„Gott gibt im Loslassen mehr, als ich gedacht hätte!“

Irmgard Schülein

Sie ist eines der prägenden Gesichter der Liebenzeller Mission: Irmgard Schülein. 17 Jahre arbeitete sie zusammen mit ihrem Mann Ernst als Missionarin auf Manus, danach war sie in der Frauenarbeit tätig. Irmgard ist als Referentin für Frauen in ganz Deutschland zu Vorträgen unterwegs. Durch ihre Tätigkeit hat sie viele Menschen in den vergangenen Jahren geprägt. Nun geht Irmgard in den Ruhestand. Ehrenamtlich bleibt sie der Liebenzeller Mission aber noch erhalten.

 

Irmgard, was waren deine Höhepunkte im Dienst der Liebenzeller Mission und für Gott?
Da gibt eine Menge! Zum Beispiel eine Hochzeit im Ausland, bei der andere Menschen die „Elternstelle“ für uns übernahmen und einfach Essen geplant und Kosten übernommen haben sowie schlicht da waren. Ebenso denke ich sehr gerne an die vielen Feiern auf Manus zurück, wo wir zu den Menschen gehören durften. In unsere Dienstzeit fiel auch der Kirchenbau in der Hauptstadt Port Moresby. Unvergessen ist mich ebenso der Abschied von Papua-Neuguinea nach 15 Jahren und wie wir dort Gottes wunderbares Versorgen als Familie erlebt haben. Und auch an die Feier zum 100. Geburtstag der Liebenzeller Mission mit Menschen aus vielen Nationen denke ich sehr gerne zurück. Alles in allem kann ich nur staunen, was Gott aus unserer Arbeit gemacht hat, den weiten Horizont, den er uns geschenkt hat.

 

Welcher Bibelvers, welche geistliche Erkenntnis hat dich besonders geprägt?
Prägend war für mich die Erkenntnis, dass Gott im Loslassen mehr gibt, als ich erwartet hätte. Eigentlich wollte ich auch auf Manus als Krankenschwester tätig sein. Als sich das zerschlug, war
ich tieftraurig. Erst als ich meinen Traum losließ, konnte Gott mir den Weg in die Frauenarbeit zeigen und mich dahin führen. In dieser Arbeit habe ich dann Entfaltung und Erfüllung gefunden. Wichtig war mir dabei immer der Trauspruch aus Psalm 84,12: „Gott, der Herr ist Sonne und Schild; der Herr gibt Gnade und Ehre.“ Angesichts der vielen Angriffe durch den Teufel, denen Familien und Ehe ausgesetzt sind, hat mich getröstet, dass Gott unser Schutz und Schild ist. Ebenso fand ich es befreiend, dass wir als Christen keine Ehre suchen müssen. Er schenkt uns im Leben die Bestätigung, die jeder benötigt. Das hat mich regelrecht umgehauen. Und wenn ich Gottes Wege nicht verstanden habe, hat mir die Zusage aus Jeremia 29,11 sehr geholfen: „Denn ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe, spricht der Herr: Gedanken des Friedens und nicht des Leides, dass ich euch gebe Zukunft und Hoffnung.“ Das versuchte ich in meinen Vorträgen immer wieder zu vermitteln.

 

Auf mich strahlt ihr als Ehepaar immer viel Liebe und Leidenschaft für Gott aus. Was ist euer „Geheimnis“?
Gott beim Wort nehmen! Von der Berufung angefangen („Du hast mich hierher gestellt, Herr, nun bring mich durch“). Ich nenne das gerne Gott „an seinem Wort festnageln“ und seine Antwort dann ernst nehmen. Da gibt es nur Gehorsam oder Ungehorsam.

 

Du hast dich auch kommunalpolitisch engagiert. Was hat dich da angetrieben?
Als Stadträtin von 1999 bis 2014 in Bad Liebenzell und fünf Jahre als ehrenamtliche Stellvertreterin des Bürgermeisters tätig zu sein, das wollte ich nie und es war die schwierigste Aufgabe, in die ich je gestellt wurde. Die Missionsleitung hat mich gebeten, zu kandidieren, da eine Frau in dem Gremium gewünscht wurde. Dabei hatte ich gerade Gott gesagt, dass ich Zeit habe und ihn gefragt, ob er etwas für mich habe. Es war ein Ringen, doch durch das Wort aus 1. Mose 12,1 („Und der Herr sprach zu Abram: Geh aus deinem Vaterland und von deiner Verwandtschaft und aus deines Vaters Hause in ein Land, das ich dir zeigen will“), das mich schon nach Manus geführt hatte, zeigte mir Gott hier wieder den Weg. Ich musste als frischgebackene Kommunalpolitikerin viel lernen, da ich politisch ein totaler Anfänger war. Und doch war es interessant, wir haben viele Menschen aus der Stadt kennengelernt und Freunde gewonnen.

