Neue Kirche in Berjosowki eingeweiht

Die Gemeinde in Berjosowski konnte ihre neue Kirche einweihen.

RUSSLAND. Große Freude in der Gemeinde Berjosowki: Nach knapp eineinhalbjähriger Bauzeit hat Bischof Alexander Scheiermann kurz vor Weihnachten die neue Kirche eingeweiht. „Auch wenn nicht wie geplant alles fertig wurde, war es doch ein freudiges Ereignis. Wir konnten erleben, wie das Wunder vor unseren Augen Gestalt annahm“, sagte Schwester Sabine Matthis. Seit 2009 hilft sie mit, in der etwa 50.000 Einwohner zählenden Stadt am Ostrand des Mittleren Urals – rund 15 Kilometer nordöstlich von Jekaterinburg – eine Gemeinde zu gründen.

Zu den Ehrengästen zählte auch Bürgermeister Jewgeni Rudolfowitsch Piszow, der ein Grußwort sprach. Das örtliche Fernsehen und die Presse waren ebenfalls da, um von dem Ereignis zu berichten. Neben der Einweihung konnten die Gemeindemitglieder Ardak und Mischa zum Predigtdienst einsegnet werden. Sie absolvieren eine theologische Fernausbildung und bringen sich praktisch in der Gemeindearbeit und im Verkündigungsdienst ein.

Am 24. Dezember feierten die Gemeindemitglieder den ersten Weihnachtsgottesdienst in der Kirche. „Es kamen neben der Gemeinde auch Gäste, die von der Kirche erfahren hatten, oder an der Kirche vorbeigingen und sich einfach dazusetzten“, berichtet Schwester Sabine Matthis: „Gott hat sein Haus gebaut und uns die notwendigen Mittel und Helfer zur Seite gestellt. Nun erbitten wir, dass Gemeinde Jesu in Berjosowski weiter wächst, dass Menschen zum Glauben an Jesus finden.“

Schwester Sabine Matthis ist seit 2006 in Russland tätig. Sie arbeitet dort unter der russischen Bevölkerung; es gibt nur wenige Deutschstämmige. Neben verschiedenen Veranstaltungen sowie einem „TEE“-Kurs (außerschulische theologische Ausbildung) gibt es auch ein Programm zur Predigtvorbereitung, damit Gemeindemitglieder künftig selbst predigen können.

Jungen Menschen in Burundi eine Chance geben

Familie Biskup Burundi

Alexander und Tabea Biskup leben mit ihren drei Kindern seit 2010 in Burundi. Sie waren in der Jugend- und Gemeindearbeit sowie an der Bibelschule in Muramvya tätig. Heute setzen sie sich in der Gemeindegründung unserer Partnerorganisation „Christian Life Ministries“ ein. Außerdem leiten sie das Team der Liebenzeller Missionare in Burundi. Ende letzten Jahres waren sie für einige Wochen in Deutschland, in dieser Zeit haben wir Alexander einige Fragen gestellt.

In Europa hört man wenig von der Corona-Situation in Afrika. Wie ist die Lage in Burundi?
In Burundi gibt es weniger als 800 Corona-Fälle. Auf Hygiene-Maßnahme wie Händewaschen wird an offiziellen Stellen geachtet. Durch die Ebola-Krisen in Afrika in den vergangenen Jahren sind die Menschen hier sensibilisiert. Trotzdem sind die Leute verunsichert. In den Kirchen bleiben zum Beispiel manche Menschen weg.

Und wie ist die politische und gesellschaftliche Situation derzeit? Burundi ist ja ein krisengeschütteltes Land.
Im Mai wurde ein neuer Präsident gewählt, im Juni ist der vorherige verstorben. Die Lage ist derzeit recht stabil. Wir sind nicht mehr im Krisenmodus wie in den Jahren zuvor. Vor der Wahl war die Unsicherheit im Land schon sehr groß, denn 2015 kam es zu schweren Ausschreitungen und Unruhen nach der Wahl. Von daher sind wir sehr dankbar, dass die Lage diesmal so ruhig blieb. Die neue Regierung bemüht sich, internationale Kontakte wiederaufzubauen.

