Liebenzeller Mission - Schweiz
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Meine Takeaways aus Mikronesien

Unser Mis­si­ons­lei­ter Dave Jar­setz war zusam­men mit unse­rem frü­he­ren Mis­sio­nar Sieg­bert Betz in Mikro­ne­si­en. Sieg­bert wird zukünf­tig im Ruhe­stand immer wie­der die Gemein­den in Mikro­ne­si­en bera­ten und besu­chen. Mikro­ne­si­en ist eines der ältes­ten Ein­satz­ge­bie­te der Lie­ben­zel­ler Mis­si­on. Der Beginn war bereits im Jahr 1906. Mis­sio­na­re arbei­te­ten zunächst auf Pohn­pei, dann auch auf den Mor­tlock- und Chu­uk-Inseln, spä­ter auf Palau, Yap und schließ­lich Guam. Rund 70 Gemein­den ent­stan­den durch ihre Arbeit. Bil­dung und Mis­si­on sind untrenn­bar ver­bun­den. Vie­le Mis­sio­na­re bau­ten Schu­len auf und bil­de­ten Kin­der und Jugend­li­che aus. Es ent­stan­den Kin­der­gär­ten, Jun­gen- und Mäd­chen­schu­len. Sie und auch die Aus­bil­dungs­stät­ten für Gemein­de­mit­ar­bei­ter präg­ten die Füh­rungs­schicht ent­schei­dend mit. 2009 wur­de die von Lie­ben­zel­ler Mis­sio­na­rin­nen und Mis­sio­na­re gelei­te­te „Paci­fic Island Uni­ver­si­ty“ als Theo­lo­gi­sche Uni­ver­si­tät anerkannt.

Dave Jar­setz teilt eini­ge sei­ner Ein­drü­cke sei­ner Mikronesien-Reise:

„Your pre­sence makes the difference.“
Die­ses Mot­to hat sich auf unse­rer Rei­se ein­drück­lich bestä­tigt: Prä­senz zählt. Sie ermu­tigt, sie zeigt Wert­schät­zung und sie sagt dem ande­ren: Du bist nicht ver­ges­sen. Als „Väter“ der Kir­che tra­gen wir ein wert­vol­les Erbe – aber die Zukunft liegt nicht in Abhän­gig­kei­ten, son­dern in ech­ter Part­ner­schaft. Nicht wir brin­gen etwas, son­dern wir fra­gen gemein­sam: Wie kön­nen wir uns mit­ein­an­der an Got­tes Mis­si­on beteiligen?

Gott gebraucht!
Beson­ders bewe­gend war der Hun­ger nach Got­tes Wort. Pas­to­ren hör­ten auf­merk­sam zu, frag­ten nach und baten um Manu­skrip­te und Bibel­ar­beits-Glie­de­run­gen, um wei­ter­zu­ge­ben und selbst tie­fer zu stu­die­ren. Der Wunsch nach Zurüs­tung war spürbar.

Got­tes Geist hilft!
Pre­di­gen in einer frem­den Spra­che, mit Über­set­zer, über kul­tu­rel­le Gren­zen hin­weg – da wird man ganz neu dar­an erin­nert: Wir­kung ent­steht nicht durch per­fek­te Wor­te, son­dern durch Got­tes Geist. Dass Men­schen berührt wur­den, bleibt ein Wunder.

Gott wirkt weiter!
Ein beson­de­rer Moment war der Aus­sen­dungs­got­tes­dienst von Jona­than und Cha­ri­ty Sam auf Chu­uk. Wir kann­ten sie aus unse­ren impact-Kurz­ein­sät­zen auf Yap (2008–2010). Damals hät­ten wir nie gedacht, dass Gott Jah­re spä­ter ihre Geschich­te wei­ter­schreibt – und sie nun selbst als Mis­sio­na­re aus­ge­sandt wer­den. Got­tes Wir­ken endet nicht dort, wo unser Ein­satz endet. Er schreibt weiter.

Gott hat alles wun­der­bar gemacht!
Die gewal­ti­gen Inseln, das tief­blaue Meer, die Schön­heit der Schöp­fung – Mikro­ne­si­en ist ein ein­drück­li­ches Zeug­nis von Got­tes Kreativität.

Gott schenkt Vielfalt!
Nicht jede Kul­tur bewer­tet Din­ge gleich. Wäh­rend bei uns oft „schlank und rank“ als Schön­heits­ide­al gilt, wird Schön­heit in Mikro­ne­si­en teil­wei­se ganz anders ver­stan­den. Dort kön­nen gera­de Pfun­de als Zei­chen von Schön­heit und Wohl­stand gese­hen wer­den. Mit einem Augen­zwin­kern erzähl­te man uns sogar, dass man­che jun­ge Frau­en zu unge­wöhn­li­chen Mit­teln grei­fen – bis hin dazu, Öl zu trin­ken, um an Gewicht zuzu­le­gen. Das bringt uns zum Schmun­zeln, aber auch zum Nach­den­ken: Unse­re Vor­stel­lun­gen sind nicht auto­ma­tisch der Maß­stab für alle Men­schen. Ande­re Kul­tu­ren for­dern uns her­aus, unse­re eige­nen Prä­gun­gen zu hin­ter­fra­gen – und Got­tes Viel­falt neu zu bestaunen.

Mein größ­tes Fazit: Gott ist der­sel­be – aber er wirkt durch Men­schen, Kul­tu­ren und Wege, die oft ganz anders sind, als wir es erwarten.

https://www.liebenzell.ch/wp-content/uploads/2026/08/26132-meine-takeaways-aus-mikronesien.jpg 680 1120 Meine Mission https://www.liebenzell.ch/wp-content/uploads/2025/01/Liebenzeller-Mission-1.png Meine Mission2026-08-10 09:55:002026-08-10 09:55:00Meine Takeaways aus Mikronesien

Den Blick für die Menschen außerhalb der Gemeinde nicht verlieren

Seit 2008 ist Eve­lyn Theu­rer in Frank­reich. Ihr Herz­schlag ist: Men­schen mit der guten Bot­schaft von Jesus Chris­tus bekannt zu machen und Chris­ten zu unter­stüt­zen, ihren Platz ein­zu­neh­men und ihren Auf­trag aus­zu­füh­ren im mis­sio­na­ri­schen Bereich, aber auch in der indi­vi­du­el­len För­de­rung der Chris­ten. So ist sie seit einem drei­vier­tel Jahr im nörd­li­chen Elsass in einer neu auf­zu­bau­en­den regio­na­len und gemein­de­über­grei­fen­den Arbeit unter Frau­en und Fami­li­en tätig. Der­zeit ist Eve­lyn in Deutsch­land und berich­tet von ihrer Arbeit. Wir haben ihr eini­ge Fra­gen gestellt.