 

Was rätst du jungen Menschen, die ihr Leben in den Dienst Gottes stellen möchten?
Auf den Ruf Gottes zu warten! Ich bin nicht in die Mission gegangen, weil mein Verlobter und heutiger Mann Ernst dort war und ich mich nach ihm sehnte, sondern weil Gott mich diesen Weg geführt hat. Dieses Wissen habe ich dann sehr gebraucht, als ich alleine auf einer Missionsstation in Manus war, Ernst seinen erfüllten Alltag hatte und ich mich fragte, warum ich da bin. Da habe ich dann zum ersten Mal Gott an seinem Wort regelrecht festgenagelt und das gab mit Halt.

 

Welche Empfehlung hast du für angehende Missionare?
Ich kann nur dazu ermutigen, Großartiges von Gott zu erwarten. Er will unser Leben reich machen – und nicht zuerst unsere Arbeit für ihn. Ebenso bringt es nichts, sich zu vergleichen, denn jeder ist einzigartig und Gott wird jeden einmal danach fragen, was er mit den Gaben gemacht hat, die er ihm gab. Ich will auch nicht darauf schauen, was andere verdienen, sondern dankbar auf das Versorgen durch Gott sehen. All die Wunder, die wir im Versorgen Gottes erlebt haben, machen uns einfach nur dankbar.

 

Worauf freust du dich im Ruhestand am meisten?
Zunächst bin ich weiter ehrenamtlich für die Liebenzeller Mission in der Frauenarbeit unterwegs. Wo Gott mich hier genau noch haben will, besonders in unserer Heimat in Franken, das muss er mir noch zeigen. Aber er hat sicher eine gute Platzanweisung für mich und etwas, was mir Freude machen wird. Ein großes Geschenk ist es für mich und Ernst, diese Zeit gemeinsam zu erleben. Wir hoffen, diese noch lange miteinander auch mit unseren drei Kindern und Enkeln gestalten zu können.

„Flüchtlinge sind Menschen wie du und ich“

Einsatz in einem Flüchtlingslager auf der Insel Lesbos. Foto: Silas Zindel

Valentin Schlott studiert im fünften Semester Theologie und Soziale Arbeit an der Internationalen Hochschule Liebenzell (IHL). Der 28-jährige Esslinger war von Ende Oktober bis Anfang Januar auf der Insel Lesbos, um dort Geflüchteten zu helfen.

Valentin, wie kam es zu deinem Einsatz?
Als 2015 die Flüchtlingswelle Deutschland erfasste, war ich von den Geschehnissen zutiefst gerührt und ich wusste, dass ich den Menschen unbedingt helfen möchte. Schon zuvor hatte ich 2011 bis 2012 ein halbes Jahr bei der Arbeiterwohlfahrt mein Freiwilliges Soziales Jahr absolviert, bei dem ich in Berührung zu Menschen gekommen war, die ihre Heimat verlassen mussten. Das Thema hatte mich seither nie ganz losgelassen und an den unterschiedlichsten Stellen meines Lebens eingeholt. 2016 hatte ich in Esslingen dann die Möglichkeit, in ein integratives Wohnprojekt vom Verein Hilfreich e. V. einzuziehen, bei dem ich für zwei Jahre mit Zugewanderten, schlussendlich tiefen Freunden, zusammenwohnen durfte. Die Reise nach Lesbos fiel also „nicht aus heiterem Himmel“. Die Bilder von Malta und anderen Mittelmeerinseln, von überfüllten Booten und gekenterten Schiffen haben immer wieder den Wunsch in mir entfacht, nicht nur in deutscher Geborgenheit mit anzupacken, sondern dort zu sein, wo das Leid besonders groß ist. Außerdem wollte ich auch die Menschen, meine Freunde, immer besser verstehen lernen. Und dazu gehört es, in ihr Leben einzutauchen. Das geht natürlich nur begrenzt. Aber die Situation auf Lesbos ist eine Situation, wie sie viele Flüchtlinge in Deutschland durchlaufen haben. Und wer die Flüchtlinge in Deutschland verstehen will, darf auch die Augen nicht vor Malta oder Lesbos oder ihrem Erleben noch viel früher auf ihrer Reise verschließen. Das Beste ist es, wenn man einfach selbst dorthin geht. Dazu kam der Ruf von Gott für mich.

Warum gerade nach Lesbos?

Martin Kocher, Teamleiter „Mission und Integration“, hatte bereits Kontakt zu Andrea Wegener, die die operative Leitung von EuroRelief im Flüchtlingslager Kara Tepe II innehat. Zudem waren bereits Teilnehmer des Kurzeinsätze-Programms „impact“ dort und haben im Lager mitgeholfen. So hat sich eine Türe nach der anderen geöffnet und mit ein bisschen Geduld war es dann im Oktober 2020 soweit.

