Absolvierungsfeier der Interkulturellen Theologischen Akademie

BAD LIEBENZELL. Drei Jah­re inten­si­ves und prä­gen­des Stu­di­um lie­gen hin­ter ihnen, nun tra­gen sie den Titel „Gemein­de­as­sis­tent“: 14 Absol­ven­ten der Inter­kul­tu­rel­len Theo­lo­gi­schen Aka­de­mie (ITA) fei­er­ten am 25. Juli ihren Aus­bil­dungs­ab­schluss. Sie wer­den­ei­ne Stel­le in der Gemeinde‑, Jugend- oder Mis­si­ons­ar­beit antre­ten – in Deutsch­land und im Ausland.

Getreu des Mot­tos des Abends „Ein‑, Aus- und Wei­ter­bil­dung“ stu­die­ren die Absol­ven­ten auch wei­ter und erwer­ben ent­we­der par­al­lel zum Berufs­ein­stieg den Bache­lor in „Bible and Theo­lo­gy” über die Glo­bal Uni­ver­si­ty oder sie schlie­ßen ihren „Bache­lor in Theologie/Pädagogik im inter­kul­tu­rel­len Kon­text“ im Voll­zeit­stu­di­um an der Inter­na­tio­na­len Hoch­schu­le Lie­ben­zell ab.
Die Über­rei­chung der Glo­bal Uni­ver­si­ty Bache­lor-Abschlüs­se fand eben­falls im Rah­men der Absol­vie­rungs­fei­er durch den deut­schen Ver­tre­ter Hel­mut Schrö­der statt. Vier Theo­lo­gen haben die­sen nun in der Tasche.

Im einem der Gruß­wor­te freu­te sich Dave Jar­setz, Mis­si­ons­lei­ter der Lie­ben­zel­ler Mis­si­on, Trä­ger der ITA, dass die Absol­ven­ten bereit sei­en, ihren Platz in Got­tes Geschich­te ein­zu­neh­men: „Ihr seid nach Bad Lie­ben­zell gekom­men, um wie­der zu gehen. Und das ist auch gut so. Ihr seid bereit, gesandt zu wer­den in die Welt.“ Ohne Mis­si­on wer­de das Stu­di­um zur Papier­sa­che: „Geht als Froh­bot­schaf­te­rin­nen und Frohbotschafter!“

Fest­red­ner war Ulrich Par­za­ny, Theo­lo­ge und Pfar­rer im Ruhe­stand. Er stell­te fest, dass das schwers­te Pro­blem der Ver­kün­di­gung des Evan­ge­li­ums im 21. Jahr­hun­dert in der west­li­chen Welt das Durch­bre­chen der Ein­bil­dung sei: „Hier haben wir ein Wahn­sinns­pro­blem.“ Die west­li­che Welt sei, ange­lehnt an Charles Tay­lor, geprägt von Sche­ma­ta sozia­ler Vor­stel­lun­gen. Gemeint sei­en damit Vor­stel­lun­gen, die eine bestimm­te Zeit in einem Kul­tur­kreis so stark prä­gen, dass es kaum ein Aus­wei­chen gebe. Vor 500 Jah­ren sei die Vor­stel­lung fast aller gewe­sen, dass man an Gott glaubt. „Heu­te ist es kom­plett anders. Der Glau­be an Gott scheint unvor­stell­bar.“ Ein über­na­tür­li­cher Gott spie­le in der west­li­chen Welt kaum mehr eine Rol­le, das Dies­seits sei für die meis­ten ent­schei­dend: „Im Mit­tel­punkt steht der Mensch und sein Pro­jekt eines gelin­gen­den Lebens.“ Par­za­ny bemän­gel­te, dass heu­te auch vie­le Chris­ten sich zu stark auf das Dies­seits kon­zen­trier­ten. Man bege­be sich in eine völ­li­ge Sack­gas­se, wenn man Den­ken nur als Anhäu­fung von Wis­sen ver­ste­he: „Unser Den­ken ist immer auch eine Wider­spie­ge­lung und eine Recht­fer­ti­gung der Art und Wei­se, wie wir leben. Wir Men­schen sind oft geni­al im Tren­nen der Wirk­lich­keit. Wer den Men­schen in Stü­cke zer­reißt, muss sich nicht wun­dern, wenn man ihm nicht hel­fen kann.“ Par­za­ny warb für eine ganz­heit­li­che Sicht­wei­se des Lebens: „Es ist eine gro­ße Her­aus­for­de­rung, als Eben­bil­der Got­tes zu leben und zu den­ken. Uns treibt heu­te die Fra­ge nach der Iden­ti­tät um wie nie zuvor. Jeder Mensch ist ein Geschöpf Got­tes, das von Gott selbst ange­re­det und beauf­tragt wird. Wenn wir Gott, den Schöp­fer ken­nen, wis­sen wir, wer der Mensch ist.“ Heu­te gel­te oft­mals die Devi­se „Ich bin, was ich füh­le“. Gefüh­le sei­en aber nie sta­bil: „Wenn Men­schen die Fra­ge nach ihrer Iden­ti­tät auf ihr Gefühl grün­den wol­len, heißt das, sie haben kei­nen Boden unter den Füßen.“ Dabei sei eine Annah­me zen­tral: „Es gibt kei­ne wich­ti­ge­re Bot­schaft in unse­rer Zeit als die, ein Eben­bild Got­tes zu sein – ob du das glaubst oder nicht. Du kannst Gott ver­ges­sen oder ver­drän­gen, aber Gott hat dich nicht ver­ges­sen.“ Es habe noch nie eine Zeit gege­ben, die das Evan­ge­li­um von Jesus Chris­tus so drin­gend brau­che, wie die jet­zi­ge. „Das ist der ein­zi­ge Grund, war­um ich trau­rig bin, 84 Jah­re alt zu sein. Jetzt wür­de ich eigent­lich ger­ne noch­mal anfan­gen“, sag­te Par­za­ny mit einem Schmun­zeln. Die Absol­ven­ten hät­ten nun alle eine Auf­ga­be vor sich: „Tut euren Dienst lei­den­schaft­lich für Jesus und in der Gewiss­heit, dass er die Welt besiegt hat.“