Regelmäßig taucht Burundi in der Liste der ärmsten Länder weltweit auf. Wie erlebst du die Armut in Burundi und wie gehst du damit um?
Armut in Burundi ist sehr vielschichtig. Ein Mangel an Kleidung und Nahrung geht oft einher mit einem Mangel an Liebe und Anerkennung. Der Umgang mit der Armut ist eine tägliche Herausforderung. Wir wollen mit unserer Hilfe keine Abhängigkeit schaffen, aber gleichzeitig Barmherzigkeit leben. Deshalb helfen wir Einzelnen ganz bewusst und wollen auf Gottes Stimme hören, wie wir Jesu Liebe weitergeben können.

In eurem Gemeindegründungsprojekt wollt ihr besonders die junge, aufstrebende Generation erreichen. Was ist euer Ansatz?
Wir machen ansprechende, niederschwellige, englischsprachige, moderne Gottesdienste mit fetziger Musik. Außerdem gibt es Hauskreise, Studentenbibelkreise und Worship Nights. Was uns ganz wichtig ist: Wir wollen den jungen Leuten schnell Verantwortung geben und ihnen ermöglichen, ihre Begabungen einzubringen. Das motiviert sie. Wir geben ihnen eine Chance. Sie werden nicht künstlich klein gehalten.

Gibt es eine Begegnung in den letzten Monaten, die dich besonders bewegt hat?
Da denke ich an Moses. Er kommt aus Uganda und hat die Basiskurse unserer Gemeinde besucht. Er war einer der ersten, die dort zum Glauben kamen. Moses ging sein ganzes Leben in die Kirche, aber war nie mit dem Herzen dabei. Er kennt vermutlich mehr Bibelstellen als ich, aber er hat den Glauben nie gelebt. Jetzt ist er total verändert.
Beeindruckt bin ich auch von Parfait. Er ist der junge Tontechniker bei uns in der Gemeinde. Parfait ist ein zurückhaltender, schüchterner Mann, der aber in der Gemeinde richtig aufblüht und jetzt einen Hauskreis leitet. Jeden Sonntag ist er der erste, der zum Gottesdienst kommt, und der letzte, der geht. Er tut seinen Dienst treu, still, verlässlich und ist eine echte Stütze für uns.

Du willst die Missionsarbeit von Alexander und Tabea Biskup mit einer Spende unterstützen? Dann kannst du das über diesen Link tun.

Unterwegs mit der „ambulanten Kirche“

Ambulante Kirche in Frankreich

Seit 29 Jahren leben und arbeiten Hiltrud und Uwe Vogel in der Normandie in Frankreich. Sie haben die Gemeinde in Carentan gegründet, das Missionszentrum in Saint Aubin aufgebaut, und eine neue Gemeindegründung in Cherbourg begonnen. Die Leidenschaft von Uwe und Hiltrud ist immer noch sehr groß, Menschen in Frankreich (einem der atheistischsten Länder der Erde) mit dem Evangelium von Jesus Christus in Berührung zu bringen und ihnen zu helfen, ihren Glauben auf Jesus zu gründen. Wir haben ihnen ein paar Fragen gestellt.

Die Gemeinde in Carentan habt ihr in einheimische Hände gegeben. Wie läuft es jetzt in der Gemeinde, wo sie euch als Missionare nicht mehr hat?
Wir halten uns in der Gemeinde in Carentan bewusst raus, obwohl sie für uns und unsere Kinder unsere Familie und Heimat war. Aber wir wollen, dass sie nun unabhängig von uns als Missionaren ihren Weg geht. Johan und Carine, das neue Pastorenehepaar, machen das sehr gut. Sie sind sehr begabte und opferbereite Leute. Mit dem geringen Pastorengehalt in Frankreich leben sie am Existenzminimum, aber sie tun ihren Dienst mit solcher Freude und setzen sich ungeheuer ein. Es freut uns besonders, dass sie auch das Wohl der anderen Gemeinden in der Region im Blick haben.