Wie war dein Start im Elsass?
Ich kam von einer sehr mul­ti­kul­tu­rel­len Gemein­de in eine sehr lokal ori­en­tier­te Per­so­nen­grup­pe. Das war für mich eine Umstel­lung. Auch ansons­ten sind die Gemein­den anders geprägt. Über­re­gio­nal zu den­ken, ist für vie­le unge­wohnt. Man­che Gemein­den sind etwas fest­ge­legt und tun sich mit Ver­än­de­rung schwer. Aber wir sind gemein­sam auf einem guten Weg. Denn es gibt Gemein­den, die sehr moti­viert und offen sind für Ver­än­de­run­gen. Wir haben fest­ge­stellt, dass zum Bei­spiel in den Kin­der­got­tes­diens­ten Mit­ar­bei­ter feh­len. Ich habe ange­regt, dass es jetzt ein­mal im Monat einen Fami­li­en­got­tes­dienst gibt. Dazu berei­te ich den Ablauf und Aktio­nen für Fami­li­en vor, damit sie wie­der­um ande­re Fami­li­en ein­la­den. Mein Wunsch ist, dass die Gemein­den mit­ein­an­der so ver­netzt wer­den, dass sie von­ein­an­der pro­fi­tie­ren. Zum Bei­spiel, indem sie vor­be­rei­te­tes Mate­ri­al oder Per­so­nen den ande­ren zur Ver­fü­gung stellen.

Unter­schei­det sich dein neu­er Ein­satz­ort von Kul­tur und Men­ta­li­tät der Men­schen von dei­nen bis­he­ri­gen Stationen?
Ja, sehr. Men­schen im Elsass sind sehr ste­tig und pflicht­be­wusst, die Gemein­den eher klas­sisch auf­ge­stellt. Jeder bleibt eher etwas unter sich. Gleich­zei­tig kann man mit den Men­schen gut ins Gespräch kom­men. Wenn du etwas bekannt bist und Leu­te jeman­den ken­nen, der dich kennt, dann ist das oft schon eine offe­ne Tür.

Zuletzt gab es Berich­te, dass es unter jun­gen Men­schen in Frank­reich ein stär­ke­res Inter­es­se an Jesus gibt als noch vor eini­gen Jah­ren. Ist das auch dein Eindruck?
Gene­rell ist mein Ein­druck, dass die Men­schen offe­ner sind für exis­ten­zi­el­le The­men. Die Fra­ge für uns ist, wie wir hier am bes­ten mit bibli­schen The­men ando­cken. Letzt­end­lich ist vie­les eine Fra­ge der Nach­hal­tig­keit. Im katho­li­schen und cha­ris­ma­ti­schen Bereich neh­me ich wahr, dass es mehr Tau­fen gibt. Das ist natür­lich sehr erfreu­lich. Gleich­zeit sehen man­che die Tau­fe mehr als ritu­el­len Akt. Vie­le Jugend­li­che seh­nen sich nach einer Dazu­ge­hö­rig­keit. Das A und O ist, wie es nach der Tau­fe wei­ter­geht. Dar­auf kommt es an. Wich­tig für uns in den Gemein­den ist, dass wir den Blick für die Men­schen außer­halb der Gemein­den nicht ver­lie­ren. Manch­mal habe ich den Ein­druck, dass wir zu sehr mit unse­ren eige­nen Gemein­de­ak­ti­vi­tä­ten beschäf­tigt sind. Ich will die Gemein­den nicht bespa­ßen, son­dern Mul­ti­pli­ka­ti­on fördern.

Gab es ein High­light für dich in den letz­ten Wochen?
Eine Frau, die im sel­ben Haus wohnt wie ich, befin­det sich durch eine Tren­nung gera­de in einer schwie­ri­gen Lebens­pha­se. Sie erzähl­te mir ganz offen und sag­te mir, dass sie sich freut, nun in die Nähe der Kir­che zu zie­hen. Ich konn­te sie schon etwas beglei­ten und hof­fe, dass sie sich in die Gemein­de ein­la­den lässt. Gene­rell mer­ke ich, dass es sich lohnt, über die Län­ge der Zeit in Kon­tak­te zu investieren.

Du willst die Mis­si­ons­ar­beit von Eve­lyn Theu­rer mit einer Spen­de unter­stüt­zen? Dann kannst du das über die­sen Link tun.
https://www.liebenzell.ch/wp-content/uploads/2026/07/26121-den-blick-fuer-die-menschen-ausserhalb-der-gemeinde-nicht-verlieren.jpg 680 1120 Meine Mission https://www.liebenzell.ch/wp-content/uploads/2025/01/Liebenzeller-Mission-1.png Meine Mission2026-07-29 07:18:002026-07-29 07:18:00Den Blick für die Menschen außerhalb der Gemeinde nicht verlieren

15 Menschen. 6 Länder. Eine Mission.

Wir sind froh und dank­bar, dass sich der­zeit 15 neue Mis­sio­na­rin­nen und Mis­sio­na­re für ihren Dienst in Spa­ni­en, Japan, Nord­ma­ze­do­ni­en, Sam­bia, Frank­reich und Deutsch­land vor­be­rei­ten. Schön, dass sie sich sen­den lassen.

Drei Tage lang tref­fen sie sich zur Begeg­nung, Ermu­ti­gung und für prak­ti­sche Hin­wei­se und Tipps.
Wir wün­schen ihnen, dass sie geseg­net sind und selbst ein Segen für vie­le Men­schen werden.

Du über­legst, selbst Mis­sio­na­rin oder Mis­sio­nar zu wer­den? Dann fin­dest du hier wei­te­re Infos:
www.liebenzell.org/mitmachen/mitarbeiten/missionar-werden/

https://www.liebenzell.ch/wp-content/uploads/2026/06/26088-15-menschen-6-laender-eine-mission.jpg 680 1120 Meine Mission https://www.liebenzell.ch/wp-content/uploads/2025/01/Liebenzeller-Mission-1.png Meine Mission2026-06-24 12:53:002026-06-24 12:53:0015 Menschen. 6 Länder. Eine Mission.

„Wir sind Gebende und Empfangende“

Mar­tin und Tabea Auch sind 1988 frisch ver­hei­ra­tet zum ers­ten Mal nach Ban­gla­desch aus­ge­reist. Sie waren an drei Sta­tio­nen als Mis­sio­na­re und Team­lei­ter im Ein­satz, bis die Beru­fung zum Mis­si­ons­di­rek­tor nach Bad Lie­ben­zell erfolg­te. Nach 17 Jah­ren ent­schied Mar­tin aus frei­en Stü­cken, die Auf­ga­be in jün­ge­re Hän­de zu legen. Seit 2021 sind sie in Ugan­da – als erfah­re­ne Mis­sio­na­re, um part­ner­schaft­lich und stra­te­gisch mit ver­schie­de­nen ein­hei­mi­schen Kir­chen und Orga­ni­sa­tio­nen zu arbeiten.