Mat­thi­as Meis­ter, Aka­de­mi­scher Lei­ter der ITA, beton­te in sei­ner Lau­da­tio, dass fast 50 Pro­zent der inves­tier­ten Zeit des Stu­di­ums Pra­xis gewe­sen sei – in der Arbeit in Gemein­den oder mit Kin­dern und Jugend­li­chen. „Ihr könnt stolz dar­auf sein, dass ihr euer Stu­di­um abge­schlos­sen habt.“ Die Absol­ven­ten hät­ten nicht nur in ihrem Wis­sen zuge­nom­men, auch ihr Cha­rak­ter und ihre Per­sön­lich­keit sei­en geformt und manch­mal auch geläu­tert wor­den. Abschlie­ßend gab er den Absol­ven­ten mit auf den Weg, sich eine wei­se Lebens­füh­rung anzu­eig­nen: „Bleibt bestän­dig dar­an, euch wei­ter­zu­bil­den und lasst euch von Gott und sei­ner Füh­rung her­aus­for­dern.“ Als Ler­nen­de und Suchen­de sei­en wir abhän­gig von Gott: „Bleibt Men­schen, die immer wei­ter­kom­men wol­len – wei­ter zu unse­rem wun­der­ba­ren Gott.“

Die Stu­den­tin Cari­na Schmalz­haf sprach von ihren Mit­stu­den­ten und Dozen­ten als „ITA-Fami­lie“. Die­se Zeit habe sie sehr geprägt. Vom Stu­di­um hät­ten sie und die wei­te­ren Absol­ven­ten sehr pro­fi­tiert: „Wir sind zu Men­schen gewor­den, die mit dem Kopf und mit dem Herz glauben.“

Ein­ge­bet­tet in lei­den­schaft­li­che Lob­preis-Musik, unter­halt­sa­me Rück­bli­cke und ein reich­hal­ti­ges Büfett beim anschlie­ßen­den Steh­emp­fang erleb­ten die rund 350 Besu­cher einen rund­um fei­er­li­chen Abend.

Infos zu den Stu­di­en­an­ge­bo­ten der ITA gibt es im Inter­net unter www.ita-info.de.

Sambische Mitarbeiter sind ein großer Schatz

Ben­ja­min und Debo­ra Wag­ner leben seit 2016 in Sam­bia und haben drei Kin­der. Seit 2017 ist Ben­ja­min Pro­jekt­ver­ant­wort­li­cher von „Hil­fe zum Leben“ in Mus­hi­li. Debo­ra hält Kin­der­stun­den, arbei­tet in der Frau­en­stun­de und im Kids Club (Jung­schar) mit.
Ben­ja­min hat nach einer Aus­bil­dung und Tätig­keit als Bank­kauf­mann Theo­lo­gie in Bad Lie­ben­zell stu­diert. Debo­ra ist Rechts­an­walts­fach­an­ge­stell­te. Bei­de haben ihre Beru­fung in den Mis­si­ons­dienst bei Aus­lands­ein­sät­zen in Afri­ka erlebt. In den nächs­ten Wochen sind sie Deutsch­land und berich­ten über ihre Arbeit in Sam­bia. Wir haben ihnen eini­ge Fra­gen gestellt.

Nächs­tes Jahr fei­ert ihr ein klei­nes Jubi­lä­um und seit dann schon zehn Jah­re als Mis­sio­na­re in Sam­bia. Wie fühlt sich das für euch an?
Wir kön­nen es selbst kaum glau­ben, dass es bald zehn Jah­re sind und wir jetzt schon in unse­rem zwei­ten Hei­mat­auf­ent­halt sind. Es ist ver­rückt, wie die Zeit ver­fliegt. In Sam­bia füh­len wir uns sehr wohl. Das Land ist zum Zuhau­se für uns und unse­re Kin­der gewor­den – trotz aller kul­tu­rel­len Her­aus­for­de­run­gen. Auch mit unse­ren Kol­le­gen in unse­rem Team und mit unse­rer Arbeit füh­len wir uns wohl. Es sind super Bezie­hun­gen zu Sam­bi­ern gewach­sen und wir haben tol­le sam­bi­sche Mit­ar­bei­ter, die mit gro­ßer Lei­den­schaft im Ein­satz sind und auf die wir uns ver­las­sen kön­nen. Das ist ein gro­ßer Schatz.

Du lei­test das Pro­jekt „Hil­fe zum Leben“ in Mus­hi­li. Was macht ihr konkret?
Es geht um ganz­heit­li­che Hil­fe in Tat und Wort. Wir haben zwei Berei­che. Der eine för­dert Land­wirt­schaft nach bibli­schen Prin­zi­pi­en. Wir arbei­ten mit Klein­bau­ern zusam­men und hel­fen ihnen, ihren Ern­te­er­trag zu ver­bes­sern. Dadurch wol­len wir Jesus groß­ma­chen. Der zwei­te Schwer­punkt ist die Kin­der- und Jugend­ar­beit. Auf uns­rem Gelän­de kön­nen Kin­der Sport machen und wir för­dern durch eine Büche­rei die Bil­dung. Dadurch fin­den jun­ge Men­schen Ange­bo­te, ihnen im Leben und Glau­ben weiterhelfen.

Was sind die größ­ten Nöte der Men­schen im Alltag?
Gene­rell ist es für vie­le her­aus­for­dernd, eine Arbeit zu fin­den, mit der sie ihre Fami­lie ernäh­ren kön­nen. Es gibt in Sam­bia vie­le gut aus­ge­bil­de­te Men­schen, die jah­re­lang auf einen Job war­ten. Vie­le haben nur Jobs als Tage­löh­ner oder einen Arbeits­ver­trag für ein paar Wochen.
Was­ser gibt es in unse­rem Vier­tel erst seit Kur­zem. Wir selbst haben zwar einen Brun­nen und haben damit auch vie­le in der Nach­bar­schaft ver­sorgt. Aber für das gan­ze Vier­tel gibt es erst seit eini­gen Wochen eine Was­ser­ver­sor­gung. Auch Strom ist ein Pro­blem. Der fällt regel­mä­ßig aus. Wer ein Geschäft hat, kann ohne Strom nicht arbei­ten und hat finan­zi­el­le Ein­bu­ßen. Das sind eigent­lich Basics, die für uns in Deutsch­land nor­mal sind, die aber den Men­schen in Sam­bia das Leben schwermachen.
Für Kin­der und Jugend­li­che feh­len oft die Vor­bil­der: Eltern oder Men­schen, die sich für die Kin­der Zeit neh­men. Das ist auch ein gro­ßes Pro­blem in der Gesellschaft.