Was machtest du dort?
Ich bin in dem ganzen Gewimmel einer von vielen Freiwilligen, die dort eingesetzt werden, wo sie am Dringendsten gebraucht werden und wo sie angesichts ihrer Fähigkeiten gut aufgehoben sind. In der ersten Zeit bin ich einfach mitgelaufen und habe sehr unterschiedliche Dinge gemacht: Zelte abbauen, reparieren, Böden verlegen. Außerdem erhob ich Daten, indem ich von Zelt zu Zelt gelaufen bin und nach Informationen gefragt habe, die EuroRelief noch nicht vorlagen. Außerdem half ich bei Umzügen mit und machte Botengänge. Ebenso verteilte ich so genannte Tickets – wenn Menschen ein Hilfspaket von den UN bekommen, erhalten sie zunächst ein Ticket, mit dem sie dann am UN-Zelt vorbeigehen und sich das Paket abholen können. Ein gewichtiger Teil meiner Arbeit vor Ort war auch durch die Mithilfe im „Warehouse“ bestimmt, wo die vielen Hilfsgüter zusammenlaufen, organisiert und verwaltet werden. Hier haben wir zum Beispiel weit über tausend Hilfspakete zusammengestellt, die aus Wärmflasche, Socken, Unterwäsche, T-Shirts und Hose bestanden. Es war immer schön, dann auch bei der Austeilung der Hilfspakete dabei sein zu können.

Wie erlebst du die Flüchtlingslage dort?
Ein Mann kam eines Tages an einem warmen Novembertag mit einem wenige Tage oder Wochen alten Baby zu mir und bat mich, dass er doch unseren Strom vom Bauwagen, in dem unser Büro stationiert ist, verwenden dürfte, um im Wasserkocher Wasser zum Waschen des Babys heißzumachen, weil er nirgendwo sonst im Camp Strom gefunden hat. Die Menschen leben dort in Zelten von der UN und vom Roten Kreuz, teilweise auch in Großraumzelten. Jedem Bewohner stehen rund 2,5 Quadratmeter Nutzfläche zur Verfügung, was in etwa der eigenen Schlaffläche entspricht. Wenn jemand eine Toilette aufsuchen möchte, dann öffnet er oft eines der Dixiklos und schaut angeekelt zur Seite. Dies macht er oder sie dann so oft, bis er oder sie ein Dixiklo gefunden hat, dass am wenigsten schmutzig ist. Als es noch warm war, haben viele Menschen im Meer geduscht …

Was beeindruckt, bewegt dich?
Das eben geschilderte Leid, genauso wie die Würde, mit der die Menschen das dort tragen. Ich kann mir nicht vorstellen, wie meine Familie an einem solchen Ort überleben oder leben könnte. Aber eben genau solche Familien leben dort. Menschen wie du und ich. Es sind nicht Flüchtlinge, die dort leben, als wäre das eine bestimmte Art von Mensch, die darauf angepasst wäre, so zu leben. Es sind Menschen, Freunde, Menschen mit Namen. Die Kreativität ist ebenso beeindruckend, mit der die Menschen dort Duschen bauen, Kochstellen und viele andere Sachen, die das Leben dort ein bisschen einfacher und erträglicher machen. Ebenso beeindruckte mich die Gastfreundschaft und Offenheit vieler Menschen. In meinen wenigen Wochen im Flüchtlingslager wurde ich öfters zum Tee oder Essen eingeladen, als in all meinen 28 Lebensjahren in Deutschland.

Was antwortest du Kritikern, die sagen, die Flüchtlinge seien selbst schuld an ihrer Lage?
Jesus hatte und hätte immer wieder tausend gute Gründe und Anlass, um zu sagen: „Valentin, du bist an deinem Unglück selbst schuld. Sieh zu, dass du dir selbst hilfst.“ Aber das hat er nie gesagt und wird er auch niemals sagen. Er hat mich gerettet. Das ist mein Bekenntnis: Aus Gnade hat mich Gott gerettet. Das ist die Gute Nachricht, die ebenso allen Menschen gilt und mit der mich Gott beauftragt, in alle Welt zu gehen. Ich stelle also die Gegenfrage an alle, die Flüchtlingen die Schuld für ihre Situation geben und ihnen damit indirekt die Hilfe entsagen: „Wenn du allein aus Gnade gerettet bist, warum verwehrst du sie dann anderen Menschen, seien es Flüchtlinge oder nicht?“ „Du bist selbst schuld“ und „Hilf dir selbst!“ – Diese Worte erinnern an den Spott, den Jesus am Kreuz über sich ergehen ließ.