Ihr habt Johan und Carine mal als „Glücksfall“ und „wunderbare Gebetserhörung“ bezeichnet. Warum ist es so schwierig, Franzosen zu gewinnen, die eine Gemeinde in ländlichem Umfeld gründen?
Zum einen stimmt es wirklich! Selbst im Traum hätten wir uns keine besseren Nachfolger vorstellen können. Zum anderen ist es wirklich schwierig, für ländliche Gebiete Pastoren zu finden. Dass man nicht nur in der Stadt, sondern auch in diesem Umfeld ein total erfülltes Leben in Gemeindegründung und Aufbau führen kann, können sich manche nicht vorstellen. Aber Johan und Carine haben sich darauf eingelassen, obwohl sie davor noch nie in der Normandie waren. Nach dem dreijährigen Praktikum in Carentan und ihrem Wunsch zu bleiben, war es auch die Mutter von Carine, die als Schweizerin die Liebenzeller Mission kennt und sie dazu ermutigt hat. Hier half auch der gute Ruf unseres Missionswerkes! Uns zurückzuziehen und ihnen völlig freie Hand zu lassen, hat unsere Beziehung noch verstärkt.

In Cherbourg seid ihr in einer neuen Rolle. Ihr leitet ein Team von Ehrenamtlichen in der Gemeindegründung. Welche Erfahrungen macht ihr dabei?
Alle Mitarbeiter in unserem Team stehen voll im Berufsleben, die meisten von ihnen haben sehr zeitaufwendige Jobs. Trotzdem setzen sie sich mit großem Elan ein. Zum Team gehören zwei Familien, ein Ehepaar und ein junger Mann. Wir begegnen uns alle auf Augenhöhe, das ist uns sehr wichtig. Das neutestamentliche Prinzip des Priestertums aller Gläubigen soll nicht nur ein Konzept sein, sondern verwirklicht werden. Unsere Aufgabe besteht darin, dass Team Schritt für Schritt zu begleiten. Den Sommer über waren wir unterwegs mit einer „ambulanten Kirche“ und bauten jeden Sonntag Pavillons am Strand für unseren Gottesdienst auf. Wir hoffen, dass wir irgendwann einmal Räume für die Gemeinde mieten können. Im Moment freuen wir uns an unseren interaktiven Zoom-Gottesdiensten.

Die Corona-Pandemie erschwert die Missionsarbeit in vielen Ländern. Wie sieht es bei euch aus: Gibt es auch Chancen durch die Krise?
Wir möchten vorsichtig sein, zu vollmundig über Chancen zu sprechen. Denn dafür gibt es zu große Nöte. Nicht nur Krankheitsnöte. Unzählige Betriebe stehen kurz vor oder nach dem Konkurs. Man stelle sich nur diese Sorgen vor. Hier leiden wir mit. Aber für die Gemeinde Jesu ist die Krise auf jeden Fall auch eine Chance. An vielen Orten werden eingefahrene Gleise verlassen, Gemeinden müssen nach neuen Wegen suchen. Wir merken, dass Menschen aus den Städten die ländlichen Gegenden wieder neu entdecken. Pariser kaufen Immobilien in unserer Gegend. Und ältere Menschen beginnen neue Medien zu nutzen. Wenn Online-Gottesdienste nur konsumiert werden, ist das schade. Wenn aber Medien zu interaktivem Gemeindeleben helfen, sind Videoformate auch eine große Chance, weil oft neue Menschen dazukommen. Und schließlich ist die Freude dann umso größer, wenn man sich im echten Leben wiedersehen darf.

Wenn ihr euch eure neue Gemeinde in Cherbourg in fünf Jahren vorstellt: Wie sieht sie aus?
Wir werden in drei Jahren in Rente gehen. Wir haben deshalb jetzt schon einen französischen Teamleiter für unsere Gemeindegründung gewählt. Unser Wunsch ist es, dass wir auch im Ruhestand in Cherbourg bleiben und das tun, was wir uns in Carentan fast 30 Jahre lang gewünscht haben: Jünger Jesu, die die Gemeinde lieben, im Alltag evangelisieren und andere mitbringen. Leute, die sich nicht aufdrängen, aber die stets bereit sind, Jesus zu dienen.
Wir wünschen uns, dass die Gemeinde wächst und einen festen Platz in unserer Stadt einnimmt. Für das Team wünschen wir uns, dass es dann verstärkt wird von jemandem, der mehr Zeit hat als die Leute, die komplett im Beruf stehen. Gerade die Familien brauchen auch Zeit für sich.