In Sam­bia sind offi­zi­ell die meis­ten Men­schen Chris­ten. Braucht es da über­haupt geist­li­chen Input von euch Missionaren?
Es gibt den Spruch: In Sam­bia ist die Chris­ten­heit zehn Kilo­me­ter breit, aber nur einen Meter tief. Da ist was dran. Offi­zi­ell sind die meis­ten Men­schen Chris­ten und gehen auch sonn­tags in die Kir­che. Aber sie lesen die Bibel nicht und es gibt oft unter dem christ­li­chen Deck­man­tel eine sehr frag­wür­di­ge Ver­kün­di­gung, wie zum Bei­spiel die Irr­leh­re des Wohl­stands­evan­ge­li­ums. Es braucht in Sam­bia eine fun­dier­te bibli­sche Leh­re. Von daher braucht es unbe­dingt Mis­sio­na­re in Sambia.

Gibt es ein Erleb­nis aus der letz­ten Zeit, das dich beson­ders bewegt hat?
Unse­re neue Sozi­al­ar­bei­te­rin Dor­cus hat an der Evan­ge­li­cal Uni­ver­si­ty in Ndo­la stu­diert und kommt aus ganz ein­fa­chen Fami­li­en­ver­hält­nis­sen mit acht Geschwis­tern. Ihr Vater ist früh gestor­ben. Sie wur­de durch ein Sti­pen­di­um unter­stützt, damit sie stu­die­ren kann.
Dor­kas ist Feu­er und Flam­me für die jun­gen Men­schen und ist ein gro­ßer Segen in unse­rem Projekt.

Jetzt seid ihr in Deutsch­land. Auf was freut ihr euch am meisten?
Fami­lie und Freun­de nach einer lan­gen Zeit wie­der­zu­se­hen, ist das Größ­te für uns. Es tut gut, auch mal wie­der den eige­nen Blick zu wei­ten. Nach neun Jah­ren Sam­bia ist es dran, sich selbst zu reflek­tie­ren, zurück­schau­en und die nächs­te Zeit zu planen.
Und natür­lich freu­en wir uns auch auf das gute deut­sche Essen.

Du willst die Mis­si­ons­ar­beit von Fami­lie Wag­ner mit einer Spen­de unter­stüt­zen? Dann kannst du das über die­sen Link tun.

„39 Jahre Sambia: Wir würden es sofort wieder machen!“

Micha­el und Bär­bel Pflaum leben seit 1986 in Sam­bia. Offi­zi­ell sind sie im Ruhe­stand, doch wei­ter­hin sind sie für die Lie­ben­zel­ler Mis­si­on und die Ama­no-Schu­le in Ndola/Sambia im Ein­satz. Der­zeit sind sie in Deutsch­land. Wir haben ihnen eini­ge Fra­gen gestellt.

Ihr wart 39 Jah­re in Sam­bia im Ein­satz. Wie fällt euer Fazit aus?
Wir wür­den es sofort wie­der machen. Es war unser Auf­trag. Des­halb sind wir nach Sam­bia gegan­gen. Sam­bia ist unser Zuhau­se. In Deutsch­land füh­len wir uns mitt­ler­wei­le als Ausländer.

Was wür­den die meis­ten Deut­schen nicht von Sam­bia erwarten?
Die rie­si­ge indus­tri­el­le und infra­struk­tu­rel­le Ent­wick­lung, die Sam­bia in den letz­ten 40 Jah­ren erlebt hat, ist in Deutsch­land vie­len nicht bekannt. In Sam­bia gibt es mitt­ler­wei­le vie­le Auto­bah­nen, inter­na­tio­na­le Flug­hä­fen, Fuß­ball­sta­di­en und gut aus­ge­stat­te­te Kran­ken­häu­ser. Die­se rasan­te Ent­wick­lung gab es in Deutsch­land nicht. Aber Sam­bia hat­te natür­lich auch Aufholbedarf.
Was vie­le auch nicht ver­mu­ten wür­den: Sam­bia ist siche­rer als Deutsch­land und gilt als zweit­si­chers­tes Land in Afrika.
Mis­sio­na­re und Kir­chen wer­den in Sam­bia oft bevor­zugt behan­delt. Es gibt einen lan­des­wei­ten Respekt für Mis­si­ons- und Gemein­de­ar­beit, was im säku­la­ren Euro­pa nicht mehr gewöhn­lich ist.

Wo seht ihr den afri­ka­ni­schen Kon­ti­nent in zehn Jahren?
Dann wird es in Afri­ka mehr evan­ge­li­ka­le Chris­ten geben als Nord­ame­ri­ka Ein­woh­ner hat! Wirt­schaft­lich gese­hen wird der Kon­ti­nent zu einem Power­house wer­den. Allein von den Res­sour­cen her ist Afri­ka ein gro­ßer Play­er. Zudem ist die jun­ge Gene­ra­ti­on hoch­ge­bil­det. Aller­dings wird ver­mut­lich die Kor­rup­ti­on auch in zehn Jah­ren noch ein gro­ßes Pro­blem sein.

Ihr habt die Ama­no-Schu­le in Sam­bia mit­ge­grün­det. Was ist euer Wunsch für die Zukunft der Schule?
Dass die Schu­le ihr Mot­to und ihre Ziel­set­zung nicht ver­liert: Dass Kin­der Jesus ken­nen­ler­nen und sie eine mög­lichst hohe Aus­bil­dung bekom­men, die ihnen eine gute Per­spek­ti­ve ermöglicht.
Wir haben kürz­lich das neue Solar­sys­tem von einem ehe­ma­li­gen Schü­ler gekauft, der in dem Bereich ein rich­ti­ger Exper­te ist. Das zeigt, wie die Schu­le Akzen­te set­zen kann, die sich gesell­schaft­lich aus­wir­ken. Wir wün­schen uns, dass poli­ti­sche und indus­tri­el­le Ent­schei­dun­gen vom bibli­schen Men­schen­bild geprägt sind. Und dass der Prä­si­dent Sam­bi­as eines Tages von der Ama­no-Schu­le kommt!

In Sam­bia sind vie­le Men­schen Chris­ten, aber ihr Glau­be ist oft nicht tief ver­wur­zelt. Wie geht ihr als Mis­sio­na­re damit um?
Nomi­nel­le sind 85 Pro­zent der Bevöl­ke­rung Chris­ten. Es gehen vie­le Leu­te in die Kir­che, aber das sind oft „U‑Boot-Chris­ten“. Sonn­tags tau­chen sie im Got­tes­dienst auf, unter der Woche sind sie abge­taucht, betrü­gen den Staat oder gehen zum Zauberdoktor.
An der Ama­no-Schu­le gibt es jeden Tag bibli­schen Unter­richt. Jedes Jahr tau­fen wir meh­re­re Schü­ler. Wir pla­nen ein „Skills Trai­ning Cen­ter“, an dem sie einen Beruf erler­nen kön­nen. Das alles trägt zu einem sta­bi­len Fun­da­ment in ihrem Leben bei.