Wie können Christen helfen?
Wenn jemand Flüchtlingen helfen möchte, so kann er in seiner Gemeinde oder Stadt nach Ehrenamtskreisen fragen, die in der Flüchtlingshilfe aktiv sind. Viele Gemeinden haben inzwischen Integrationsmanager, die die lokale Hauptamtlichen-Arbeit und Ehrenamts-Arbeit in der Flüchtlingshilfe koordinieren. Darüber hinaus gibt es viele private und kirchliche Initiativen. Und wer nach Lesbos zu EuroRelief möchte, bewirbt sich ganz einfach über das Onlineformular im Internet von EuroRelief: www.eurorelief.net. Die größte Hilfe ist bei all dem sicherlich immer – und das gilt hier auf Lesbos im Lager ebenso –, wenn wir nicht „den Flüchtling“ sehen, sondern einfach den Menschen vor uns. Zudem habe ich oft erlebt, dass ich vielen Menschen in der Flüchtlingsarbeit nicht helfen kann. Ich komme hier oft an meine Grenzen, was unter anderem an den rechtlichen Rahmenbedingungen liegt. Eine große Hilfe wäre es sicherlich, wenn sich auch in diesem Bereich mehr Menschen für die Rechtsstellung von Flüchtlingen einsetzen würden. Und selbst wenn es mir nicht immer möglich ist, den Menschen zu helfen, so ist ihnen immer geholfen, wenn sie Jesus als den erkennen, der er ist. Das können sie nur, wenn sie von ihm hören. Von ihm hören können sie nur, wenn wir von ihm erzählen. In diesem Sinne: Lasst uns einander lieben, wie Jesus uns geliebt hat. Daran wird man uns erkennen. Und darin wird uns allen geholfen.

Weitere Infos und Unterstützungsmöglichkeiten gibt es hier: www.liebenzell.org/mission/weltweite-projekte/mission-und-integration-deutschland

Foto: Silas Zindel

Neue Kirche in Berjosowki eingeweiht

Die Gemeinde in Berjosowski konnte ihre neue Kirche einweihen.

RUSSLAND. Große Freude in der Gemeinde Berjosowki: Nach knapp eineinhalbjähriger Bauzeit hat Bischof Alexander Scheiermann kurz vor Weihnachten die neue Kirche eingeweiht. „Auch wenn nicht wie geplant alles fertig wurde, war es doch ein freudiges Ereignis. Wir konnten erleben, wie das Wunder vor unseren Augen Gestalt annahm“, sagte Schwester Sabine Matthis. Seit 2009 hilft sie mit, in der etwa 50.000 Einwohner zählenden Stadt am Ostrand des Mittleren Urals – rund 15 Kilometer nordöstlich von Jekaterinburg – eine Gemeinde zu gründen.

Zu den Ehrengästen zählte auch Bürgermeister Jewgeni Rudolfowitsch Piszow, der ein Grußwort sprach. Das örtliche Fernsehen und die Presse waren ebenfalls da, um von dem Ereignis zu berichten. Neben der Einweihung konnten die Gemeindemitglieder Ardak und Mischa zum Predigtdienst einsegnet werden. Sie absolvieren eine theologische Fernausbildung und bringen sich praktisch in der Gemeindearbeit und im Verkündigungsdienst ein.

Am 24. Dezember feierten die Gemeindemitglieder den ersten Weihnachtsgottesdienst in der Kirche. „Es kamen neben der Gemeinde auch Gäste, die von der Kirche erfahren hatten, oder an der Kirche vorbeigingen und sich einfach dazusetzten“, berichtet Schwester Sabine Matthis: „Gott hat sein Haus gebaut und uns die notwendigen Mittel und Helfer zur Seite gestellt. Nun erbitten wir, dass Gemeinde Jesu in Berjosowski weiter wächst, dass Menschen zum Glauben an Jesus finden.“

Schwester Sabine Matthis ist seit 2006 in Russland tätig. Sie arbeitet dort unter der russischen Bevölkerung; es gibt nur wenige Deutschstämmige. Neben verschiedenen Veranstaltungen sowie einem „TEE“-Kurs (außerschulische theologische Ausbildung) gibt es auch ein Programm zur Predigtvorbereitung, damit Gemeindemitglieder künftig selbst predigen können.

Jungen Menschen in Burundi eine Chance geben

Familie Biskup Burundi

Alexander und Tabea Biskup leben mit ihren drei Kindern seit 2010 in Burundi. Sie waren in der Jugend- und Gemeindearbeit sowie an der Bibelschule in Muramvya tätig. Heute setzen sie sich in der Gemeindegründung unserer Partnerorganisation „Christian Life Ministries“ ein. Außerdem leiten sie das Team der Liebenzeller Missionare in Burundi. Ende letzten Jahres waren sie für einige Wochen in Deutschland, in dieser Zeit haben wir Alexander einige Fragen gestellt.

In Europa hört man wenig von der Corona-Situation in Afrika. Wie ist die Lage in Burundi?
In Burundi gibt es weniger als 800 Corona-Fälle. Auf Hygiene-Maßnahme wie Händewaschen wird an offiziellen Stellen geachtet. Durch die Ebola-Krisen in Afrika in den vergangenen Jahren sind die Menschen hier sensibilisiert. Trotzdem sind die Leute verunsichert. In den Kirchen bleiben zum Beispiel manche Menschen weg.

Und wie ist die politische und gesellschaftliche Situation derzeit? Burundi ist ja ein krisengeschütteltes Land.
Im Mai wurde ein neuer Präsident gewählt, im Juni ist der vorherige verstorben. Die Lage ist derzeit recht stabil. Wir sind nicht mehr im Krisenmodus wie in den Jahren zuvor. Vor der Wahl war die Unsicherheit im Land schon sehr groß, denn 2015 kam es zu schweren Ausschreitungen und Unruhen nach der Wahl. Von daher sind wir sehr dankbar, dass die Lage diesmal so ruhig blieb. Die neue Regierung bemüht sich, internationale Kontakte wiederaufzubauen.