Hat es lan­ge gedau­ert, bis ihr Ugan­da und die Men­schen lie­ben konntet?
Es hat nicht lan­ge gedau­ert. Es war für uns ein Vor­teil, dass man sich in Ugan­da in Eng­lisch unter­hal­ten kann. Die Men­schen sind sehr freund­lich und gehen auf einen zu. Was uns gehol­fen hat, war die „Feu­er­tau­fe“ in Ban­gla­desch, wo vie­les durch das Kli­ma und Leben in der isla­mi­schen Mehr­heits­ge­sell­schaft schwie­ri­ger war. (Tabea:) Als Frau ist man in Ugan­da in der Öffent­lich­keit ger­ne gese­hen, das war in Ban­gla­desch anders. Das hat es in Afri­ka für mich leich­ter gemacht. Bei der ers­ten Rei­se nach Ugan­da habe ich nach einer Woche gesagt: Hier kann ich leben.

Ugan­da ist ein christ­li­ches Land. War­um braucht es dort Mis­sio­na­re aus Deutschland?
Wir wol­len Afri­ka­ner als Mis­sio­na­re für die Welt aus­bil­den. Des­halb woll­ten wir nach Ugan­da. Das ist unser Herz­schlag. Afri­ka als Kon­ti­nent hat die jüngs­te und ein­zig wach­sen­de Bevöl­ke­rung der Welt. Es gibt in der Welt­mis­si­on eine Ver­än­de­rung. Mis­si­on geschieht heu­te von über­all nach über­all. Nicht mehr nur von Euro­pa aus. Wir brau­chen Demut und müs­sen uns ein­ge­ste­hen, dass wir selbst Mis­sio­na­re aus ande­ren Län­dern brau­chen. Heu­te sind wir auch in Deutsch­land immer noch Geben­de, aber immer mehr auch Emp­fan­gen­de. Natür­lich gibt es in der Pra­xis dann Unter­schie­de, zum Bei­spiel im Sen­dungs­mo­dell. Mis­sio­na­re aus Afri­ka kön­nen oft kei­nen Spen­der­kreis mit­brin­gen, der ihnen einen Mis­si­ons­dienst in Euro­pa ermög­licht. Aber ihre Kir­chen sen­den sie und ste­hen voll hin­ter ihnen.
Was unse­re eige­ne Arbeit betrifft, haben uns die Ugan­der ganz zu Beginn gesagt, dass es bei ihnen in den Kir­chen eine gro­ße Lücke im Bereich Jün­ger­schaft gibt und sie sehr dank­bar wären, wenn wir uns genau dafür ein­set­zen. Das machen wir seit­dem gerne.

Wenn Men­schen in Ugan­da mit­be­kom­men, dass Mar­tin frü­her Mis­si­ons­di­rek­tor war, wie reagie­ren sie darauf?
Es ist in Afri­ka außer­ge­wöhn­lich, dass jemand frei­wil­lig sein Amt abgibt. Die meis­ten Prä­si­den­ten der Welt, die sehr alt und sehr lan­ge an der Macht sind, kom­men aus Afri­ka. Das zeigt, dass so ein Schritt für sie unge­wöhn­lich ist. Es ist für sie ver­wun­der­lich, dass jemand selbst in die zwei­te Rei­he zurück­tritt. Aber sie zie­hen schon den Hut davor. Manch­mal haben wir fest­ge­stellt, dass ugan­di­sche Lei­ter bes­ser hin­hö­ren und auf­mers­ka­mer sind, wenn sie wis­sen, dass man selbst schon eine Lei­tungs­po­si­ti­on hat­te. Denn es ist so, dass vie­le Aus­län­der in das offe­ne Land Ugan­da kom­men. Vie­le mit eige­nen Ideen, Geld und wenig Erfah­rung. Da wol­len Ver­ant­wort­li­che erst­mal hin­hö­ren und raus­fin­den, was für eine Per­son ihr Gegen­ü­ner ist. Ver­trau­en muss man sich als Unbe­kann­ter auch erarbeiten.

Wie schätzt ihr die Zukunft von Ugan­da und die des afri­ka­ni­schen Kon­ti­nents ein?
Afri­kas Stär­ke als Bezie­hungs­kul­tur wird dann zur Schwä­che, wenn sie bei Stel­len­be­set­zun­gen zu gro­ßes Gewicht bekommt. Eine der größ­ten Her­aus­for­de­run­gen liegt im Stam­mes­den­ken. Die Loya­li­tät der Men­schen geht meis­tens in Rich­tung des Stam­mes, der Groß­fa­mi­lie und nicht des Lan­des. So kommt es vor, dass Leu­te nicht nach Kom­pe­tenz und Exper­ti­se ein­ge­stellt wer­den, son­dern nach eth­ni­scher Her­kunft. Eine wei­te­re Her­aus­for­de­rung ist die Kor­rup­ti­on. Afri­ka hat kein Pro­blem von Res­sour­cen. Aber die Ver­tei­lung ist sehr unge­recht. Dazu zählt auch Aus­beu­tung aus dem Aus­land und Kor­rup­ti­on im eige­nen Land. Die Pro­ble­me sehen die Men­schen auch. Aber da raus­zu­kom­men, ist nicht leicht.

Wenn ihr in Ugan­da seid, was ver­misst ihr am meisten?
Enkel, Fami­lie, Käse und Wurst, in die­ser Rei­hen­fol­ge (lachen). Wir haben gute Freun­de in Ugan­da, Brü­der und Schwes­tern. Freund­schaf­ten mit Ein­hei­mi­schen zu haben, ist sehr schön. Die Men­schen sind sehr ange­nehm, freund­lich, zurück­hal­tend. Wir füh­len uns wohl und sind dank­bar, dass Gott die Arbeit segnet.

https://www.liebenzell.ch/wp-content/uploads/2026/06/26086-wir-sind-gebende-und-empfangende.jpg 680 1120 Meine Mission https://www.liebenzell.ch/wp-content/uploads/2025/01/Liebenzeller-Mission-1.png Meine Mission2026-06-23 10:02:002026-06-23 10:02:00„Wir sind Gebende und Empfangende“

Steinchen im Mosaik, damit Menschen Jesus finden

Schwes­ter Pri­scil­la Kunz wur­de als Mis­sio­nars­kind in Tokio gebo­ren und arbei­tet seit 1995 in Japan – aus­ge­sandt von der Lie­ben­zel­ler Mis­si­on Schweiz. Nach ihrer Aus­bil­dung und Berufs­tä­tig­keit als Ernäh­rungs­be­ra­te­rin in der Schweiz besuch­te sie die Bibel­schu­le der Lie­ben­zel­ler Mis­si­on und trat in die Schwes­tern­schaft ein. Jetzt ist sie in den Ruhe­stand ein­ge­tre­ten. Im Inter­view blickt sie auf ihre Zeit in Japan zurück.