Wenn ihr zurück­blickt: Was hat euch beson­ders gefreut und was beson­ders herausgefordert?
Es freut uns sehr, dass zwei von unse­ren vier Kin­dern jetzt selbst in Sam­bia Mis­sio­na­re sind – zusam­men mit acht unse­rer Enkel­kin­der. Eine Toch­ter ist zusam­men mit ihrem Mann Mis­sio­na­rin Japan.
Eine gro­ße Her­aus­for­de­rung war die Geburt unse­res ers­ten Kin­des Andrea 1986. Bär­bel wäre dabei fast gestor­ben. Die Ver­sor­gung damals im Busch­kran­ken­haus war schlecht. Das über­lebt zu haben, war ein Geschenk Gottes.
Trotz­dem waren für uns die größ­ten Her­aus­for­de­run­gen nicht Krank­hei­ten oder Unfäl­le, son­dern, wenn Mit­ar­bei­ter uns ent­täusch­ten. Manch­mal war es sehr frus­trie­rend, wenn wir mit­be­kom­men haben, dass ein Pas­tor ein Dop­pel­le­ben führ­te. Die gro­ßen Ent­täu­schun­gen sind die inne­ren Ent­täu­schun­gen. Als ich (Micha­el) vor vie­len Jah­ren ein­mal sehr frus­triert war, hat ein erfah­re­ner afri­ka­ni­scher Lei­ter zu mir gesagt: „Wenn du als Mis­sio­nar in 50 Jah­ren Dienst fünf Men­schen wirk­lich ver­än­dert hast, dann warst du ein außer­or­dent­lich erfolg­rei­cher Mis­sio­nar.“ Das hat mich ermu­tigt, dass die Arbeit nicht umsonst ist und ich viel­leicht manch­mal ein­fach zu viel erwar­tet habe.

Wie wird euer Ruhe­stand aus­se­hen und wo wer­det ihr leben?
Solan­ge wir kön­nen, arbei­ten wir. Im Him­mel ruhen wir dann aus. Natür­lich haben wir nicht mehr so viel Ener­gie wie vor 20 Jah­ren. Aber dafür macht man auch nicht mehr so vie­le Feh­ler und kann sei­ne Ener­gie bes­ser ein­schät­zen. Erfah­rung hilft ungemein.
Vor­erst wer­den wir in Sam­bia blei­ben. Gesund­heit­lich geht es uns gut und die medi­zi­ni­sche Ver­sor­gung wird immer besser.

Ein bisschen Himmel auf Erden

BAD LIEBENZELL. Ein Psalm­ge­bet auf Ara­bisch, Chi­ne­sisch, Far­si und Ukrai­nisch. Musik­bei­trä­ge von Men­schen aus ver­schie­de­nen Natio­nen und alles etwas spon­ta­ner und fle­xi­bler als in einem „nor­ma­len“ Got­tes­dienst. Leben­dig, bunt und hori­zont­er­wei­ternd. Das war das Fest inter­na­tio­na­ler Gemein­den, zu dem am 29. Juni rund 400 Per­so­nen auf den Mis­si­ons­berg in Bad Lie­ben­zell kamen. Der Tag stand unter dem Mot­to „Schon mal für den Him­mel üben“.

Schwer­punkt der Ver­an­stal­tung war ein Got­tes­dienst, der in vie­le ver­schie­de­ne Spra­chen über­setzt wur­de. Mit dabei waren unter ande­rem chi­ne­si­sche Chris­ten aus Karls­ru­he, Lud­wigs­burg, Heil­bronn und Tübin­gen, ara­bi­sche Gemein­den aus Stutt­gart und Heil­bronn, ukrai­ni­sche Chris­ten aus Bad Lie­ben­zell und Calw sowie die inter­na­tio­na­len Gemein­den Stutt­gart, Bruch­sal und Karlsruhe.

Der tür­ki­sche Rap­per Eyüp führ­te einen sei­ner Songs auf und berich­te­te aus sei­nem Leben. Vor ein­ein­halb Jah­ren habe er sei­ne Hei­mat ver­las­sen. „Seit ich in Deutsch­land bin, woll­te ich erfah­ren, wie man Christ wer­den kann.“ Er habe Jesus Chris­tus ken­nen­ge­lernt und sehe dies als Geschenk an: „Ich weiß, dass Chris­tus am Leben ist und ich ihm ver­trau­en kann.“

Shawn aus Malay­sia, der am Karls­ru­her Insti­tut für Tech­no­lo­gie Wert­stoff­tech­nik stu­diert, sag­te, dass er christ­lich auf­ge­wach­sen sei, aber der Glau­be ihn als Kind und Jugend­li­cher genervt habe. Vor eini­gen Jah­ren habe er über You­tube-Video Gott ken­nen­ge­lernt. Heu­te geht er in die Inter­na­tio­na­le Gemein­de in Karls­ru­he: „Das Stu­di­um der Bibel wur­de sehr auf­re­gend für mich und ich habe den Wert der christ­li­chen Gemein­de neu schät­zen gelernt. Der Umgang mit Chris­ten hilft mir, Chris­tus ähn­li­cher zu werden.“

In sei­ner Pre­digt sag­te Dave Jar­setz, Mis­si­ons­lei­ter der Lie­ben­zel­ler Mis­si­on, dass es ihn sehr freue, Men­schen mit unter­schied­li­chen Haut­far­ben, Natio­na­li­tät und Geschich­ten ken­nen­zu­ler­nen und ihnen zu begeg­nen. Der Glau­be an den Him­mel sei eine Hoff­nung, die vie­le Men­schen tei­le: „Der Wunsch und die Sehn­sucht, dass es mehr gibt als unser irdi­sches Dasein, ist bei vie­len Men­schen da.“ Ein Glau­be an den Him­mel ver­bin­de vie­le Reli­gio­nen. In den meis­ten Reli­gio­nen müs­se man sich den Him­mel mit guten Leis­tun­gen ver­die­nen. Der christ­li­che Glau­be unter­schei­de sich dadurch, dass ewi­ges Leben im Him­mel ein Geschenk aus Gna­de sei für alle, die sich zu Jesus Chris­tus beken­nen – ohne Vor- oder Gegen­leis­tung: „Der Him­mel ist laut der Bibel der Ort, wo Gott ist und wo Frie­den herrscht. Ein Ort der Lie­be.“ Dave Jar­setz ver­glich die Iden­ti­tät von Chris­ten mit einem „himm­li­schen Rei­se­pass“. Die­ser bestä­ti­ge das Bür­ger­recht im Him­mel, lau­fe nicht ab und kön­ne nicht gestoh­len wer­den: „Wenn du an Jesus glaubst und zu ihm gehörst, hast du eine neue Iden­ti­tät. Du bist Bür­ger des Him­mels.“ Chris­ten leb­ten nicht nur für sich, son­dern für etwas Grö­ße­res: „Weil Jesus den Weg frei­ge­macht hat, darf ich heu­te schon wis­sen, wo ich hin­ge­hö­re: in den Him­mel, in Got­tes Nähe und in die ewi­ge Gemein­schaft mit ihm.“