Regelmäßig taucht Burundi in der Liste der ärmsten Länder weltweit auf. Wie erlebst du die Armut in Burundi und wie gehst du damit um?
Armut in Burundi ist sehr vielschichtig. Ein Mangel an Kleidung und Nahrung geht oft einher mit einem Mangel an Liebe und Anerkennung. Der Umgang mit der Armut ist eine tägliche Herausforderung. Wir wollen mit unserer Hilfe keine Abhängigkeit schaffen, aber gleichzeitig Barmherzigkeit leben. Deshalb helfen wir Einzelnen ganz bewusst und wollen auf Gottes Stimme hören, wie wir Jesu Liebe weitergeben können.

In eurem Gemeindegründungsprojekt wollt ihr besonders die junge, aufstrebende Generation erreichen. Was ist euer Ansatz?
Wir machen ansprechende, niederschwellige, englischsprachige, moderne Gottesdienste mit fetziger Musik. Außerdem gibt es Hauskreise, Studentenbibelkreise und Worship Nights. Was uns ganz wichtig ist: Wir wollen den jungen Leuten schnell Verantwortung geben und ihnen ermöglichen, ihre Begabungen einzubringen. Das motiviert sie. Wir geben ihnen eine Chance. Sie werden nicht künstlich klein gehalten.

Gibt es eine Begegnung in den letzten Monaten, die dich besonders bewegt hat?
Da denke ich an Moses. Er kommt aus Uganda und hat die Basiskurse unserer Gemeinde besucht. Er war einer der ersten, die dort zum Glauben kamen. Moses ging sein ganzes Leben in die Kirche, aber war nie mit dem Herzen dabei. Er kennt vermutlich mehr Bibelstellen als ich, aber er hat den Glauben nie gelebt. Jetzt ist er total verändert.
Beeindruckt bin ich auch von Parfait. Er ist der junge Tontechniker bei uns in der Gemeinde. Parfait ist ein zurückhaltender, schüchterner Mann, der aber in der Gemeinde richtig aufblüht und jetzt einen Hauskreis leitet. Jeden Sonntag ist er der erste, der zum Gottesdienst kommt, und der letzte, der geht. Er tut seinen Dienst treu, still, verlässlich und ist eine echte Stütze für uns.

Du willst die Missionsarbeit von Alexander und Tabea Biskup mit einer Spende unterstützen? Dann kannst du das über diesen Link tun.

Unterwegs mit der „ambulanten Kirche“

Ambulante Kirche in Frankreich

Seit 29 Jahren leben und arbeiten Hiltrud und Uwe Vogel in der Normandie in Frankreich. Sie haben die Gemeinde in Carentan gegründet, das Missionszentrum in Saint Aubin aufgebaut, und eine neue Gemeindegründung in Cherbourg begonnen. Die Leidenschaft von Uwe und Hiltrud ist immer noch sehr groß, Menschen in Frankreich (einem der atheistischsten Länder der Erde) mit dem Evangelium von Jesus Christus in Berührung zu bringen und ihnen zu helfen, ihren Glauben auf Jesus zu gründen. Wir haben ihnen ein paar Fragen gestellt.

Die Gemeinde in Carentan habt ihr in einheimische Hände gegeben. Wie läuft es jetzt in der Gemeinde, wo sie euch als Missionare nicht mehr hat?
Wir halten uns in der Gemeinde in Carentan bewusst raus, obwohl sie für uns und unsere Kinder unsere Familie und Heimat war. Aber wir wollen, dass sie nun unabhängig von uns als Missionaren ihren Weg geht. Johan und Carine, das neue Pastorenehepaar, machen das sehr gut. Sie sind sehr begabte und opferbereite Leute. Mit dem geringen Pastorengehalt in Frankreich leben sie am Existenzminimum, aber sie tun ihren Dienst mit solcher Freude und setzen sich ungeheuer ein. Es freut uns besonders, dass sie auch das Wohl der anderen Gemeinden in der Region im Blick haben.

Ihr habt Johan und Carine mal als „Glücksfall“ und „wunderbare Gebetserhörung“ bezeichnet. Warum ist es so schwierig, Franzosen zu gewinnen, die eine Gemeinde in ländlichem Umfeld gründen?
Zum einen stimmt es wirklich! Selbst im Traum hätten wir uns keine besseren Nachfolger vorstellen können. Zum anderen ist es wirklich schwierig, für ländliche Gebiete Pastoren zu finden. Dass man nicht nur in der Stadt, sondern auch in diesem Umfeld ein total erfülltes Leben in Gemeindegründung und Aufbau führen kann, können sich manche nicht vorstellen. Aber Johan und Carine haben sich darauf eingelassen, obwohl sie davor noch nie in der Normandie waren. Nach dem dreijährigen Praktikum in Carentan und ihrem Wunsch zu bleiben, war es auch die Mutter von Carine, die als Schweizerin die Liebenzeller Mission kennt und sie dazu ermutigt hat. Hier half auch der gute Ruf unseres Missionswerkes! Uns zurückzuziehen und ihnen völlig freie Hand zu lassen, hat unsere Beziehung noch verstärkt.