Du wur­dest als Mis­sio­nars­kind in Tokio gebo­ren und hast mehr als 30 Jah­re lang in Japan gear­bei­tet. Wie schwer oder leicht fällt dir nun dei­ne Rück­kehr in dei­ne ande­re Hei­mat Schweiz?
Ich habe mich auf mei­nen Ruhe­stand in der Schweiz gefreut und konn­te mich schon län­ge­re Zeit dar­auf vor­be­rei­ten. Im Moment fällt es mir nicht schwer, hier zu sein. Trotz­dem wer­de ich Japan immer wie­der ver­mis­sen und Heim­weh nach mei­ner alten Hei­mat haben.

Was war für dich ein High­light in dei­nem Mis­si­ons­dienst in Japan?
Ein Höhe­punkt war, wenn ein Japa­ner oder eine Japa­ne­rin sich für Jesus ent­schie­den hat und getauft wur­de. Für mich war das immer wie ein Mosa­ik. Ich durf­te zusam­men mit ande­ren auch ein Stein­chen im Leben der Men­schen sein, die Jesus gefun­den haben.

Was schätzt du an der japa­ni­schen Kultur?
Die Freund­lich­keit der Japa­ner, das lecke­re Essen und Onsen (hei­ße japa­ni­sche Quellen).

Wenn du auf die 30 Jah­re zurück­schaust: Wofür bist du beson­ders dankbar?
Dass ich so lan­ge dort sein konn­te, dass ich gesund war und bin, dass Gott mich für vie­le Men­schen gebrau­chen konn­te und dass ich die Japa­ner und ihre Kul­tur wirk­lich mag.

Gab es Zei­ten, in denen du ent­mu­tigt warst? Was hat dir dann geholfen?
Nach der Sprach­schu­le war ich in einer klei­nen Gemein­de. Das war eine schwe­re Zeit für mich, weil ich mich ein­sam gefühlt habe. Da hat­te mich eine japa­ni­sche Mit­ar­bei­te­rin immer wie­der neu ermu­tigt, was mir echt gehol­fen hat. Man denkt oft, dass die Mis­sio­na­re kom­men und die Men­schen ermu­ti­gen. Das ist schon auch so, aber es ist abso­lut gegen­sei­tig. Ich habe viel gelernt und selbst viel Ermu­ti­gung erfahren.
Manch­mal war es aber auch ent­mu­ti­gend, wenn Men­schen ein­fach ohne „Vor­war­nung“ aus der Gemein­de weg­blie­ben. Das war schon hart. Man­che kamen aber auch wie­der. Das war dann umso schöner.

Hast du es erlebt, das Gott Türen geöff­net hat, mit denen du nie gerech­net hättest?
Ja. In Chi­kus­ei und Saku­ra­ga­wa habe ich mich bei der Stadt als frei­wil­li­ge Hel­fe­rin ange­mel­det und zum Bei­spiel Mit­tag­essen für allein­ste­hen­de und älte­re Men­schen gekocht. Hier habe ich echt gute Gesprä­che mit Men­schen füh­ren kön­nen, zu denen ich sonst kei­nen Zugang bekom­men hät­te. In Saku­ra­ga­wa haben wir durch den Bau der neu­en Kir­che an einem bes­se­ren Stand­ort erlebt, dass wir als Gemein­de sicht­bar gewor­den sind.

Wel­che Ermu­ti­gung wür­dest du jun­gen Mis­sio­na­rin­nen und Mis­sio­na­ren mitgeben?
Gott hat Zeit. Wir den­ken immer, wir müss­ten schnell vor­wärts gehen. Wir wol­len los­stür­men und was tun. Aber Got­tes Zeit­plan ist manch­mal anders. Zeit in Spra­che und Kul­tur zu inves­tie­ren, lohnt sich. Geduld mit sich selbst und ande­ren zu haben, ist wich­tig. Gott hat auch Geduld mit uns.

Wor­auf freust du dich im Ruhestand?
Ich freue mich dar­auf, Zeit zu haben und mal eine län­ge­re Pha­se an einem Ort woh­nen zu kön­nen. Auch auf mei­ne Gemein­de und mei­ne Kon­tak­te freue ich mich. Außer­dem freue mich auf Aus­flü­ge und Wan­de­run­gen in der wun­der­schö­nen Natur und Berg­welt der Schweiz.

https://www.liebenzell.ch/wp-content/uploads/2026/06/26082-steinchen-im-mosaik-damit-menschen-jesus-finden.jpg 680 1120 Meine Mission https://www.liebenzell.ch/wp-content/uploads/2025/01/Liebenzeller-Mission-1.png Meine Mission2026-06-18 07:35:002026-06-18 07:35:00Steinchen im Mosaik, damit Menschen Jesus finden

Wie sieht Mission in Zukunft aus?

BAD LIEBENZELL. Wie kann Mis­si­ons­ar­beit künf­tig aus­se­hen? – Mit die­ser Fra­ge beschäf­tig­ten sich 80 Füh­rungs­kräf­te und Mis­si­ons­exper­ten der Lie­ben­zel­ler Mis­si­on aus 15 Län­dern bei der Online-Kon­fe­renz „Mis­si­on for Future“.

Die Teil­neh­mer beschäf­tig­ten sich dabei unter ande­rem mit Trends in der welt­wei­ten Mis­si­on, den Rol­len, Bedürf­nis­sen und Erwar­tun­gen der „Gene­ra­ti­on Z“ – also der zwi­schen 1995 und 2012 gebo­re­nen Jugend­li­chen und jun­gen Men­schen – sowie dem Ver­hält­nis von digi­ta­ler Welt und Mission.
Die Gene­ra­ti­on Z stellt sich vor allem die Fra­gen „Wer bin ich?“, „Wo gehö­re ich hin?“ und „Was kann ich bewir­ken?“. Dar­auf wies die Theo­lo­gin Evi Rode­mann, Vor­sit­zen­de der „Koali­ti­on für Evan­ge­li­sa­ti­on in Deutsch­land“, hin. „Bei der Mobi­li­sie­rung geht es außer­dem nicht nur dar­um, Men­schen dazu zu bewe­gen, los­zu­zie­hen. Mobi­li­sie­rung beginnt mit Jün­ger­schaft.“ Dafür benö­ti­ge man alle Gene­ra­tio­nen in der Mission.