Im Got­tes­dienst gab es ver­schie­de­ne Gebets­sta­tio­nen, um sich seg­nen zu las­sen und an denen die Gäs­te eine Ker­ze ent­zün­den konn­ten. Eine Tanz­auf­füh­rung kam ohne Spra­che aus und war für alle ver­ständ­lich. Die Kol­lek­te war für die Trau­ma­ar­beit unter Jesi­din­nen bestimmt, die durch die Lie­ben­zel­ler Mis­si­on im Mitt­le­ren Osten unter­stützt wird.

Im Anschluss an den Got­tes­dienst gab es ein gemein­sa­mes Mit­tag­essen, Zeit zur Begeg­nung und Spiel­sta­tio­nen für die Kinder.

Dave Jar­setz zog ein posi­ti­ves Fazit: „Es war schön, das Mot­to des Tages zu leben. Gemein­sam mit Men­schen aus ganz unter­schied­li­chen Her­künf­ten und Kul­tu­ren Gott zu loben und ihm zu begeg­nen, ist ein Vor­ge­schmack auf das, was für Chris­ten in der Ewig­keit kommt und ein klei­nes Stück Him­mel auf Erden.“

Neue Missionare bereiten sich vor

17 neue Mis­sio­na­rin­nen und Mis­sio­na­re (nicht alle auf dem Bild) berei­ten sich gera­de für ihren Dienst in Deutsch­land, Japan, Ecua­dor, Kana­da und wei­te­ren Län­dern vor. Wir sind froh und dank­bar, dass sie sich sen­den lassen.

Zur Begeg­nung und zum Ken­nen­ler­nen gab es ein Tref­fen in Dobel. Jetzt gehen unse­re Neu­en ermu­tigt den nächs­ten Schritt. Wir wün­schen ihnen, dass sie geseg­net sind und selbst ein Segen für vie­le Men­schen werden.

Du über­legst, selbst Mis­sio­na­rin oder Mis­sio­nar zu wer­den? Dann fin­dest du hier wei­te­re Infos:
www.liebenzell.org/mitmachen/mitarbeiten/missionar-werden/

Segen statt Fluch

PAPUA-NEUGUINEA. Ende letz­ten Jah­res wur­de Eze­kiel krank. Er hat­te Magen­pro­ble­me und konn­te sein Essen nicht mehr rich­tig ver­dau­en. Der Neu­gui­neer nahm stark ab und wur­de immer schwä­cher. Im Kran­ken­haus konn­te man nichts für ihn tun. Die Ärz­te sag­ten, es sei eine Krank­heit, die mit sei­ner Her­kunft zusam­men­hän­ge. Das ist oft die Beschrei­bung dafür, dass aus ihrer Sicht Zau­be­rei im Spiel ist.

Eze­kiel und sei­ne Frau Ros­lyn gin­gen dar­auf­hin in ihre Hei­mat, um zu fas­ten und zu beten. Sie tra­fen sich täg­lich mit Gemein­de­mit­glie­dern ihrer Kir­che. Die­se leg­ten ihnen ans Herz: „Wer auch immer euch Böses tut: Betet für ihn, seg­net ihn.“ Eze­kiel war inzwi­schen sehr abge­ma­gert und schwach, aber das Paar ent­schied sich, wei­ter im Gebet zu kämp­fen. Kul­tu­rell gese­hen wäre es eigent­lich üblich, Rache zu üben an dem, der für die­ses Unheil ver­ant­wort­lich ist. Statt­des­sen bete­ten sie instän­dig wei­ter und bald dar­auf pas­sier­te das Wun­der: Eze­kiel wur­de gesund!
Die Fol­gen die­ser Gene­sung dür­fen wir erle­ben: Eze­kiel kam zu Kräf­ten, kann wie­der essen und sich um sei­ne Fami­lie küm­mern. Das Ehe­paar und ihre drei Kin­der set­zen sich mit sehr viel Hin­ga­be für Got­tes Reich ein und sind tra­gen­de Säu­len einer Gemein­de­grün­dung, die wir beglei­ten dür­fen. Ver­gan­ge­ne Woche haben sie einen wei­te­ren Kids­club gestar­tet und Eze­kiel hat die Jugend­ar­beit in ihrer Gemein­de übernommen.

Der Glau­be die­ser Fami­lie ermu­tigt auch uns: Gott ist am Wir­ken! Betet ihr mit, dass noch vie­le Men­schen in Papua-Neu­gui­nea Jesus als ihren leben­di­gen Herrn annehmen?
Manu­el & Chris­ti­na Feige

Bit­te unter­stützt unse­re Arbeit in Papua-Neu­gui­nea und vie­len wei­te­ren Län­dern mit eurer Spen­de. Vie­len Dank!
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Wie aus Rahab eine treue Leiterin wurde

Ein regel­rech­tes Oster­wun­der haben die Lie­ben­zel­ler Mis­sio­na­re Manu­el und Chris­ti­na Fei­ge in den Armen­sied­lun­gen von Wewak in Papua-Neu­gui­nea erlebt. Dort brin­gen sie seit 2018 Men­schen am Ran­de der Gesell­schaft Got­tes Lie­be nahe. Sie schu­len Gemein­den in der sozi­al­mis­sio­na­ri­schen Arbeit, ertei­len Reli­gi­ons­un­ter­richt und unter­stüt­zen Gemein­den in der Kin­der- und Jugendarbeit.