In Cherbourg seid ihr in einer neuen Rolle. Ihr leitet ein Team von Ehrenamtlichen in der Gemeindegründung. Welche Erfahrungen macht ihr dabei?
Alle Mitarbeiter in unserem Team stehen voll im Berufsleben, die meisten von ihnen haben sehr zeitaufwendige Jobs. Trotzdem setzen sie sich mit großem Elan ein. Zum Team gehören zwei Familien, ein Ehepaar und ein junger Mann. Wir begegnen uns alle auf Augenhöhe, das ist uns sehr wichtig. Das neutestamentliche Prinzip des Priestertums aller Gläubigen soll nicht nur ein Konzept sein, sondern verwirklicht werden. Unsere Aufgabe besteht darin, dass Team Schritt für Schritt zu begleiten. Den Sommer über waren wir unterwegs mit einer „ambulanten Kirche“ und bauten jeden Sonntag Pavillons am Strand für unseren Gottesdienst auf. Wir hoffen, dass wir irgendwann einmal Räume für die Gemeinde mieten können. Im Moment freuen wir uns an unseren interaktiven Zoom-Gottesdiensten.

Die Corona-Pandemie erschwert die Missionsarbeit in vielen Ländern. Wie sieht es bei euch aus: Gibt es auch Chancen durch die Krise?
Wir möchten vorsichtig sein, zu vollmundig über Chancen zu sprechen. Denn dafür gibt es zu große Nöte. Nicht nur Krankheitsnöte. Unzählige Betriebe stehen kurz vor oder nach dem Konkurs. Man stelle sich nur diese Sorgen vor. Hier leiden wir mit. Aber für die Gemeinde Jesu ist die Krise auf jeden Fall auch eine Chance. An vielen Orten werden eingefahrene Gleise verlassen, Gemeinden müssen nach neuen Wegen suchen. Wir merken, dass Menschen aus den Städten die ländlichen Gegenden wieder neu entdecken. Pariser kaufen Immobilien in unserer Gegend. Und ältere Menschen beginnen neue Medien zu nutzen. Wenn Online-Gottesdienste nur konsumiert werden, ist das schade. Wenn aber Medien zu interaktivem Gemeindeleben helfen, sind Videoformate auch eine große Chance, weil oft neue Menschen dazukommen. Und schließlich ist die Freude dann umso größer, wenn man sich im echten Leben wiedersehen darf.

Wenn ihr euch eure neue Gemeinde in Cherbourg in fünf Jahren vorstellt: Wie sieht sie aus?
Wir werden in drei Jahren in Rente gehen. Wir haben deshalb jetzt schon einen französischen Teamleiter für unsere Gemeindegründung gewählt. Unser Wunsch ist es, dass wir auch im Ruhestand in Cherbourg bleiben und das tun, was wir uns in Carentan fast 30 Jahre lang gewünscht haben: Jünger Jesu, die die Gemeinde lieben, im Alltag evangelisieren und andere mitbringen. Leute, die sich nicht aufdrängen, aber die stets bereit sind, Jesus zu dienen.
Wir wünschen uns, dass die Gemeinde wächst und einen festen Platz in unserer Stadt einnimmt. Für das Team wünschen wir uns, dass es dann verstärkt wird von jemandem, der mehr Zeit hat als die Leute, die komplett im Beruf stehen. Gerade die Familien brauchen auch Zeit für sich.

Du willst die Missionsarbeit von Uwe und Hiltrud Vogel mit einer Spende unterstützen? Dann kannst du das über diesen Link tun.

Corona hält Gottes Wort nicht auf

Videokonferenz mit Missionar Michael Pflaum

SAMBIA. Trotz der Corona-Pandemie können Christen dank digitaler Möglichkeiten weltweit Kontakt halten und das Wort Gottes überwindet alle Grenzen – auch bei Trauungen. Das zeigt dieses Bild des Liebenzeller Missionars Michael Pflaum. Es entstand in seinem Haus auf dem Gelände der Amano-Schule in Sambia. Dabei ist zu sehen, wie er bei der Trauung seiner jüngsten Tochter Gabriele per Videokonferenz-Plattform Zoom die Predigt hält. Die Trauung war ursprünglich in den USA geplant, aufgrund der Reisebeschränkungen durch Corona fand sie in Japan im Wohnzimmer eines Missionars statt. Gabriele Pflaum lebt seit vier Jahren in Tokio und arbeitet im Management einer Universität. In Japan lernte sie ihren Mann kennen, der als amerikanischer Missionar dort tätig ist. Michael Pflaum konnte mit seiner Frau Bärbel wegen der Pandemie allerdings nicht nach Japan reisen. Die Familien des Brautpaares waren in den USA und in Sambia am Computer über Zoom zugeschaltet. Das Eheversprechen wurde ebenso darüber getätigt. „Leider ist die Videoübertragung noch nicht so weit entwickelt, dass jeder am Hochzeitsessen hätte teilnehmen können“, so Michael Pflaum mit einem Augenzwinkern.

