ver­söh­nung und ob es etwas gibt, was man im eige­nen Leben in Ord­nung brin­gen soll­te. Die­ses The­ma hat sie nicht los­ge­las­sen. Sie hat­te den Ein­druck, dass sie ihren leib­li­chen Vater kon­tak­tie­ren soll­te, den sie mehr als 30 Jah­re nicht gese­hen hat­te. Nach­dem sie her­aus­ge­fun­den hat­te, wo er wohn­te, schrieb sie ihm einen Brief. Genau in die­ser Zeit lag ihr Vater im Kran­ken­haus. Aus die­sem Brief her­aus ent­stan­den Tele­fo­na­te und Tref­fen. Die Begeg­nun­gen und gar die Ver­söh­nung mit ihrem Vater waren für sie ein beson­de­res Geschenk Got­tes, das sie nicht für mög­lich gehal­ten hätte.

Du bist unser Team­lei­ter in Frank­reich und wünschst dir neue Mis­sio­na­re für euer Team. Wel­che Vor­aus­set­zun­gen müs­sen sie denn mit­brin­gen und was kön­nen sie bei euch erwarten?
Freu­de, sich auf ande­re Leu­te ein­zu­las­sen und eine ande­re Kul­tur zu ent­de­cken, die vor­der­grün­dig ähn­lich, aber dann doch sehr ver­schie­den sein kann. Außer­dem auch das Vor­recht, eine ande­re Spra­che zu ler­nen und zu sehen, was Gott woan­ders tut. Sie kön­nen mit­be­kom­men, wie Gott Gemein­de wach­sen lässt mit allen Höhen und Tie­fen. Hier kön­nen sie mit­hel­fen mit den Gaben, die sie selbst mit­brin­gen – egal, ob es im theo­lo­gi­schen, sozia­len oder päd­ago­gi­schen Bereich ist. Wir freu­en uns über neue Kol­le­gen in Frank­reich in unse­rem Team!

Du willst die Mis­si­ons­ar­beit von Fami­lie Eck­stein mit einer Spen­de unter­stüt­zen? Dann kannst du das über die­sen Link tun.

Exit Game der Liebenzeller Mission

Ganz neu und unser Tipp für den Som­mer: Lüf­tet „das Geheim­nis der Sil­ber­wa­ren­fa­brik“ und spielt das ganz neue Exit-Game auf dem Missionsberg.

Lie­ben­zell, 1896. Eine Grup­pe Kauf­leu­te beginnt vol­ler Taten­drang mit dem Bau einer Sil­ber­wa­ren­fa­brik am Non­nen­bu­ckel. Alles läuft nach Plan: Sil­ber wird gelie­fert, dazu fun­keln­de Edel­stei­ne – Sma­rag­de, Rubi­ne und Saphi­re. Doch dann das Uner­war­te­te: Der Bau wird gestoppt, das Gelän­de muss geräumt wer­den. Das Sil­ber wird abtrans­por­tiert – aber wo sind die Edel­stei­ne? Sie sind plötz­lich ver­schwun­den. Die Kauf­leu­te suchen tage­lang – mit Hel­fern, Spür­hun­den und jeder Men­ge Fra­gen. Doch der Schatz bleibt ver­schwun­den. Bis heute.

Begebt euch auf ein span­nen­des Aben­teu­er auf dem Mis­si­ons­berg, folgt den Spu­ren der Ver­gan­gen­heit und ent­schlüs­selt das Geheim­nis der Silberwarenfabrik.

Das Spiel ist für Erwach­se­ne kon­zi­piert. Aber es ist auch für Kin­der und Teens ab 10 Jah­ren im Team mit Fami­lie oder Freun­den geeig­net. Und natür­lich ist es kostenlos.

Alle Infos gibt es unter www.liebenzell.org/exitgame