Anfang die­ses Jah­res wur­de Manu­el Fei­ge und das ört­li­che Jugend­netz­werk von der Regie­rung ange­fragt, ein Cha­rak­ter­trai­ning anzu­bie­ten. „Das hilft der Regie­rung, jun­ge Erwach­se­ne mit gutem Cha­rak­ter ein­zu­stel­len. Gleich­zei­tig hilft es den Kir­chen, ihre Jugend geziel­ter zu schu­len“, sag­te Manu­el Fei­ge. Zusam­men mit eini­gen Jugend­lei­tern ent­warf er dazu ein Hand­buch. Anhand des­sen wur­de ein wöchent­li­ches Cha­rak­ter­trai­ning ange­bo­ten, was die Jugend­lei­ter selbst umset­zen. Das Pro­gramm kam sehr gut an. So kamen sechs Wochen lang diens­tags­mor­gens rund 40 Jugend­li­che zu die­sem Cha­rak­ter­trai­ning. Zusätz­lich bie­ten Chris­ti­na und Manu­el Fei­ge don­ners­tags­nach­mit­tags ein Jugend­lei­ter­kurs an, an dem etwa 25 Jugend­lei­ter teil­neh­men. „Es war schön zu sehen, dass an man­chen Tagen unse­re Stüh­le nicht aus­reich­ten und sich unter­schied­lichs­te Men­schen ver­netz­ten – sowohl christ­lich sozia­li­siert als auch Kirchenferne.“

Dabei bil­de­ten Chris­ti­na und Manu­el Fei­ge auch Rahab aus, eine hoch moti­vier­te Jugend­lei­te­rin einer städ­ti­schen Brü­der­ge­mein­de. Sie nahm an vie­len Ange­bo­ten der Lie­ben­zel­ler Mis­si­on in Wewak teil, sog die Trai­nings­in­hal­te regel­recht auf und setz­te sie meist sofort um. „Wir beglei­te­ten sie auf dem Weg zu einer cha­ris­ma­ti­schen, treu­en Lei­te­rin“, sag­te Manu­el Feige.

An Ostern traf sich Rahabs Jugend­grup­pe mit 30 Teil­neh­mern zu einem Jugend­abend. Weil die Sehn­sucht, mehr von Jesus zu hören, so groß war, beschlos­sen sie spon­tan, das Tref­fen mit­hil­fe eini­ger Müt­ter auf meh­re­re Tage aus­zu­deh­nen. So wur­de aus einem Jugend­abend ein Jugend­wo­chen­en­de. Rahab konn­te dabei das Evan­ge­li­um klar wei­ter­ge­ben, wor­auf­hin sich 14 Jugend­li­che für ein Leben mit Jesus entschieden.

4300 Besucher beim Pfingstmissionsfest

BAD LIEBENZELL. Die Lie­ben­zel­ler Mis­si­on möch­te agi­ler und fle­xi­bler wer­den. Dadurch erhofft sich das Mis­si­ons­werk mehr Fle­xi­bi­li­tät, Rele­vanz, Reich­wei­te und Wachs­tum. Das gab Mis­si­ons­lei­ter Dave Jar­setz beim Pfingst­mis­si­ons­fest in Bad Lie­ben­zell bekannt. Zu der Ver­an­stal­tung unter dem Mot­to „Himmel:Reich“ kamen 4.300 Besu­che­rin­nen und Besu­cher in das gro­ße Missionszelt.

Es gebe vie­le span­nen­de Anfra­gen aus Län­dern, von Part­nern sowie von den über 350 Stu­die­ren­den, „die wir aktu­ell gar nicht gut bedie­nen kön­nen. Auch Bewer­be­rin­nen und Bewer­bern, die viel­leicht nicht in unser klas­si­sches Anstel­lungs­mo­dell pas­sen, wol­len wir eine Chan­ce geben. Wir set­zen auf mehr Fle­xi­bi­li­tät, damit wir als Lie­ben­zel­ler Mis­si­on leben­dig blei­ben und wei­ter mis­sio­na­risch wir­ken können.“

Die Lang­zeit­mis­si­on und die Arbeit in den bewähr­ten Ein­satz­län­dern ste­hen wei­ter­hin im Fokus. Man sei aber offen für Ein­satz­ge­bie­te und Part­ner­schaf­ten, die zum Kurs des Mis­si­ons­werks pas­sen. So prüft man alter­na­ti­ve Anstel­lungs­mo­del­le, bei denen Men­schen in ihrem Beruf vor Ort in den Ein­satz­län­dern aktiv wer­den kön­nen. Der Kurz­zeit­be­reich bleibt eine „super­gu­te Ergän­zung, die wir ger­ne aus­bau­en wollen“.

Ers­te Ver­än­de­run­gen zeich­nen sich bereits ab. So star­tet man eine Arbeit in Nord­ma­ze­do­ni­en mit einem Part­ner, der unter Alba­nern wirkt – einer der größ­ten uner­reich­ten Volks­grup­pen Euro­pas. Ein jun­ges Ehe­paar hat den ers­ten Lie­ben­zel­ler Start-Up-Wett­be­werb gewon­nen und die Türen nach Grie­chen­land auf­ge­sto­ßen. Zudem sei man im Gespräch mit einem Ehe­paar, das beruf­lich in Deutsch­land ange­stellt blei­ben möch­te, aber gleich­zei­tig die mis­sio­na­ri­sche Arbeit in Spa­ni­en unter­stüt­zen will. Das sei ein wei­te­res kon­kre­tes Bei­spiel dafür, wie sich Beru­fung, Beruf und Mis­si­on heu­te auf neue Wei­se mit­ein­an­der ver­bin­den las­sen. „Wir brin­gen Schwung in unse­re Arbeit, machen unse­re Ange­bo­te attrak­ti­ver und star­ten in neue Ein­satz­ge­bie­te. Wir hören genau hin, wohin Gott uns füh­ren möch­te und was der nächs­ten Gene­ra­ti­on wich­tig ist, und gestal­ten unse­re Ange­bo­te danach. Mit Men­schen von außen, neu­en Part­nern und Unter­stüt­zern ent­wi­ckeln wir uns weiter.“