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Corona hält Gottes Wort nicht auf

Videokonferenz mit Missionar Michael Pflaum

SAMBIA. Trotz der Corona-Pandemie können Christen dank digitaler Möglichkeiten weltweit Kontakt halten und das Wort Gottes überwindet alle Grenzen – auch bei Trauungen. Das zeigt dieses Bild des Liebenzeller Missionars Michael Pflaum. Es entstand in seinem Haus auf dem Gelände der Amano-Schule in Sambia. Dabei ist zu sehen, wie er bei der Trauung seiner jüngsten Tochter Gabriele per Videokonferenz-Plattform Zoom die Predigt hält. Die Trauung war ursprünglich in den USA geplant, aufgrund der Reisebeschränkungen durch Corona fand sie in Japan im Wohnzimmer eines Missionars statt. Gabriele Pflaum lebt seit vier Jahren in Tokio und arbeitet im Management einer Universität. In Japan lernte sie ihren Mann kennen, der als amerikanischer Missionar dort tätig ist. Michael Pflaum konnte mit seiner Frau Bärbel wegen der Pandemie allerdings nicht nach Japan reisen. Die Familien des Brautpaares waren in den USA und in Sambia am Computer über Zoom zugeschaltet. Das Eheversprechen wurde ebenso darüber getätigt. „Leider ist die Videoübertragung noch nicht so weit entwickelt, dass jeder am Hochzeitsessen hätte teilnehmen können“, so Michael Pflaum mit einem Augenzwinkern.

Michael Pflaum leitet seit 2014 die 2004 von ihm mitbegründete Amano-Schule in Sambia. Sie zählt mittlerweile über 130 Schüler. Mittellose Waisenkinder, Kinder von Missionaren und von wohlhabenden Geschäftsleuten lernen dort Seite an Seite. Reichere Eltern ermöglichen mit den Schulgebühren, dass auch ärmere Kinder in den Genuss einer exzellenten Ausbildung kommen. Sowohl die Mitarbeiter der Einrichtung als auch die Schüler stammen aus vielen verschiedenen Ländern. Die Kinder und Jugendlichen können qualifizierte internationale Abschlüsse erwerben – vergleichbar mit der Mittleren Reife. Auf Wunsch kann auch das A-Level (eine Art Abitur) erworben werden. Immer wieder loben Schulinspektoren die hervorragende Ausbildung.

Hoffnung für Menschen in Papua-Neuguinea

Hoffnung für Menschen in Papua-Neuguinea

BAD LIEBENZELL. In der Weltöffentlichkeit kommt Papua-Neuguinea so gut wie nie vor. Das Land scheint vom Rest der Welt vergessen zu sein. Die Natur ist atemberaubend und die Menschen sind gastfreundlich. Doch viele kämpfen in ihrem Alltag mit großen Problemen. Gewalt, Drogen und Alkoholmissbrauch machen ihr Leben schwer. Kinder sind oft sich selbst überlassen und haben keine Perspektive auf eine bessere Zukunft. Um diesen Menschen zu helfen, hat die Liebenzeller Mission die Initiative „Weltweit Hoffnung schenken“ gestartet. Mit der Aktion sollen Menschen in aller Welt neue Hoffnung schöpfen. Seit 14 Jahren gibt es die Initiative. Papua-Neuguinea ist noch bis September 2021 Schwerpunkt der Aktion.

In den Armensiedlungen der Hauptstadt Port Moresby erhalten junge Menschen ganzheitliche Hilfe. Missionare bieten Kinderclubs an und schulen Mitarbeiter. „Manche Kinder hören dort zum ersten Mal in ihrem Leben, dass sie wertvoll sind“, berichtet Projektkoordinatorin Bettina Heckh. Dass ein Schwerpunkt der Hilfsmaßnahmen Kindern zugute kommt, sei bewusst so gewählt. „In der neuguineischen Gesellschaft haben sie einen ganz schlechten Stellenwert, sie leiden unter den Lebensbedingungen besonders. Eine unbeschwerte Kindheit haben nur wenige“, sagt Bettina Heckh.