Die digi­ta­le Mis­si­on wird ausgebaut

Die Lie­ben­zel­ler Mis­si­on nutzt die Mög­lich­kei­ten digi­ta­ler Medi­en ver­stärkt, um das Evan­ge­li­um wei­ter­zu­ge­ben. So hat man in Mala­wi, wo die Nut­zung sozia­ler Medi­en rasant wächst, gemein­sam mit ein­hei­mi­schen Part­nern eine „Yao Sto­ry App“ ent­wi­ckelt. Mit Film­aus­schnit­ten und Stra­ßen­in­ter­views wen­det man sich an einen mus­li­mi­schen Stamm und spricht ihn über kul­tu­rell rele­van­te The­men an. Dabei wer­den bibli­sche Ein­sich­ten und Emp­feh­lun­gen weitergegeben.
„Es gilt, christ­li­che Inhal­te dort zu plat­zie­ren, wo sich die Men­schen bereits auf­hal­ten. Dabei hel­fen digi­ta­le For­ma­te sehr.“ Das sag­te Her­mann Stamm, der den Arbeits­be­reich Digi­ta­le Mis­si­on wei­ter­ent­wi­ckelt. Zudem möch­te man Mit­ar­bei­ter und Frei­wil­li­ge in ver­schie­de­nen Mis­si­ons­län­dern dazu befä­hi­gen, digi­ta­le Werk­zeu­ge effek­tiv und kon­text­ge­recht einzusetzen.

Poly­zen­tri­sche Mis­si­on gewinnt an Bedeutung

Eine wich­ti­ge Rol­le auf der Kon­fe­renz spiel­te die wach­sen­de Bedeu­tung der poly­zen­tri­schen Mis­si­on. Dahin­ter steht die Über­zeu­gung, dass christ­li­che Mis­si­on heu­te nicht mehr vor allem vom Wes­ten in ande­re Tei­le der Welt geschieht, son­dern „von über­all nach über­all“. Chris­tin­nen und Chris­ten aus allen Kon­ti­nen­ten betei­li­gen sich glei­cher­ma­ßen an der welt­wei­ten Aus­brei­tung des Evan­ge­li­ums und sen­den selbst Mis­sio­na­re aus.
Vor die­sem Hin­ter­grund wur­de dar­über nach­ge­dacht, wie Gemein­den in Deutsch­land dar­auf vor­be­rei­tet wer­den kön­nen, ver­stärkt Mis­sio­na­rin­nen und Mis­sio­na­re aus Afri­ka, Asi­en oder Latein­ame­ri­ka auf­zu­neh­men. Der ehe­ma­li­ge Mis­si­ons­di­rek­tor Mar­tin Auch berich­te­te von posi­ti­ven Erfah­run­gen mit einem ugan­di­schen Stu­den­ten, der in Deutsch­land für einen mis­sio­na­ri­schen Dienst in Deutsch­land aus­ge­bil­det wurde.
Gemein­schafts­pas­tor Mat­thi­as Lüde­mann (Hei­den­heim) ergänz­te, dass die Auf­nah­me afri­ka­ni­scher christ­li­cher Gast­ar­bei­ter auch für sei­ne Gemein­de eine Berei­che­rung gewe­sen sei. Die Begeg­nun­gen hät­ten neue Per­spek­ti­ven eröff­net und den Blick für die welt­wei­te Gemein­de Jesu geweitet.

Mis­si­ons­wer­ke müs­sen sich Trans­for­ma­ti­ons­pro­zes­sen stellen

„Die Kon­fe­renz war ein abso­lu­ter Höhe­punkt. Den klas­si­schen Mis­si­ons­wer­ken bläst aktu­ell ein ‚Wind of Chan­ge‘ ent­ge­gen, wes­halb wir gemein­sam mit unse­ren welt­wei­ten Part­nern nach neu­en Wegen gesucht haben“, sag­te Mis­si­ons­lei­ter Dave Jar­setz. Es gilt, was der angli­ka­ni­sche Bischof John V. Tay­lor ein­mal sag­te: „Mis­si­on heißt her­aus­zu­fin­den, was Gott bereits tut, und sich dar­an zu beteiligen.“
Das Mis­si­ons­werk müs­se sich den not­wen­di­gen Trans­for­ma­ti­ons­pro­zes­sen stel­len, „auch wenn sie uns der­zeit stark her­aus­for­dern – manch­mal sogar über­for­dern.“ Dabei bleibt die eigent­li­che Auf­ga­be unver­än­dert: Men­schen mit dem Evan­ge­li­um zu errei­chen und Got­tes Mis­si­on in einer sich wan­deln­den Welt neu und rele­vant mit­zu­ge­stal­ten: „Die Zukunft wird maß­geb­lich von Anpas­sungs­fle­xi­bi­li­tät, Ver­än­de­rungs­be­reit­schaft und Expe­ri­men­tier­freu­de abhän­gen – und natür­lich vom Segen Gottes.“

https://www.liebenzell.ch/wp-content/uploads/2026/06/26084-wie-sieht-mission-in-zukunft-aus.jpg 680 1120 Meine Mission https://www.liebenzell.ch/wp-content/uploads/2025/01/Liebenzeller-Mission-1.png Meine Mission2026-06-17 10:35:002026-06-17 10:35:00Wie sieht Mission in Zukunft aus?

Im Himmel wird’s keine Übersetzung mehr brauchen

BAD LIEBENZELL. 450 Per­so­nen aus mehr als 20 ver­schie­de­nen Natio­nen kamen zum Fest Inter­na­tio­na­ler Gemein­den am 14. Juni nach Bad Lie­ben­zell. Der Tag stand unter dem Mot­to „Hope Bey­ond Bor­ders – Hoff­nung kennt kei­ne Grenzen.“

„Das Licht von Jesus Chris­tus scheint für jeden Men­schen, ganz unab­hän­gig von Her­kunft und Kul­tur“, sag­te Nat Wib­ber­ley, der zusam­men mit sei­ner Frau Abby die Life­point Church Stutt­gart lei­tet und mit ihr den Got­tes­dienst mode­rier­te. Das Psalm­ge­bet wur­de abwech­selnd in Deutsch, Far­si, Chi­ne­sisch, Tür­kisch und Ara­bisch gespro­chen. Das Vater­un­ser spra­chen alle gemein­sam – jeder in sei­ner Mut­ter­spra­che. „Das ist fast schon wie im Him­mel. Da wer­de ich dann aber kei­ne Über­set­zung brau­chen und alle Spra­chen ver­ste­hen“, sag­te Mar­tin Kocher, der bei der Lie­ben­zel­ler Mis­si­on unter ande­rem für die Regi­on Mitt­le­rer Osten ver­ant­wort­lich ist und die Ver­an­stal­tung haupt­ver­ant­wort­lich organisierte.