„Him­mel­reich gleicht einem Sech­ser im Lotto“

„Das Him­mel­reich ist wie ein Sech­ser im Lot­to. Es zu fin­den, hat etwas zu tun mit Momen­ten des Glücks, des Frie­dens und der Erfül­lung.“ Die­se Ansicht ver­trat Chris­ti­an Ceco­ni, Direk­tor der Ber­li­ner Stadt­mis­si­on, in sei­ner Pre­digt. Seit 2020 lei­tet er die Stadt­mis­si­on mit rund 1.300 Haupt­amt­li­chen und über 2.000 Ehrenamtlichen.
Um das Reich Got­tes zu errei­chen, benö­tigt es Hin­ga­be und per­sön­li­chen Ein­satz. Der Theo­lo­ge ver­wies dabei auf das bibli­sche Gleich­nis vom Schatz im Acker, in dem ein Mann alles gibt, um den Fund zu erwer­ben. Und wie der Kauf­mann, der eine Per­le fin­det und alles ein­setzt, um sie zu erwer­ben, so hat Gott alles getan, um die Men­schen zu fin­den und zu gewin­nen. Jesus habe die­ses Gleich­nis von der Per­le auch des­halb erzählt, weil er genau­so wir­ke: Per­len ent­ste­hen, wenn Muscheln Fremd­kör­per – sprich Ver­let­zun­gen – mit Perl­mutt umge­ben. So hand­le auch Jesus Chris­tus: Er umge­be Ver­let­zun­gen mit Lie­be und wol­le sie in Schön­heit ver­wan­deln. Das Leben erhal­te die­se Schön­heit, wenn Jesus Men­schen fin­de und sie mit sich selbst, mit ande­ren und mit Gott versöhnt.

Im ver­gan­ge­nen Jahr konn­te die Lie­ben­zel­ler Mis­si­on fast 17.000 Spen­den­be­schei­ni­gun­gen aus­stel­len. Das gab der kauf­män­ni­sche Geschäfts­füh­rer Tho­mas Haid bekannt. Bis­lang sind ins­ge­samt rund 30 Pro­zent der in die­sem Jahr benö­tig­ten Spen­den eingegangen.

„Christ­li­che Schu­len sind gegen­wär­tig eines der mis­sio­na­rischs­ten Projekte“

Die Inter­na­tio­na­le Hoch­schu­le Lie­ben­zell möch­te eine christ­li­che Leh­rer­aus­bil­dung star­ten. „Wir haben nicht nur einen gro­ßen Fach­kräf­te­man­gel, son­dern auch einen gro­ßen Leh­rer­man­gel in unse­rem Land, der in den nächs­ten Jah­ren noch viel dra­ma­ti­scher wer­den wird“, sag­te Rek­tor Vol­ker Gäck­le. Davon sind auch die rund 160 frei­en christ­li­chen Schu­len betrof­fen. Die­se erle­ben gegen­wär­tig einen gro­ßen Zulauf. Sie könn­ten wesent­lich mehr Kin­der auf­neh­men, wenn sie genü­gend Leh­re­rin­nen und Leh­rer fin­den wür­den. In Baden-Würt­tem­berg kön­nen künf­tig Absol­ven­ten eines Bache­lor­stu­di­en­gangs mit Bezug zu einem Grund­schul­fach mit einer Nach­qua­li­fi­zie­rung direkt Leh­rer in Schu­len in frei­er Trä­ger­schaft werden.

Der neue Stu­di­en­gang soll auch für den Direkt­ein­stieg ins öffent­li­che Schul­we­sen von Baden-Würt­tem­berg qua­li­fi­zie­ren: „Wir wol­len den Stu­die­ren­den die­ser Leh­rer­aus­bil­dung so vie­le Zukunfts­per­spek­ti­ven wie mög­lich eröff­nen.“ Dazu wer­den zwei wei­te­re Lehr­räu­me und ein bis zwei neue Deutsch-Pro­fes­su­ren benö­tigt. „Alles in allem rech­nen wir mit einem Finanz­be­darf von knapp einer Mil­li­on Euro. Eine hal­be Mil­li­on Euro haben wir bereits zuge­sagt oder gespen­det bekom­men. Bis Ende Okto­ber müs­sen es 700.000 Euro sein, damit wir grü­nes Licht für den Start geben können.”
Vol­ker Gäck­le gab außer­dem bekannt, dass die Inter­na­tio­na­le Hoch­schu­le für das kom­men­de Stu­di­en­jahr bis­lang 89 Bewer­bun­gen für die Bache­lor­stu­di­en­gän­ge und sie­ben für die Mas­ter­stu­di­en­gän­ge erhal­ten hat. Das ent­spre­che in etwa dem Stand vom ver­gan­ge­nen Jahr um die­se Zeit.

Beim Pfingst­mis­si­ons­fest wur­den auch 80 Kurz­zeit­mit­ar­bei­ter aus­ge­sandt und acht Mis­sio­na­re ver­ab­schie­det. Zudem wur­den zwei neue Mit­ar­bei­ter ordi­niert, also öffent­lich zum Dienst an Wort und Sakra­ment beru­fen. Musi­ka­lisch gestal­tet wur­de das Fest vom Kin­der­mu­si­ker Mike Mül­ler­bau­er, einem Gos­pel­chor aus Öster­reich sowie der Band voll:danken aus Was­ser­trü­din­gen. Die Besu­che­rin­nen und Besu­cher konn­ten außer­dem aus rund 20 ver­schie­de­nen Par­al­lel-Pro­gram­men wählen.

Die Lie­ben­zel­ler Mis­si­on ist mit rund 250 Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­tern in rund 30 Län­dern eine der gro­ßen evan­ge­li­schen Mis­si­ons­ge­sell­schaf­ten in Deutschland.

Pfingstmissionsfest zum Thema „Himmel:Reich“

BAD LIEBENZELL. Zum Pfingst­mis­si­ons­fest lädt die Lie­ben­zel­ler Mis­si­on am Sonn­tag, 8. Juni in das Groß­zelt auf ihrem Gelän­de in Bad Lie­ben­zell ein. Start ist um 10 Uhr mit einem Got­tes­dienst. Die Pre­digt wird Chris­ti­an Ceco­ni hal­ten. Er ist Direk­tor der Ber­li­ner Stadt­mis­si­on, die Koope­ra­ti­ons­part­ner der Lie­ben­zel­ler Mis­si­on für die Gemein­de­grün­dun­gen in Ber­lin ist.

Neben der Fei­er des Pfingst­fests ste­hen Berich­te von Mis­sio­na­ren der Lie­ben­zel­ler Mis­si­on über ihre welt­wei­te Arbeit im Zen­trum der Ver­an­stal­tung. Mit dabei sind unter ande­rem Mis­sio­na­re aus Mala­wi, Ecua­dor und Japan. Das Pfingst­mis­si­ons­fest steht in die­sem Jahr unter dem Mot­to „Himmel:Reich“. Ins­ge­samt wer­den rund 4000 Besu­cher erwar­tet. Mit dabei sind auch der Kin­der­mu­si­ker Mike Mül­ler­bau­er, ein Gos­pel­chor aus Öster­reich sowie die Band voll:danken.