Teil der Initiative ist auch medizinische Hilfe und Seelsorge für Frauen im abgelegenen Hochland. Außerdem besuchen die Mitarbeiter Häftlinge in den Gefängnissen. „Diese Besuche sind oft der Anstoß, dass die Häftlinge nach ihrer Entlassung nicht mehr straffällig werden“, so Bettina Heckh.

In Papua-Neuguinea engagiert sich die Liebenzeller Mission schon seit mehr als 100 Jahren. „Eine langfristige Zusammenarbeit mit unseren Partnern vor Ort ist uns wichtig. Nur so wird eine nachhaltige Hilfe möglich“, erklärt Bettina Heckh.

Unterstützen kann man die Aktion nicht nur mit einer Spende, sondern auch mit aktiver Mitarbeit. „Auch wenn Weihnachtsfeiern und Betriebsfeiern fast überall in diesem Jahr ausfallen, sind kreative Aktionen möglich. Es ist wichtig, dass wir die Menschen in Papua-Neuguinea nicht vergessen“, sagt Bettina Heckh. Für Kinder hat sich die Projektkoordinatorin eine besondere Idee ausgedacht: „Viele Kinder in Papua-Neuguinea haben nur sehr wenig zum Anziehen. Deshalb können Kinder aus Deutschland T-Shirt bemalen oder bedrucken – für die Kinder auf der anderen Seite der Erde.“ Die T-Shirts werden in der Zentrale der Liebenzeller Mission gesammelt und dann nach Papua-Neuguinea gebracht.

Weitere Informationen zu den Projekten und ein Projektvideo gibt es im Internet unter www.weltweit-hoffnung-schenken.de oder direkt bei Bettina Heckh unter Telefon 07052 17-7128 oder E-Mail . Dort können auch Materialien zu der Aktion wie Plakate, Handzettel, Fotos oder Spendendosen angefordert werden.

Spendenkonto: Liebenzeller Mission, Sparkasse Pforzheim Calw, IBAN: DE27 6665 0085 0003, Vermerk: Weltweit Hoffnung schenken

Opa bringt Enkelkinder regelmäßig zu Gott

José mit seiner Enkelin Grace in Ecuador

Dieses Bild zeigt Opa José mit seiner Enkelin Grace, deren Name (= Gnade) so passend ist, da sie unter schwierigen Umständen geboren wurde – auf dem Rücksitz des Lastwagens von Missionar Kevin Bruce. „Graces Mutter Andrea hat sich noch nicht entschieden, Gott zu folgen, aber José bringt Grace fast jeden Sonntag in die Kirche, zusammen mit ihren großen Brüdern Jeison (13 Jahre) und José Freddy (11).

Wie beten wir dafür, dass diese drei, zusammen mit vielen weiteren Kindern, die am Sonntag ohne ihre Eltern kommen, die gute Nachricht des Evangeliums klar verstehen und Gottes Gnade annehmen werden.“ Viele haben den letzten Sonntagen aufmerksam zugehört, als es durch die letzten Kapitel des Matthäusevangeliums ging und über Jesu Tod, Begräbnis und Auferstehung gesprochen wurde.

Kathy und Kevin Bruce sind vom amerikanischen Zweig der Liebenzeller Mission entsandt und arbeiten seit 1995 in Ecuador unter Awa-Indianern. Sie bieten Kurse für Analphabeten an, halfen mit, das Alte Testament zu übersetzen und schulen einheimische Christen.

Corona-Pandemie lässt Gemeinden kreativ werden

Advent in Bad Doberan

Die Corona-Pandemie erfordert, dass die Gottesdienstbesucher Abstand halten. Doch was tun, wenn man viele Besucher in einem kleinen Versammlungsraum zählt? Die Gemeinde in Bad Doberan des Liebenzeller Missionars Christoph Scharf feiert nun seit zehn Wochen sonntags in der größten Sporthalle der Stadt an der Ostsee: „Die Stadt hat uns hierzu einen sehr fairer Nutzungsvertrag gegeben.“

Ab nächster Woche verteilen sie zudem an der Krippe im Gemeindegarten Kalender. Täglich sind sechs Mal die Weihnachtsgeschichte mit Musik zu hören. An Heiligabend gibt es außerdem einen kurzen Open-Air-Gottesdienst an der Krippe mit einer Kurzpredigt von Christoph Scharf.