Dave Jar­setz, Mis­si­ons­lei­ter der Lie­ben­zel­ler Mis­si­on, sag­te in sei­ner Pre­digt im Got­tes­dienst, dass es äuße­re und inne­re Gren­zen gebe: „In der Bibel begeg­nen uns immer wie­der Men­schen, die unter­wegs waren und Gren­zen über­schrit­ten haben und die wis­sen, was es bedeu­tet, wenn man neu anfan­gen muss und dabei auch etwas ver­liert.“ Gren­zen könn­ten Spra­che, Kul­tur, ande­re Men­schen, Ver­lust, Schmerz und Ent­täu­schung sein. Man­che Men­schen wür­den den­ken, dass Gott in Pha­sen von Zwei­fel und Müdig­keit weit weg sei. „Aber du bist nicht außer­halb von Got­tes Blick. Er sieht dei­nen Schmerz und dei­ne Gren­zen.“ Fremd­sein und Hoff­nungs­lo­sig­keit sei­en nicht das Ende der Geschich­te: „Es wird nicht gleich alles gut. Aber weil Gott der Herr des Lebens und der Geschich­te ist, sprengt er Gren­zen und lässt Hoff­nung wach­sen.“ Dabei bestehe ein grund­sätz­li­cher Unter­schied zwi­schen Men­schen und Gott: „Men­schen zie­hen Gren­zen, Gott baut Wege“, so Dave Jarsetz.

Adnan Al-Masoud, Gemein­de­lei­ter und ehe­ma­li­ger Refe­rent für Aus­län­der­ar­beit beim Lie­ben­zel­ler Gemein­schafts­ver­band, erin­ner­te dar­an, dass auch Leid und Ver­fol­gung Teil des christ­li­chen Glau­bens sein kön­nen: „Wir müs­sen Chris­ti Kreuz tra­gen und bereit sein, sei­ne Lie­be wei­ter­zu­ge­ben trotz Schwie­rig­kei­ten.“ Es sei für Chris­ten wich­tig, „fest in Jesus zu blei­ben“, so Adnan al-Masoud: „Dann brin­gen wir Frucht. Gott will, dass du Teil sei­ner Fami­lie bist.“

In einer Talk­run­de sprach Mar­tin Kocher mit Abby Wib­ber­ley, Fai­sal Danish von der Inter­na­tio­nal Church Karls­ru­he und Allen Mu von der chi­ne­si­schen Gemein­de Karls­ru­he über Gren­zen in ihren Gemein­den. Für Abby Wib­ber­ley ist manch­mal die Zeit eine Gren­ze, da es in der tür­ki­schen Kul­tur wich­tig sei, viel in Bezie­hun­gen zu inves­tie­ren und Zeit mit­ein­an­der zu ver­brin­gen: „Da hät­ten wir ger­ne noch mehr Mit­ar­bei­ter.“ Allen Mu lei­tet eine der größ­ten christ­li­chen chi­ne­si­schen Gemein­den in Deutsch­land: „Wir sind eine Dia­spo­ra-Gemein­de und müs­sen ler­nen, auch unse­re eige­nen kul­tu­rel­len Gren­zen zu überwinden.“In der Inter­na­tio­nal Church Karls­ru­he, die von Fai­sal Danish gelei­tet wird, kommt fast jeder Got­tes­dienst­be­su­cher aus einem ande­ren Land. Her­aus­for­dernd sei es, wenn Men­schen nur pas­siv in die Gemein­de kom­men und sich selbst nicht ein­brin­gen wol­len. Des­halb pla­ne er immer wie­der Aktio­nen, an denen sich die Gemein­de­be­su­cher betei­li­gen können.

Mit dabei waren die­chi­ne­si­schen Gemein­den aus Karls­ru­he, Tübin­gen und Lud­wigs­burg, die tür­ki­sche Gemein­de aus Stutt­gart, die ara­bi­sche Gemein­den aus Heil­bronn und Lein­fel­den-Ech­ter­din­gen, die per­si­sche Gemein­de aus Pforz­heim, die inter­na­tio­na­len Gemein­den Bruch­sal und Karls­ru­he sowie inter­na­tio­na­le Grup­pen aus Mainz, Wei­den­bach, Her­ren­berg, Neu­bu­lach und Back­nang. Die Teil­neh­men­den konn­ten über ein digi­ta­les Über­set­zungs­an­ge­bot den Got­tes­dienst in ihrer Mut­ter­spra­che ver­fol­gen. Die Musik im Got­tes­dienst über­nahm Chris Dan­ne­berg mit Team vom inter­kul­tu­rel­len Pro­jekt „Lubu Beatz“ aus Lud­wigs­burg. Zwei jun­ge Frau­en von „Lubu Beatz“ führ­ten einen Rap auf.

Dave Jar­setz zog ein posi­ti­ves Fazit: „Die­ses Event ist für uns als Mis­si­ons­werk eine Ver­an­stal­tung, die Zukunft hat. Für mich ist die­ses Fest ein Höhe­punkt im Jahr. Men­schen aus so vie­len ver­schie­de­nen Her­künf­ten zu erle­ben, die gemein­sam Jesus Chris­tus loben, ist etwas Beson­de­res und das, was Christ­sein aus­macht. Denn Gott sprengt kul­tu­rel­len Gren­zen. Das haben wir heu­te erlebt.“

https://www.liebenzell.ch/wp-content/uploads/2026/06/26080-im-himmel-wirds-keine-uebersetzung-mehr-brauchen.jpg 680 1120 Meine Mission https://www.liebenzell.ch/wp-content/uploads/2025/01/Liebenzeller-Mission-1.png Meine Mission2026-06-16 10:36:002026-06-16 10:36:00Im Himmel wird’s keine Übersetzung mehr brauchen

Ein leiser Satz mit großer Kraft

ECUADOR. „Gott ist mir nahe. Ich kann auf den Gip­fel eines Ber­ges stei­gen, und er ist da. Ich kann in den Dschun­gel gehen, und er ist da. Ich kann mit mei­nen Eltern im Zim­mer sein, und er ist da.“ Die­se Zei­len stam­men aus einer Geschich­te, die ich kürz­lich mit Nico, einem unse­rer Kin­der-gar­ten­kin­der, gele­sen habe. Es war schön, zu sehen, wie sehr sie sein Herz berührt haben.