Michael Pflaum leitet seit 2014 die 2004 von ihm mitbegründete Amano-Schule in Sambia. Sie zählt mittlerweile über 130 Schüler. Mittellose Waisenkinder, Kinder von Missionaren und von wohlhabenden Geschäftsleuten lernen dort Seite an Seite. Reichere Eltern ermöglichen mit den Schulgebühren, dass auch ärmere Kinder in den Genuss einer exzellenten Ausbildung kommen. Sowohl die Mitarbeiter der Einrichtung als auch die Schüler stammen aus vielen verschiedenen Ländern. Die Kinder und Jugendlichen können qualifizierte internationale Abschlüsse erwerben – vergleichbar mit der Mittleren Reife. Auf Wunsch kann auch das A-Level (eine Art Abitur) erworben werden. Immer wieder loben Schulinspektoren die hervorragende Ausbildung.

Hoffnung für Menschen in Papua-Neuguinea

Hoffnung für Menschen in Papua-Neuguinea

BAD LIEBENZELL. In der Weltöffentlichkeit kommt Papua-Neuguinea so gut wie nie vor. Das Land scheint vom Rest der Welt vergessen zu sein. Die Natur ist atemberaubend und die Menschen sind gastfreundlich. Doch viele kämpfen in ihrem Alltag mit großen Problemen. Gewalt, Drogen und Alkoholmissbrauch machen ihr Leben schwer. Kinder sind oft sich selbst überlassen und haben keine Perspektive auf eine bessere Zukunft. Um diesen Menschen zu helfen, hat die Liebenzeller Mission die Initiative „Weltweit Hoffnung schenken“ gestartet. Mit der Aktion sollen Menschen in aller Welt neue Hoffnung schöpfen. Seit 14 Jahren gibt es die Initiative. Papua-Neuguinea ist noch bis September 2021 Schwerpunkt der Aktion.

In den Armensiedlungen der Hauptstadt Port Moresby erhalten junge Menschen ganzheitliche Hilfe. Missionare bieten Kinderclubs an und schulen Mitarbeiter. „Manche Kinder hören dort zum ersten Mal in ihrem Leben, dass sie wertvoll sind“, berichtet Projektkoordinatorin Bettina Heckh. Dass ein Schwerpunkt der Hilfsmaßnahmen Kindern zugute kommt, sei bewusst so gewählt. „In der neuguineischen Gesellschaft haben sie einen ganz schlechten Stellenwert, sie leiden unter den Lebensbedingungen besonders. Eine unbeschwerte Kindheit haben nur wenige“, sagt Bettina Heckh.

Teil der Initiative ist auch medizinische Hilfe und Seelsorge für Frauen im abgelegenen Hochland. Außerdem besuchen die Mitarbeiter Häftlinge in den Gefängnissen. „Diese Besuche sind oft der Anstoß, dass die Häftlinge nach ihrer Entlassung nicht mehr straffällig werden“, so Bettina Heckh.

In Papua-Neuguinea engagiert sich die Liebenzeller Mission schon seit mehr als 100 Jahren. „Eine langfristige Zusammenarbeit mit unseren Partnern vor Ort ist uns wichtig. Nur so wird eine nachhaltige Hilfe möglich“, erklärt Bettina Heckh.

Unterstützen kann man die Aktion nicht nur mit einer Spende, sondern auch mit aktiver Mitarbeit. „Auch wenn Weihnachtsfeiern und Betriebsfeiern fast überall in diesem Jahr ausfallen, sind kreative Aktionen möglich. Es ist wichtig, dass wir die Menschen in Papua-Neuguinea nicht vergessen“, sagt Bettina Heckh. Für Kinder hat sich die Projektkoordinatorin eine besondere Idee ausgedacht: „Viele Kinder in Papua-Neuguinea haben nur sehr wenig zum Anziehen. Deshalb können Kinder aus Deutschland T-Shirt bemalen oder bedrucken – für die Kinder auf der anderen Seite der Erde.“ Die T-Shirts werden in der Zentrale der Liebenzeller Mission gesammelt und dann nach Papua-Neuguinea gebracht.

Weitere Informationen zu den Projekten und ein Projektvideo gibt es im Internet unter www.weltweit-hoffnung-schenken.de oder direkt bei Bettina Heckh unter Telefon 07052 17-7128 oder E-Mail . Dort können auch Materialien zu der Aktion wie Plakate, Handzettel, Fotos oder Spendendosen angefordert werden.