Christoph und Inka Scharf sind seit Sommer 2010 in der Gemeindeaufbauarbeit in Bad Doberan (Mecklenburg-Vorpommern) engagiert. In der 13.000 Einwohner zählenden Stadt bauten sie innerhalb des Mecklenburgischen Gemeinschaftsverbandes zusammen mit einem engagierten Team vor Ort eine Gemeinde auf. Dabei bieten sie viele missionarische Aktionen an wie zum Beispiel Stände auf Märkten und ein Weihnachtsfest für Alleinstehende.

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Gemeinde in Alençon kann eigenes Gemeindehaus kaufen

Gemeinde in Alençon

Große Freude in der Gemeinde in Alençon: Nach jahrelangem Suchen, Beten und Planen konnte Anfang November der Kaufvertrag für ein Gemeindegebäude unterschrieben werden. „Es war ein regelrechter Hürdenlauf“, sagte Frankreich-Missionar Norbert Laffin. „Wir mussten auf den verschiedensten Ebenen verhandeln, auf Unterlagen warten und immer wieder Termine verschieben. Fast hätte uns der Notar wegen des erneuten Corona-Lockdowns nicht empfangen dürfen.“

Nachdem keine Bank gefunden wurde, die bereit war, in der aktuellen Wirtschaftskrise Darlehen an religiöse Vereinigungen zu vergeben, hat Gott auf andere Weise eingegriffen. Der einheimische Kirchenverband und Freunde griffen der kleinen Gemeinde unter die Arme. Sie freut sich, nun ein Zuhause zu haben, dessen Räume ausgebaut werden können. Es stoßen auch immer wieder Neue zur Gemeinde dazu. Zurzeit sind es Christen, die eine geistliche Heimat suchen. „Beim letzten Hybrid-Gottesdienst – digital und vor Ort ­– waren wir 30 Teilnehmer!“, so Norbert Laffin. Dankbar ist er auch, dass zwei neue Mitarbeiter für die Gottesdienst-Moderation gewonnen werden konnten. Aufgrund der neuen Corona-Bestimmungen muss inzwischen wieder alles digital angeboten werden. „Doch ist die Motivation nach wie vor beeindruckend, und wir gehen davon aus, wie schon im Frühling niemanden zu ‚verlieren‘, sondern weiter zusammenzurücken.“

Norbert und Susanne Laffin sind seit 1990 in Frankreich in der Gemeindegründungsarbeit tätig. Nachdem sie 27 Jahre in Coutances lebten, sind sie seit 2017 in Alençon aktiv. Dort ist Norbert auch der Koordinator der örtlichen Evangelischen Allianz.

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Corona-Pandemie stoppt Täuflinge nicht

Taufen in Marbella / Spanien

SPANIEN. Gottes Botschaft verändert Menschen fundamental und sie lässt sich auch nicht durch die Corona-Pandemie aufhalten. Das erleben die Spanien-Missionare Carolin und Theo Hertler in Marbella. So ließen sich im November insgesamt elf Gottesdienstbesucher an zwei Sonntagen taufen. Sie sind das Resultat der Jüngerschaftskurse, die von März bis Juni über das Internet angeboten wurden. Da der Lockdown drohte, wurde die zweite Taufe um eine Woche vorgezogen. Trotz eines enormen geistlichen Kampfes konnten alle getauft werden. Dafür sind sie und die Gemeinde sehr dankbar. Cristina kam extra aus Sevilla angereist und musste dabei mehrere Genehmigungen einholen, um die Polizeikontrollen passieren zu können. Seit dem 9. November darf aufgrund der Corona-Pandemie niemand mehr sein Dorf bzw. Stadt verlassen.