Nico fällt das Spre­chen nicht immer leicht. Manch­mal ist er frus­triert, weil er sei­ne Wün­sche und Gefüh­le nicht in Wor­te fas­sen kann. Das kann dann zu Trä­nen oder Wut­an­fäl­len füh­ren. Als Erzie­he­rin war es her­aus­for­dernd für mich, sein Ver­trau­en zu gewin­nen. Nach­dem ich die­se Geschich­te gele­sen hat­te, woll­te ich sie erst­mal selbst ver­in­ner­li­chen und begann, für Nico zu beten. Mir war klar, dass ich mit mei­nen erlern­ten päd­ago­gi­schen Metho­den nicht an ihn her­an­kam. Aber Gott kann es. Und so ver­such­te ich, ein Spie­gel­bild die­ser Lie­be zu sein, die nur Gott schen­ken kann. Im Lau­fe der Mona­te fing ich an, auf Nicos Wei­nen oder Schrei­en mit einer Umar­mung oder ein paar auf­mun­tern­den Wor­ten zu reagie­ren. So konn­te ich immer mehr von sei­nem Her­zen ken­nen­ler­nen. Und jetzt sagt Nico gemein­sam mit mir, wenn wir die Geschich­te lesen: „Gott ist mir nahe.“

Die­se Erfah­rung einer unse­rer Erzie­he­rin­nen und wei­te­re Erleb­nis­se sind ein Bei­spiel dafür, was wir mit unse­rem Kin­der­gar­ten anstre­ben. Wir möch­ten über die Päd­ago­gik und den Unter­richt hin­aus die Her­zen der Kin­der mit der uner­schöpf­li­chen Lie­be Got­tes berüh­ren und Wer­te wie Ver­ge­bung, Hoff­nung, Gehor­sam, Freu­de und Mut för­dern. Unter­stützt du uns dabei?

Mar­cel & Faith Frieß

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https://www.liebenzell.ch/wp-content/uploads/2026/06/26078-ein-leiser-satz-mit-grosser-kraft.jpg 680 1120 Meine Mission https://www.liebenzell.ch/wp-content/uploads/2025/01/Liebenzeller-Mission-1.png Meine Mission2026-06-15 08:25:002026-06-15 08:25:00Ein leiser Satz mit großer Kraft

„Die Leute wissen oft nicht, wer Jesus ist“

Pau­la Otter­bach ist in Ber­lin in der Gemein­de­grün­dungs­ar­beit tätig. In der „Jun­gen Kir­che Ber­lin“ ist sie als Jugend­re­fe­ren­tin für die „next Gene­ra­ti­on“ zustän­dig. Sie ist gelern­te Medi­zi­ni­sche Fach­an­ge­stell­te und absol­vier­te am Theo­lo­gi­schen Semi­nar in Adels­ho­fen eine Aus­bil­dung zur Gemein­de­päd­ago­gin. Wir haben ihr eini­ge Fra­gen gestellt.

Wie lebt es sich als Süd­deut­sche in Berlin?
Eigent­lich gut. Aber manch­mal fällt mir auf, dass ich eini­ge Höf­lich­keits­flos­keln benut­ze, die in Ber­lin eher unüb­lich sind. Neu­lich war ich im Bau­markt und sprach einen Mit­ar­bei­ter an: „Ent­schul­di­gen Sie, könn­te ich Sie mal kurz etwas fra­gen?“ Die Ant­wort kam in Ber­li­ner Direkt­heit: „Nö.“ Da muss man sich manch­mal etwas dar­an gewöh­nen. Aber für mich ist es auch nichts ganz Neu­es. Da mei­ne Mut­ter aus Ber­lin stammt, waren wir als Kin­der häu­fi­ger dort.

Ist es in Ber­lin schwe­rer, mit Men­schen über den Glau­ben ins Gespräch zu kom­men als in Süd- oder Westdeutschland?
Das ist ganz unter­schied­lich. Man muss sich vor allem auf etwas ande­res ein­stel­len. Ich darf nicht davon aus­ge­hen, dass die Leu­te wis­sen, wer Jesus ist. Aber sie haben auch viel weni­ger Vor­ur­tei­le. Man muss frü­her anset­zen, hat aber nicht so viel Gegenwind.

Was fällt dir bei den jun­gen Leu­ten auf, die zu euch in die „Jun­ge Kir­che Ber­lin“ kommen?
Sie kom­men aus sehr unter­schied­li­chen Fami­li­en­si­tua­tio­nen, oft aus Fami­li­en mit geschie­de­nen Eltern oder Patch­work-Kon­stel­la­tio­nen. Das ist schon etwas anders.

Wie sieht dei­ne Arbeit kon­kret aus?
Ich set­ze bestehen­de Ange­bo­te für die Jugend­li­chen um und ent­wick­le neue Ideen. Zum Bei­spiel haben wir jetzt einen Abend­got­tes­dienst für jun­ge Men­schen begon­nen. Außer­dem ist es mir ein gro­ßes Anlie­gen, Ehren­amt­li­che im Team zu för­dern. Und wenn Leu­te aus unse­rer Jugend Unter­stüt­zung brau­chen, zum Bei­spiel in einem Bewer­bungs­pro­zess, dann bin ich ger­ne für sie da.

Was moti­viert dich, in Ber­lin im Ein­satz zu sein?
Ich glau­be, mich moti­viert, dass die Arbeit immer dyna­misch ist. Ich sehe ganz oft Fort­schrit­te und eine Ent­wick­lung bei Men­schen. Ich habe nicht das Gefühl, dass wir ste­hen­blei­ben. Bei Men­schen, denen es nicht so gut geht wie mir, eine Ent­wick­lung zu sehen, ist rich­tig schön. Eine Arbeit zu haben, die Sinn macht, ist erfüllend.

Gibt es ein Erleb­nis aus der letz­ten Zeit, das dich beson­ders bewegt hat?
Es kam neu­lich ein Jugend­li­cher zu uns in die Gemein­de, der im Inter­net zum Glau­ben gefun­den hat. Er kommt aus kei­ner christ­li­chen Fami­lie und stand plötz­lich ein­fach da. Er hat unse­re Räum­lich­kei­ten gese­hen und gefragt, wie das so mit der Kir­che läuft. Jetzt ist er bei uns und hat sogar einen Alpha-Glau­bens­kurs mit­ge­macht. Manch­mal reicht es schon aus, ein­fach prä­sent zu sein. Gott wirkt. Die Lei­den­schaft des jun­gen Man­nes im Glau­ben ist echt schön. Es fühlt sich fast so an, als ob er schon immer da wäre.