Spendenkonto: Liebenzeller Mission, Sparkasse Pforzheim Calw, IBAN: DE27 6665 0085 0003, Vermerk: Weltweit Hoffnung schenken

Opa bringt Enkelkinder regelmäßig zu Gott

José mit seiner Enkelin Grace in Ecuador

Dieses Bild zeigt Opa José mit seiner Enkelin Grace, deren Name (= Gnade) so passend ist, da sie unter schwierigen Umständen geboren wurde – auf dem Rücksitz des Lastwagens von Missionar Kevin Bruce. „Graces Mutter Andrea hat sich noch nicht entschieden, Gott zu folgen, aber José bringt Grace fast jeden Sonntag in die Kirche, zusammen mit ihren großen Brüdern Jeison (13 Jahre) und José Freddy (11).

Wie beten wir dafür, dass diese drei, zusammen mit vielen weiteren Kindern, die am Sonntag ohne ihre Eltern kommen, die gute Nachricht des Evangeliums klar verstehen und Gottes Gnade annehmen werden.“ Viele haben den letzten Sonntagen aufmerksam zugehört, als es durch die letzten Kapitel des Matthäusevangeliums ging und über Jesu Tod, Begräbnis und Auferstehung gesprochen wurde.

Kathy und Kevin Bruce sind vom amerikanischen Zweig der Liebenzeller Mission entsandt und arbeiten seit 1995 in Ecuador unter Awa-Indianern. Sie bieten Kurse für Analphabeten an, halfen mit, das Alte Testament zu übersetzen und schulen einheimische Christen.

Corona-Pandemie lässt Gemeinden kreativ werden

Advent in Bad Doberan

Die Corona-Pandemie erfordert, dass die Gottesdienstbesucher Abstand halten. Doch was tun, wenn man viele Besucher in einem kleinen Versammlungsraum zählt? Die Gemeinde in Bad Doberan des Liebenzeller Missionars Christoph Scharf feiert nun seit zehn Wochen sonntags in der größten Sporthalle der Stadt an der Ostsee: „Die Stadt hat uns hierzu einen sehr fairer Nutzungsvertrag gegeben.“

Ab nächster Woche verteilen sie zudem an der Krippe im Gemeindegarten Kalender. Täglich sind sechs Mal die Weihnachtsgeschichte mit Musik zu hören. An Heiligabend gibt es außerdem einen kurzen Open-Air-Gottesdienst an der Krippe mit einer Kurzpredigt von Christoph Scharf.

Christoph und Inka Scharf sind seit Sommer 2010 in der Gemeindeaufbauarbeit in Bad Doberan (Mecklenburg-Vorpommern) engagiert. In der 13.000 Einwohner zählenden Stadt bauten sie innerhalb des Mecklenburgischen Gemeinschaftsverbandes zusammen mit einem engagierten Team vor Ort eine Gemeinde auf. Dabei bieten sie viele missionarische Aktionen an wie zum Beispiel Stände auf Märkten und ein Weihnachtsfest für Alleinstehende.

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Gemeinde in Alençon kann eigenes Gemeindehaus kaufen

Gemeinde in Alençon

Große Freude in der Gemeinde in Alençon: Nach jahrelangem Suchen, Beten und Planen konnte Anfang November der Kaufvertrag für ein Gemeindegebäude unterschrieben werden. „Es war ein regelrechter Hürdenlauf“, sagte Frankreich-Missionar Norbert Laffin. „Wir mussten auf den verschiedensten Ebenen verhandeln, auf Unterlagen warten und immer wieder Termine verschieben. Fast hätte uns der Notar wegen des erneuten Corona-Lockdowns nicht empfangen dürfen.“

Nachdem keine Bank gefunden wurde, die bereit war, in der aktuellen Wirtschaftskrise Darlehen an religiöse Vereinigungen zu vergeben, hat Gott auf andere Weise eingegriffen. Der einheimische Kirchenverband und Freunde griffen der kleinen Gemeinde unter die Arme. Sie freut sich, nun ein Zuhause zu haben, dessen Räume ausgebaut werden können. Es stoßen auch immer wieder Neue zur Gemeinde dazu. Zurzeit sind es Christen, die eine geistliche Heimat suchen. „Beim letzten Hybrid-Gottesdienst – digital und vor Ort ­– waren wir 30 Teilnehmer!“, so Norbert Laffin. Dankbar ist er auch, dass zwei neue Mitarbeiter für die Gottesdienst-Moderation gewonnen werden konnten. Aufgrund der neuen Corona-Bestimmungen muss inzwischen wieder alles digital angeboten werden. „Doch ist die Motivation nach wie vor beeindruckend, und wir gehen davon aus, wie schon im Frühling niemanden zu ‚verlieren‘, sondern weiter zusammenzurücken.“

Norbert und Susanne Laffin sind seit 1990 in Frankreich in der Gemeindegründungsarbeit tätig. Nachdem sie 27 Jahre in Coutances lebten, sind sie seit 2017 in Alençon aktiv. Dort ist Norbert auch der Koordinator der örtlichen Evangelischen Allianz.

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