Theo und Carolin Hertler sind seit 1996 in Marbella in der Gemeindegründungsarbeit tätig. Dort wurde 1998 ein Versammlungsraum eingeweiht, der als Treffpunkt für die Aktivitäten wie Kinderstunde und Gottesdienste dient. Evangelisation führen sie in die Nachbarschaft sowie in den umliegenden Orten, in denen auch Hauskreise entstanden sind. Die Gemeindebesucher kommen aus 13 verschiedenen Nationen. Die Gemeinde ist für viele Heimatlose Familienersatz. Daher werden oft gemeinsame Essen und Spielnachmittage organisiert. Einige Neugetaufte arbeiten bereits bei den im Sommer angefangenen Lebensmittelverteilungen mit, die immer mit einer Andacht begonnen werden. Dadurch kommen neue Besucher in die Gemeinde.

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„Die lokale Kirche ist die Hoffnung der Welt“

Familie Müller in Malawi

Tobias und Sarah Müller leben seit August 2011 in Malawi. Seit September 2018 sind sie für Schulungsarbeit unter Pastoren und Gemeindeleitern, die missionarischen impact-Einsätze und administrative Aufgaben verantwortlich. Zuvor waren sie im Dorfentwicklungsprojekt Ubwenzi sowie am Chisomo-Zentrum tätig. Noch bis Ende des Jahres sind sie in Deutschland und berichten von ihrer Arbeit. Wir haben Tobias ein paar Fragen gestellt.

Ihr lebt und arbeitet seit mehr als neun Jahren in Malawi. Ist das Land zu eurer Heimat geworden?
Total. Die Klänge, die Gerüche, das Essen – alles, was uns früher fremd war, ist jetzt Heimat für uns. Sprachlich war es am Anfang schwierig. Ich habe mich in meinem ersten Jahr in Malawi öfters gefragt, ob ich die Sprache jemals lernen werde. Aber irgendwann hat es Klick gemacht. Die Sprache ist der Schlüssel zu den Menschen und zu einem Heimatgefühl.

Was schätzt du an den Menschen in Malawi besonders?
Ihre Loyalität und welchen Wert sie der Gemeinschaft beimessen. Wir lieben es, mit Menschen zusammen zu sein. Man kommt in Malawi nie ungelegen und nimmt sich immer Zeit für andere.

Deine Hauptaufgabe ist, Pastoren zu begleiten. Wie sieht das aus und warum ist diese Arbeit wichtig?
In Malawi strömen die Leute sonntags in die Gottesdienste. Aber die geistlichen Wurzeln sind oft nicht tief. Die Menschen leben oft in zwei Welten: im christlichen Glauben und im Glauben an Zauberei. Die entscheidende Frage ist: Wo suchen sie im Zweifelsfall Hilfe: bei Jesus oder beim Zauberdoktor? Außerdem verbreitet sich die Irrlehre des Wohlstandsevangeliums in Afrika stark. Menschen geben viel Geld für selbst ernannte Propheten aus, die ihnen z. B. körperliche Heilung und Wohlstand als Gegenleistung versprechen. In einem armen Land klammern sich die Menschen oft an jeden Strohhalm, den sie bekommen können. Aus all diesen Gründen sind theologisch fundierte Pastoren dringend nötig. Lokale Kirchen sind die Hoffnung der Welt. Heute muss ein guter Pastor auch ein guter Leiter sein. Die Stärkung der Pastoren und ihrer Leitungsfähigkeit ist ein wesentlicher Aspekt für die Entwicklung der Gesellschaft.

Gibt es ein Erlebnis aus der letzten Zeit, das dich besonders bewegt hat?
Ein Pastor, der während meiner Zeit als Leiter des Chisomo-Zentrums dort Student war, schenkte mir neulich einen Sack Kürbisse aus Dankbarkeit für das, was er am Chisomo-Zentrum gelernt hat. Und das, obwohl er selbst nicht viel hat. Das ist schon sehr bewegend.

Seit einigen Wochen seid ihr in Deutschland. Was genießt du hier am meisten?
Ich genieße derzeit die kalte Jahreszeit. Die Adventszeit mal wieder in Deutschland erleben zu können – auch geistlich – darauf freue ich mich sehr.

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