Die Besu­cher kön­nen aus rund 20 ver­schie­de­nen Par­al­lel-Pro­gram­men wäh­len. Neben theo­lo­gi­schen Refe­ra­ten gibt es auch inter­ak­ti­ve Angebote.

Für Kin­der und Jugend­li­che fin­det ein extra Pro­gramm statt. Im „Fami­li­en­haus“ gibt es span­nen­de Ange­bo­te bis zur 6. Klas­se und eine Eltern-Klein­kind-Lounge. Jugend­li­che ab Klas­se 7 sind ein­ge­la­den zur „Power­bar“, dem Extra­pro­gramm für Teens.

Ein gro­ßer Teil der Pro­gram­me kann auch im Live­stream ver­folgt wer­den, für vie­le Pro­gramm­punk­te wird eine Über­set­zung in Eng­lisch angeboten.

Die Lie­ben­zel­ler Mis­si­on ist mit rund 250 Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­tern in rund 30 Län­dern eine der gro­ßen evan­ge­li­schen Mis­si­ons­ge­sell­schaf­ten in Deutsch­land. Wei­te­re Infor­ma­tio­nen zu der Ver­an­stal­tung gibt es im Inter­net unter www.liebenzell.org/pmf.

„Gott will mit dir Geschichte schreiben“

BAD LIEBENZELL. Rund 1500 kamen zum 51. Teen­ager­mis­si­ons­tref­fen in das Mon­bach­tal bei Bad Lie­ben­zell im Nord­schwarz­wald. Sie fei­er­ten, bete­ten, kamen mit Mis­sio­na­ren ins Gespräch und nah­men an Work­shops und Semi­na­ren teil. Ver­an­stal­ter waren die Lie­ben­zel­ler Mis­si­on, die Christ­li­chen Gäs­te­häu­ser Mon­bach­tal sowie der Süd­deut­sche und Süd­west­deut­sche Jugend­ver­band „Ent­schie­den für Chris­tus“ (EC). Mot­to in die­sem Jahr war „Okay, let’s go!“.

Felix Unger, Gemein­de­grün­der der Lie­ben­zel­ler Mis­si­on in Spa­ni­en, ver­glich das Leben mit Gott mit einem Wett­lauf, bei dem man immer wie­der mit ver­schie­de­nem Bal­last vom Ziel abge­hal­ten wer­de, die zu Fall­stri­cken wer­den könn­ten. Dies könn­ten über­mä­ßi­ger Kon­sum von Social Media oder Com­pu­ter­spie­len, fal­sche Bezie­hun­gen oder Por­no­gra­fie sein. Felix Unger ermu­tig­te die Jugend­li­chen, in allem Gott zu ver­trau­en: „Ich möch­te dich moti­vie­ren. Geh mit Gott an den Start. Er kann ent­we­der dei­ne Las­ten weg­neh­men oder er trägt sie.“ Er selbst habe sich durch den Glau­ben an Gott noch­mals ganz anders ken­nen­ge­lernt: „Ich habe her­aus­ge­fun­den, dass ich Talen­te in mir tra­ge, von denen ich gar nichts wuss­te“, so Felix Unger. Das Wun­der­ba­re am christ­li­chen Glau­ben sei, dass Gott durch Jesus Chris­tus den Men­schen eine per­sön­li­che Bezie­hung anbie­te: „Jesus liebt dich unglaub­lich, erwar­tet dich und will mit dir zusam­men sein.“ Chris­tus sei der Voll­ender des Glau­bens: „Wenn wir uns klar­ma­chen, dass Jesus in unse­rem Leben gegen­wär­tig ist, gibt uns sei­ne Freu­de und Lie­be neue Kraft.“

Luca Eichel, Gemein­de­grün­der der Lie­ben­zel­ler Mis­si­on in Frank­furt, sag­te, dass vie­le Men­schen das Gefühl haben, nie­man­dem wirk­lich wich­tig zu sein: „Jeder hat die Sehn­sucht, für jeman­den wich­tig zu sein. Ich glau­be, dass Gott die­se Sehn­sucht in uns gelegt hat.“ Des­we­gen schmer­ze es, wenn man in Situa­tio­nen kom­me, nicht gebraucht zu wer­den. Für Gott sei jeder Mensch wich­tig. Die meis­ten Leu­te sei­en auf der Suche, wer sie sind und wie sie glück­lich wer­den. „Gott sehnt sich danach, jedem ein­zel­nen zu begeg­nen und ihnen sei­ne tie­fe Lie­be zu zei­gen. Die­se Geschich­te schreibt Gott immer noch und will sie durch dich schrei­ben.“ Die Bibel sei voll von Geschich­ten, wie Gott mit ganz nor­ma­len Men­schen Geschich­te schreibt: „Er will durch dich dei­ne Klas­se, dei­nen Ort, dei­nen Sport­ver­ein errei­chen. Er wünscht sich, dass du dabei bist, weil er Gro­ßes vorhat.“

Mit beim Teen­ager­mis­si­ons­tref­fen dabei war auch der Sän­ger Pro­mi­se of the Lord. Er spiel­te eini­ge sei­ner Lie­der, berich­te­te aus sei­nem Leben und sprach über sei­ne Moti­va­ti­on, christ­li­che Musik zu machen.

Im Lau­fe des Wochen­en­des gab es 15 Semi­na­re, Work­shops und Krea­tiv­an­ge­bo­te wie Song­wri­ting. Inhalt­li­che Semi­na­re setz­ten sich mit Beru­fung, psy­chi­scher Gesund­heit, Gebet oder Ent­schei­dun­gen tref­fen aus­ein­an­der. Zum täg­li­chen Pro­gramm beim Teen­ager­mis­si­ons­tref­fen gehör­te die Mög­lich­keit, gemein­sam in der Bibel zu lesen und ein Büh­nen­pro­gramm mit ver­schie­de­nen Showeinlagen.

Den Abschluss der drei­tä­gi­gen Ver­an­stal­tung bil­de­te wie in den ver­gan­ge­nen Jah­ren auch ein Spon­so­ren­lauf über einen Hin­der­nis­par­cours durch Was­ser, Sand und Matsch. Der Erlös des Laufs von mehr als 33.000 Euro kommt kari­ta­tiv-sozia­len Pro­jek­ten in Ban­gla­desch zugu­te. Dort wer­den unter ande­rem meh­re­re Kin­der­dör­fer unterstützt.

Das ers­te Teen­ager­mis­si­ons­tref­fen fand 1974 statt. Das nächs­te Tref­fen fin­det vom 15. bis 17. Mai 2026 statt.