Du willst die Mis­si­ons­ar­beit von Pau­la mit einer Spen­de unter­stüt­zen? Dann kannst du das über die­sen Link tun.

https://www.liebenzell.ch/wp-content/uploads/2026/05/26072-die-leute-wissen-oft-nicht-wer-jesus-ist.jpg 680 1120 Meine Mission https://www.liebenzell.ch/wp-content/uploads/2025/01/Liebenzeller-Mission-1.png Meine Mission2026-05-28 07:51:002026-05-28 07:51:00„Die Leute wissen oft nicht, wer Jesus ist“

Liebe reinbringen in eine andere Kultur

Mat­thi­as und Kat­ja Bach­mann arbei­ten seit August 2017 an der Ama­no-Schu­le in Sam­bia. Wai­sen­kin­der, gefähr­de­te Kin­der, Kin­der von Mis­sio­na­ren und von wohl­ha­ben­den Geschäfts­leu­ten ler­nen Sei­te an Sei­te. Rei­che Eltern und Paten­schaf­ten ermög­li­chen mit den Schul­ge­büh­ren, dass auch ärme­re Mäd­chen und Jun­gen eine exzel­len­te Schul­bil­dung bekom­men. Zu den Auf­ga­ben von Kat­ja und Mat­thi­as gehö­ren Unter­richt, Betreu­ung, Seel­sor­ge, Jün­ger­schaft sowie Kin­der- und Jugend­ar­beit. Mat­thi­as arbei­te­te nach dem Stu­di­um von Geschich­te und Anglis­tik als Gym­na­si­al­leh­rer. Kat­ja hat an der Evan­ge­lis­ten­schu­le Johan­ne­um in Wup­per­tal stu­diert und war Jugend­re­fe­ren­tin. Zur­zeit sind sie in Deutsch­land und berich­ten von ihrer Arbeit. Wir haben ihnen eini­ge Fra­gen gestellt.

Ihr lebt schon seit neun Jah­ren in Sam­bia. Fühlt ihr euch dort wei­ter­hin wohl und am rich­ti­gen Platz?
Grund­sätz­lich ja, aber nach neun Jah­ren stel­len wir uns natür­lich die Fra­ge, ob mit­tel­fris­tig viel­leicht auch mal wie­der etwas ande­res dran ist.

Was ist für euch das Beson­de­re an der Amano-Schule?
Ein christ­li­ches Pro­fil gibt es auch an man­chen Schu­len in Deutsch­land. Das Beson­de­re bei uns ist die Bezie­hungs­ori­en­tie­rung. Wir sind ganz eng an den Schü­lern dran. Man kann es sich fast wie bei einer Frei­zeit vor­stel­len, die aber nicht nur ein bis zwei Wochen geht. Die gan­ze Situa­ti­on an der Schu­le ist sehr fami­li­är. In einer Klas­se sind nur zehn bis 15 Schü­ler. Ins­ge­samt hat die Schu­le 140 Schü­ler. Dadurch, dass wir ein Inter­nat sind, kennt sich hier jeder.

Was sind eure größ­ten Her­aus­for­de­run­gen derzeit?
Die häu­fi­gen Mit­ar­bei­ter­wech­sel sind schon her­aus­for­dernd. Gera­de, wenn man schon län­ger dabei ist, hofft man natür­lich, dass man­che Mit­ar­bei­ter auch lan­ge blei­ben. Und wenn alles sehr fami­li­är ist, gibt es natür­lich durch das enge Mit­ein­an­der manch­mal auch Reibung.

Was moti­viert euch, weit weg von eurer eigent­li­chen Hei­mat zu leben und zu arbeiten?
Für uns sind es immer die Men­schen. In Sam­bia ver­mis­sen wir die Men­schen in Deutsch­land und in Deutsch­land ver­mis­sen wir die Men­schen in Sam­bia. Es ist moti­vie­rend zu sehen, wie sich Men­schen ver­än­dern, wenn sie ein Leben mit Jesus begin­nen. Wenn aus her­aus­for­dern­den Jugend­li­chen ver­ant­wor­tungs­vol­le Mit­rab­ei­ter wer­den, die begeis­tert mit Jesus leben und das an ande­re wei­ter­ge­ben. Cir­ca 80 Pro­zent der Schü­ler an der Ama­no-Schu­le kommt aus Sam­bia. Got­tes Lie­be rein­zu­brin­gen in eine ande­re Kul­tur, treibt uns an. Und es moti­viert uns zu wis­sen, dass Gott uns in die­se Auf­ga­be gestellt hat und wir uns ein­brin­gen dür­fen mit dem, was er uns gege­ben hat.

Könnt ihr von jeman­dem berich­ten, der in beson­de­rem Maß von der Ama­no-Schu­le pro­fi­tiert hat?
Einer der Jungs kam im Grund­schul­al­ter an die Ama­no­schu­le. Er war sehr her­aus­for­dernd und hib­be­lig, konn­te kaum mal ein paar Minu­ten still­sit­zen. Er hat­te eine „fre­che Schnau­ze“, war aber auch unglaub­lich lie­bens­wert. Sei­ne fami­liä­ren Hin­ter­grün­de waren schwie­rig. Nur durch eine Paten­schaft konn­te er zu uns an die Schu­le kom­men. Er war aber immer ein schlau­er Kopf. In der zwölf­ten Klas­se stand er vor dem Raus­wurf, da er im Inter­net ille­ga­le Din­ge her­un­ter­ge­la­den hat­te. Kurz vor der Abschluss­prü­fung hat er sich für Jesus ent­schie­den und mitt­ler­wei­le tau­fen las­sen. Er besuch­te danach eine Bibel­schu­le und nutz­te die freie Zeit vor sei­nem Stu­di­um, um ehren­amt­lich an der Ama­no-Schu­le mit­zu­hel­fen. Er hat hier Kunst­un­ter­richt gege­ben und eine Art Kin­der­gar­ten gemacht. Sachen, die wir nie von ihm erwar­tet hät­ten. Auch jetzt kommt er, wann immer es sei­ne Zeit wäh­rend des Stu­di­ums zulässt, an der Schu­le vor­bei, um mit­zu­hel­fen. Es ist schon sehr bewe­gend, wenn dich der Jun­ge, der dich fast zur Weiß­glut gebracht hät­te, heu­te in den Arm nimmt.

Was wünscht ihr euch für die Schü­ler die Amano-Schule?
Offen­heit und Neu­giert für Jesus. Dass sie eine gute Bidlung mit­be­kom­men, mit der sie in ihrem Leben etwas anfan­gen kön­nen. Wer­te, die einen Unter­schied in ihrem Leben machen.
Wir wün­schen uns, dass sie als Pers­nen rei­fen und ihren Platz in Sam­bia und in der Welt finden.

Du willst die Mis­si­ons­ar­beit von Mat­thi­as und Kat­ja Bach­mann mit einer Spen­de unter­stüt­zen? Dann kannst du das über die­sen Link tun.

https://www.liebenzell.ch/wp-content/uploads/2026/05/26070-liebe-reinbringen-in-eine-andere-kultur.jpg 680 1120 Meine Mission https://www.liebenzell.ch/wp-content/uploads/2025/01/Liebenzeller-Mission-1.png Meine Mission2026-05-20 11:47:002026-05-20 11:47:00Liebe reinbringen in eine andere Kultur
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